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1. großer „Hexensabbat“ im Börsenjahr 2016

Nach den jüngsten Kursschwankungen am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger zu Handelsbeginn am heutigen Freitag zunächst zurückgehalten. Wegen des anstehenden „Hexensabbats“ sind an diesen Handelstagen immer wieder größere Schwankungen möglich. Warum das so ist, erfahren Sie gleich.

Jetzt aber zunächst dazu, was der sogenannte „Hexensabbat“ überhaupt ist. Der „dreifache Hexensabbat“, der heute zum 1. Mal im Börsenjahr 2016 stattgefunden hat, ist auch als großer Verfallstag bekannt.

Denn an diesem Tag verfallen weltweit drei gleiche Arten von Anlagen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes. An diesen Tagen geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu.

Der große Verfallstag ist jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Der „Hexensabbat“ ist der Tag der Abrechnung. Das war auch heute so.


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Denn: Viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken sind in Terminkontrakten investiert, die heute um 12 Uhr abgerechnet wurden. Im Vorfeld wird daher versucht, die Basisindizes (DAX, Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Wenn sich sehr viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, dann kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale durchstarten.

Das Phänomen „Hexensabbat“

Am „Hexensabbat“ entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investition in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse.

Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen nun, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht.

Ein Beispiel: Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basispreis, macht man als Besitzer der Option einen Gewinn.

Der Verkäufer hingegen macht ein schlechtes Geschäft, weil er die Aktie nicht zu dem inzwischen höheren Preis an der Börse verkaufen kann. Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen.

Während der Verkäufer aus dem genannten Beispiel versucht, den Kurs durch massive Verkäufe unter den Basispreis zu drücken, versucht der Käufer der Option, das Gegenteil zu erreichen. Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen.

Für Privatanleger nicht von Bedeutung

In der Regel können Kleinanleger keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschehnisse am „Hexensabbat“ nehmen. Die großen und bestimmenden Akteure sind beispielsweise Banken, Versicherungen oder Fondsmanager.

Für gewöhnlich haben die am „Hexensabbat“ oftmals zu beobachtenden heftigen Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung. Innerhalb kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und die Kurse pendeln sich zumeist wieder auf dem vorherigen Niveau ein. Sie können sich also beruhigt zurücklehnen und das Schauspiel betrachten.

18. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot", dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.