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250 Mio. Euro für die Kirch-Gläubiger

Nach einer Serie von 7 Gewinn-Tagen folgten heute Gewinnmitnahmen. Der deutsche Leitindex DAX erreichte zunächst 10.810 Punkte, wurde dann aber von der schwachen US-Börse mit nach unten gezogen und beendete den Handel mit 10.628 Punkten.

Größter Tagesverlierer im DAX war die Deutsche Bank. Insgesamt ist das keine schöne Woche für die Führungsspitze der größten deutschen Bank. In den Medien sorgt der „Erzfeind“, die Kirch Media GmbH, für Schlagzeilen. Immer wenn der Name Kirch fällt, wird auch die alte Geschichte mit der Deutschen Bank aufgewärmt.

Und darum geht es aktuell: Die Gläubiger der seit April 2002 insolventen Kirch Media GmbH & Co. KG erhalten weitere 250 Mio. Euro. Dadurch steigt nach Angaben des Insolvenzverwalters die sogenannte Befriedigungsquote für die „ungesicherten und nicht absonderungsberechtigten Gläubiger“ auf jetzt 26%.

Das bedeutet: Wer der Kirch-Gruppe einst 1.000 Euro geliehen hat, konnte bisher Rückzahlungen in Höhe von 260 Euro verbuchen.

Es handelte sich bei der aktuellen Zahlung um die insgesamt achte sogenannte Abschlagsverteilung, die der Insolvenzverwalter nach Zustimmung des Gläubigerausschusses durchführen konnte. Somit erreichte jetzt die achte Tranche die Gläubiger eines der ehemals größten Medienunternehmen in Deutschland.


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Bevor ich gleich weiter auf die aktuellen Fakten eingehe, möchte ich Ihnen kurz die Vorgeschichte schildern.

Der Aufstieg und Fall des Leo Kirch

Der ehemalige deutsche Medienmogul Leo Kirch wurde 1928 in Würzburg geboren und starb im Jahr 2011 in München. Er gründete 1955 einen Filmverleih, den er bis Anfang der 2000er Jahre zu einem der größten deutschen Medienkonzerne ausgebaut hatte.

Leo Kirch war maßgeblich am Aufbau des Privatfernsehens und Bezahlfernsehens in Deutschland beteiligt. 2002 musste sein Unternehmen jedoch Insolvenz anmelden und wurde in der Folge zerschlagen.

Eine Mitschuld an der Insolvenz der Kirch-Gruppe trägt Rolf Breuer, der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank. Diese Mitschuld wurde inzwischen auch gerichtlich festgestellt. Leo Kirch ging daher bis zu seinem Tod im Jahr 2011 juristisch gegen die Deutsche Bank vor. Nach dem Tod Kirchs setzten seine Erben den Rechtsstreit fort.

Anfang 2014 bekamen die Kirch-Erben schließlich, nach nunmehr zwölf Jahren, Recht. Das Oberlandesgericht München sprach eine Zahlung von 775 Mio. Euro plus Zinsen und weiteren Kosten zu.

Die Mitschuld an der Insolvenz durch den ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Breuer kam durch ein Interview mit Bloomberg zustande, in dem er sich über die mangelnde Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe äußerte. Das Interview fand Anfang des Jahres 2002 statt.

Wörtlich sagte Breuer damals folgendes über die Kirch-Gruppe: „Was man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

Weitere Details zur jüngsten Abschlagszahlung an die Kirch-Gläubiger

Durch die jüngste Abschlagszahlung, auf die ich Eingangs bereits einging, erhöhen sich die Zahlungen an die Gläubiger der insgesamt 1.500 Insolvenzforderungen auf 1,3 Mrd. Euro. Diese Insolvenzgläubiger sollen bis zum Abschluss des Verfahrens noch weitere „erhebliche Zahlungen” erwarten können, heißt es.

Möglich geworden sind die bisherigen Zahlungen unter anderem durch die langjährige Verwertung der Film-Bibliothek, die erfolgreiche Veräußerung von Beteiligungen, sowie durch die Restrukturierung und den Verkauf der operativen Bereiche. Aus den Zahlungen der Deutschen Bank an die Erben Kirchs ist jedoch kein Geld an die Kirch-Gläubiger geflossen.

Fazit: Der Fall Breuer gegen Kirch zeigt, dass wir in der Finanzbranche ein Managementproblem haben. Es passieren einfach zu viele Fehler. Speziell die Deutsche Bank ist ein Dauergast bei den Juristen.

Die fehlende Management-Kompetenz ist ein Grund, warum ich seit mehreren Jahren Bank-Aktien in meinen Börsendiensten meide. Meine Empfehlung: In anderen Branchen verdienen Sie an der Börse mehr Geld und müssen weniger zittern.

27. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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