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50% billiger kaufen ist möglich

In der vergangenen Woche schwankte der DAX 30 zwischen 9.125 und 9.581 Punkten. Eine Kursbandbreite von fast genau 5%. Am gestrigen Montag lag die Kursbandbreite zwischen 9.332 und 9.498 Punkten (Xetra / danach ging es noch etwas höher).

Das sind typische Kursschwankungen, mit denen Sie seit geraumer Zeit leben müssen. Die Notierungen Ihrer Aktien haben eine vergleichbare Kursbandbreite. Die Kurse von Calls und Puts verzeichnen entsprechend höhere Ausschläge. Da sind plus 20% oder minus 20% am Tag eher Normalität als eine Besonderheit. In den nächsten 3 Wochen kann diese hohe Volatilität nochmals deutlich zunehmen.

Eine hohe Volatilität bietet Ihnen gute Gewinn-Chancen

Mit ein bisschen Glück können Sie die Kursschwankungen der Märkte für gute Kauf- beziehungsweise Verkaufskurse nutzen. Dazu am Ende dieses Kommentars mehr.

Der Grund für die zunehmenden Kursschwankungen:

Der Hexensabbat kündigt sich an

Bis zum 18.03.2016 können Sie mit einer noch höheren Volatilität rechnen. Denn am 18.03.2016 ist wieder der „große Verfallstag“, auch „dreifacher Verfallstag“ oder „Hexensabbat“ genannt. Im Vorfeld des großen Verfallstages sind große Kursschwankungen typisch. Denn:

Hexensabbat: Die Erklärung

Gegen Ende eines jeden Quartals kommt es an den Börsen zum Hexensabbat. Der Termin ist jeweils der dritte Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Am Hexensabbat laufen an den Terminbörsen Optionen und Futures auf Indizes, wie zum Beispiel DAX, TecDAX und EuroStoxx, sowie Optionen auf Aktien aus.


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Der Hexensabbat fällt an den wichtigen Börsen dieser Welt auf denselben Tag. Also verfallen auch in den USA Optionen und Futures auf Indizes wie Dow Jones, Nasdaq, S&P500 und auf Aktien.

Hexensabbat: Kursschwankungen im Vorfeld gehören dazu

Im Vorfeld des Hexensabbats kommt es typischerweise zu großen, weder fundamental noch charttechnisch erklärbaren, Kursschwankungen. Hintergrund:

Hexensabbat: Fonds und Banken versuchen, Kurse zu ihren Gunsten zu bewegen

Großanleger wie z. B. Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken halten typischerweise sehr große Bestände an Call-Optionen und Put-Optionen.

Am Hexensabbat werden diese Optionen abgerechnet und durch Glattstellung oder Kauf und Verkauf von Aktienbeständen ausgeglichen.

In den Tagen vor dem Hexensabbat versuchen institutionelle Anleger deshalb, die Kurse der Basiswerte ihrer Optionen (Aktien oder Indizes) durch Kauf und Verkauf an der Börse zu ihren Gunsten zu bewegen. Sie wollen damit für sich selbst günstige Kurse zur Abrechnung erreichen.

Keine neuen Trends durch Hexensabbat

Die durch den Hexensabbat verursachten Käufe und Verkäufe führen oft zu großen Kursausschlägen, sie leiten aber selten einen Trend ein. Meist können Sie beobachten, dass sich die Kurse nach dem Hexensabbat wieder auf das Niveau von vor dem Hexensabbat einpendeln.

Es gibt meist keine fundamentalen oder durch Nachrichten belegten Gründe für die Kursbewegungen im Vorfeld des Hexensabbats. Es scheinen „mystische Bewegungen“ der Kurse zu sein. Wegen dieser „mystischen“ Kursschwankungen hat der große Verfallstag seinen umgangssprachlichen Namen: Hexensabbat. Das entspricht dem Bild der Hexe, die auf ihrem Besen auf und ab reitet.

Der März bietet Ihnen zusätzliche Top-Gewinn-Chancen

Das Auf und Ab der Kurse bis zum nächsten großen Verfallstag am 18.03.2016 müssen Sie deshalb auch unter dem Gesichtspunkt des Hexensabbats betrachten. Dazu 2 Tipps:

  1. Messen Sie hohen Kursausschlägen vor dem Hexensabbat keine große Bedeutung bei. Sie sind durch den Hexensabbat begründet und kündigen keinen neuen Trend an.
  1. Wenn Sie vor dem Hexensabbat Käufe oder Verkäufe von Optionen planen, versuchen Sie diese mit Limits durchzuführen, die deutlich niedriger (beim Kauf) oder höher (beim Verkauf) als der aktuelle Kurs an der Börse liegen (Abstauberlimits). Das muss nicht zum günstigen Kauf oder Verkauf führen, kann aber.

50% billiger kaufen ist möglich

Sie wollen z.B. einen Call auf eine Aktie kaufen, die sowieso schon hohe Kursschwankungen aufweist. Wenn Sie dann einen Kursrücksetzer von 10% oder auch etwas mehr in der Aktie einkalkulieren, ist es gut möglich, dass ein Abstauberlimit, das 30% bis 50% unterm dem Tageskurs liegt, zum Kauf des Calls führt. Einen Versuch ist es wert.

Zum guten Schluss: Am 01.03.1858, also heute vor 158 Jahren, kam der deutsche Schriftsteller Philosoph und Soziologe Georg Simmel zur Welt. Er schrieb:

„Die Welt kann man nicht verändern, aber gewisse Sauereien kann man abstellen.“

Die „Sauerei“ mit den Kursmanipulationen von Optionsscheinen durch die Banken können Sie nicht verändern. Aber Sie können diese „Sauerei“ für sich selbst abstellen. Ganz einfach, indem Sie deren Produkte nicht mehr kaufen. Von diesen „Sauereien“ schon lange befreit, sende ich Ihnen herzliche Grüße

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

1. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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