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Achtung: Mittelstandsanleihe mit hohen Renditen – und Risiko

Wunder und hohe Renditen bei Mittelstandsanleihen. Wer Anlage Alternativen für niedrige Zinsen sucht, wird mit Mittelstandsanleihen bei überschaubarem Risiko hohe Renditen erzielen. Dies ist die Botschaft verschiedener Beiträge, die wir dieser Tage lesen. Achtung: wir meinen, das Risiko ist zu hoch.

Rendite: 18,4% nicht wichtig

So lag vor kurzem die Rendite des Waffenproduzenten Heckler&Koch bei 18,4%. Wer einsteigt und das Glück hat, dass dieses Unternehmens seine Verbindlichkeiten tatsächlich zurück zahlt, kassiert jährlich rückwirkend betrachtet 18,4%. Die Rendite gilt bis zum 15.5.2018 und ist ein Musterfall. Achtung:

Das Rating hier ist eindeutig schlecht, es liegt bei „ccc+“, das ist Schrottniveau. Allerdings ist es kaum schlechter als die Ratings für Werte wie „Centrosolar“ oder „Payom Solar“, die beide mit „BBB“ eine ebenfalls schlechte Schulnote von den Agenturen erhalten.

Die letztgenannten Anleihen bringen aber nur eine Rendite in Höhe von gut 11%. Deshalb zurück zum Musterfall. Die Gefahren bei dieser und den anderen Mittelstandsanleihen an den neuen Börsen sind dreiteilig. Die Rendite ist dann nicht mehr entscheidend für Sie.

Stückelung sehr riskant

Der Musterfall „Heckler“ hat eine Stückelung, die Sie als Investor schnell in den Ruin treiben kann. 100.000 Euro, so die Stückelung bei einem Kurs von 100%. Aktuell beträgt der Kurs deutlich weniger als 70%. Nur:


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Selbst dies ist viel zu hoch und zu viel. Investoren bei Privatanlegern werden sich kaum finden. Damit aber sind Sie als Investor angewiesen auf das Wohlwollen der großen Investoren. Versicherungen und große „typische“ Fonds fallen als Käufer aus.

Deren Vorschriften sehen vor, dass sie in solch niedrig bewertete Papiere nicht investieren. Damit bleiben große Investoren wie Family Offices. Wir sind ziemlich sicher: diese lassen solche Anleihen bei ernsthaften Bedenken schnell fallen. Dann aber stehen Sie gänzlich ohne Markt da. Deshalb ist die Stückelung das größte Risiko für eine solche Anleihe.

Zweite Gefahr: Ausfallwahrscheinlichkeit…

Die Laufzeit selbst beinhaltet eine große Gefahr: die Ausfallwahrscheinlichkeit steigt wegen(!) der Laufzeit. Denn: Über einen längeren Zeitraum werden sich Unternehmen wie diese am Kapitalmarkt kaum noch günstig finanzieren können. Dafür ist das Rating zu schlecht.

Wer aber bis 2018 mit dem Malus leben muss, hat ein zusätzliches Pleiterisiko geschultert. Zusätzlich ergibt sich eine dritte Gefahr, die Analysten mit optimistischen Einschätzungen oft verschweigen: Fonds müssen und werden auch aussteigen.

Viele Fonds haben Regelungen, wonach bei bestimmten Ratings oder Mindestkursen Anleihen als zu riskant gelten. Daher:

  • Renditen von 18% und mehr sind unwichtig, wenn institutionelle Investoren aussteigen.
  • Ist die Laufzeit zu lang, wird das schlechte Rating zur Doppelfalle, weil die Finanzierung teuer ist.
  • Auch Fonds werden bei schlechtesten Ratings und niedrigsten Kursen aussteigen – schon der eigenen Regeln wegen.

GeVestor meint: Dieses Risiko zahlt Ihnen der Markt für diese Anleihen mit Renditen von 18% nicht zurück. Diese Mittelstandsanleihe bietet ein zu großes Risiko. Die hohe Rendite ist eine falsche Orientierung. Wer hohe Zinsen verlangt, fährt mit Genussscheinen wie auf Bertelsmann deutlich besser. Informationen dazu folgen in den nächsten Tagen.

27. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.