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Advent International mit nächster Übernahme

Die Übernahme des Einzelhandel-Konzerns Douglas durch den amerikanischen Finanzinvestor Advent International ist mit zähen Verhandlungen verbunden.

Nachdem eine grundsätzliche Einigung mit Oetker bereits ausgemachte Sache ist und offenbar auch Großaktionär Müller bereit ist, seine Anteile abzugeben, wird nun mit der Gründerfamilie Kreke verhandelt.

Die Familie ist mit 12,7% an dem Übernahme-Kandidaten beteiligt und hat mit Henning Kreke den Vorstandsvorsitz inne. Er war es auch, der Anfang des Jahres für die Übernahme-Spekulationen sorgte.

Geplant war, mit Hilfe von Finanzinvestoren das Unternehmen von der Börse zu nehmen, doch diese winkten aufgrund der komplizierten Aktionärsstruktur ab.

Gründerfamilie und Finanzinvestor beanspruchen Unternehmensführung für sich

Mit Advent International bekam die Familie eine neue Chance. Allerdings will der Finanzinvestor die Zügel fester in der Hand halten, als es Kreke lieb ist. Die Familie will zwar den finanzstarken Partner – beansprucht aber zeitgleich die Unternehmensführung.


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Für Advent, Spezialist wenn es darum geht angeschlagene Unternehmensteile auf Vordermann zu bringen (wie etwa die Douglas-Tochter Thalia), ist dies jedoch ein größeres Problem. Sie brauchen ebenfalls die Kontrolle und möchten sich alle Optionen – inklusive einer Zerschlagung – offen halten.

Der Finanzinvestor wird nicht das Geld einbringen, um hinterher als Junior-Partner zu fungieren. Schließlich hätte Advent im Falle einer Übernahme auch mehr als dreimal so viel Aktien wie Kreke.

Daher ziehen sich die Verhandlungen um die Douglas-Übernahme hin. Dies ist nicht ungewöhnlich und heißt keinesfalls, dass es keine Lösung geben wird – es dauert nur länger bis sich die Beteiligten einigen. Der Übernahme-Sensor rechnet mit einem Deal.

Advent steigt ins Pharma- und Medizintechnik-Geschäft ein

Einfacher hatte es Advent International bei anderen Deals. Im vergangenen Monat wurde für rund 2,3 Mrd. Euro AOT Bedding Super Holdings gekauft, in diesen Monat soll das  niederländische Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen Mediq übernommen werden.

Inklusive Schulden hat der Deal ein Volumen von gut 1 Mrd. Euro. Das Management hat dem Deal bereits zugestimmt und empfiehlt den Aktionären die Angebotsannahme. Templeton Investments, mit 20,2% an Medic beteiligt, hat bereits angekündigt, den Anteil an Advent abzugeben.

Advent mit sehr günstigem Deal

Advent teilte mit, dass nach jahrelanger Suche endlich der passende Übernahme-Kandidat im Pharma- und Medizintechnik-Bereich gefunden wurde.

Andere Finanzinvestoren hatten in dem Bereich schon mehrere Milliarden investiert und es wurde erwartet, dass Advent ebenfalls zeitnah zugreifen würde.

Das Geschäft ist sehr robust und generiert auch in schwachen Konjunkturphasen hohe Cashflows. Daher werden solche risikoarmen Deals gerne von den Banken finanziert.

Advent kann jedoch noch nicht feiern. Das Angebot erscheint ausgesprochen günstig und die Übernahme-Multiplikatoren liegen deutlich unter dem Durchschnitt. Anders als Templeton reagierten andere Großaktionäre daher verhalten.

Übernahme-Angebot: Aus Minus wird Plus

Gewinner des Deals sind natürlich die Aktionäre des Übernahme-Kandidaten. In einem schwächeren Markt schießt der Aktienkurs um 50% nach oben und macht knapp unterhalb der 13,25 Euro-Offerte stopp.

Aufgrund einer schwachen Unternehmensentwicklung 2012 stand die Mediq-Aktie zuletzt deutlich unter Druck, sodass Aktionäre das Angebot gut als Ausstiegszeitpunkt nutzen können. Aus dem Minus von 23% auf Jahressicht wird dann dank der Offerte über Nacht ein Gewinn von 20%.

25. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.