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Aetna kauft Humana: Ist Anthem-Cigna der nächste Deal?

In der amerikanischen Krankenversicherungsbranche wurde heute Morgen der nächste Milliarden-Deal bekannt gegeben. Für 37 Mrd. Dollar (rund 33 Mrd. Euro) übernimmt Aetna den kleineren Konkurrenten Humana.

Die seit Wochen kursierenden Gerüchte, dass Humana sich zum Verkauf gestellt hatte, haben sich also bewahrheitet. Zum Wohl der Aktionäre: Denn wie üblich bei Übernahmen, kommen die Aktionäre in den Genuß einer satten Prämie auf den Aktienkurs.

Übernahme-Spekulanten kassieren hohen Gewinn

Aetna bietet den Humana-Aktionären ein Kombi-Paket aus Aktien und Bargeld. Je Humana-Anteilsschein legt der Bieter 125 $ in Cash und 0,8375 Aetna-Aktien auf den Tisch. Nach Abschluss der Transaktion entfallen etwa ein Viertel der neuen Aetna auf Humana-Aktionäre.

Das Angebot beinhaltet eine hohe Übernahme-Prämie von rund 29% gegenüber dem Tag, als Berichte zum anstehenden Verkauf aufkamen. Gegenüber dem gestrigen Schlusskurs beträgt die Prämie rund 23%.

Wichtige Regel im Übernahme-Geschäft: Nerven bewahren, ruhig bleiben!

Eine Investition in den Übernahme-Kandidaten hat allerdings auch Nerven und Geduld gekostet. Auch wenn viele Branchenexperten überzeugt waren, dass der Deal stattfinden wird, zeigte der Aktienkurs diverse Male größere Skepsis an.


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So schoss die Aktie nach den ersten Gerüchten, dass Humana Goldman Sachs Banker beauftragt hat, um einen Verkauf auszuloten, auf knapp 215 Dollar. Im weiteren Verlauf wurde jedoch mehrfach kaltes Wasser auf die Aetna-Humana-Idee gegossen.

So wurde zwischenzeitlich auch angenommen, dass Aetna selbst Ziel einer Offerte von United Health sein können. Obwohl United Health erst vor wenigen Monaten mit Catamaran einen 12,8 Mrd. Dollar durchzog, reichte die Berichterstattung für größere Vorsicht.

7 verschiedene Deal-Szenarien ließen Übernahme-Bonus bei Humana verpuffen

Die Branche steckt in der Hochphase der Konsolidierung mit nur noch wenigen denkbaren Transaktionen. Eine davon war dann auch, dass der größere Konkurrent Anthem sich Humana schnappen könnte. Wie sich jedoch herausstellte, wollte Anthem die Nummer 4 der Branche, Cigna, übernehmen.

In der Summe führten die verschiedenen möglichen Konstellationen zu Unsicherheit. Im schlechtesten Fall hätte United Health Aetna übernommen, Anthem dann Cigna und Humana steht ohne Gatten vor dem Traualtar.

Das blieb zwar höchst unwahrscheinlich, doch reichte es aus, um bei der Aktie einen Großteil der Gewinne wieder auszulöschen. Denn hinterfragt wurde dann auch die Bewertung von Humana.

Die Aktie war mit Sicherheit kein Schnäppchen. Doch Humana ist „DER“ Gewinner von Obamacare und hat mit seinen 3,1 Mio. Kunden im Bereich Medicare einen starken Trumpf in der Hand gehalten. In diesem Bereich ist der Übernahme-Kandidat größer als die damals potenziellen Bieter Aetna, Anthem und Cigna zusammen.

Happy End keine große Überraschung

Letztendlich ist der Deal für den Übernahme-Sensor keine große Überraschung. Der Preis ist großzügig, da offenbar auch Cigna ein Angebot abgegeben hatte.

Cigna bleibt auch spannend. Sollte die Konsolidierung in der Branchenspitze weitergehen, dürfte der nächste Deal Anthem-Cigna lauten. Denkbar wäre auch UnitedHealth-Cigna.

Cigna wollte bislang nicht von Anthem übernommen werden. Es ging dabei nicht nur um den Preis sondern auch um personelle Fragen. Das sind keine gravierenden Probleme, die nicht gelöst werden können.

Außerdem ist der Druck auf Cigna nach dem Aetna-Humana-Deal viel größer als vorher. Wenn dann auch noch betrachtet wird, dass gerüchteweise die Übernahme-Verhandlungen wieder aufgenommen wurden – zum Beispiel nachdem Cigna sich eingestehen musste, dass Aetna Humana bekommt – dann liegt hier eine offensichtliche Chance!

Wenn Anthem will und Cigna einknickt, ist der Deal trotzdem fraglich– und das Rückschlagrisiko groß

Es stellt sich jedoch die Frage, wie die Wettbewerbsbehörden einen weiteren Zusammenschluss sehen würden. Die Branchenspitze ist auf 4 Großkonzerne zusammengeschmolzen.

Gut möglich, dass bei weiteren Zusammenschlüssen die Auflagen so hart sind, dass sich der Deal dann auf dem bereits hohen Preisniveau nicht mehr lohnen würde. Und dass Cigna dann das Bewertungsniveau halten kann, darf ruhig angezweifelt werden.

3. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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