MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

AGG-Hopper Urteile: Wie sich Arbeitgeber schützen können

Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz AGG hält die Gerichte auf Trab.

Unter anderem müssen sich diese mit sogenannten "AGG-Hoppern" befassen – Bewerber, die nach Ablehnung Entschädigung verlangen. Die Ausschreibung macht es ihnen leicht.

Allgemeines Gleichstellungsgesetz: AGG-Hopper hat Erfolg

Nicht immer scheitern AGG-Hopper vor Gericht mit ihren Forderungen nach Entschädigung. AGG-Hopper haben es in Gerichtsprozessen meist schwer. Manchmal hat ihre Dreistigkeit aber auch Erfolg.

Das belegt folgender Fall vor dem Arbeitsgericht Krefeld: Ein Unternehmen hatte per Inserat eine/n Einrichtungsberater/in zwischen 30 und 40 Jahren gesucht. Ein 47-Jähriger bewarb sich – und erhielt prompt eine Absage. Daraufhin forderte er 2.200 € Entschädigung. Die bekam er auch.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Dann aber erfuhr die Arbeitgeberin, dass er diese Masche zuvor schon mehrfach bei anderen Arbeitgebern praktiziert hatte. Folge: Sie focht die Entschädigungsvereinbarung an und verklagte den Bewerber auf Rückzahlung der 2.200 €.

AGG-Hopper vs Arbeitgeber: Vergleich regelt die Sache

Vor dem Arbeitsgericht Krefeld schlossen beide Parteien letztendlich einen Vergleich (Az. 4 Ca 1686/08). Der abgelehnte Bewerber verpflichtete sich darin, 500 € von der Entschädigungssumme zurückzuzahlen. Unter dem Strich blieben ihm somit stolze 1.700 € Gewinn.

Es bleibt daher bei meinem eindringlichen Rat: Vermeiden Sie im eigenen Interesse bereits in Stellenanzeigen jegliche Vorgaben, die bestimmte Bewerber diskriminieren könnten.

Bewerber versuchte Entschädigung nach AGG zu erstreiten

Für Arbeitgeber ist auch folgender Fall interessant: Auf eine Stellenausschreibung als Vertriebsleiter erschien ein Bewerber gleich persönlich im Betrieb. Er verlangte ein Gespräch mit der Personalleiterin und forderte wegen seiner Qualifikation die Einstellung.

Nach der Absage behauptete der 61-Jährige, die Personalchefin habe ihn im Gespräch als „zu alt“ bezeichnet. Seine Klage auf Entschädigung nach dem AGG wies das Landesarbeitsgericht Köln jedoch zurück (Az. 5 Ta 408/09).

Gericht stellt klar: Missbrauch des AGG wird nicht toleriert!

Das LAG stellt klar, dass die Arbeitsgerichte einen offensichtlichen Missbrauch des AGG nicht akzeptieren. Geschützt sind nur Bewerber, die fachlich für die Stelle geeignet sind und sich ernsthaft bewerben. So zeige das provokante Auftreten im Urteilsfall, dass der Bewerber für diese Stelle nicht geeignet war. 

Im Folgenden: Indizien für nicht ernsthafte Bewerbungen und möglichen AGG Missbrauch

Die Indizien für nicht ernsthafte Bewerbungen hat der Bonner Informationsdienst „Arbeitsrecht kompakt“ des Verlags für die Deutsche Wirtschaft definiert: Es liegt eine Minder- bzw. Überqualifikation vor, oder es fehlen Angaben zu wesentlichen Voraussetzungen.

Die Bewerbung weist formelle Fehler auf oder ist unvollständig, Vergütungsvorstellungen sind überzogen. Auch extreme Einkommenseinbußen sowie provokantes Auftreten sprechen für einen „AGG Hopper“.

Sind Arbeitgeber nicht sicher, ob eine Bewerbung ernst zu nehmen ist, bearbeiten sie diese am besten wie alle anderen auch. Sie sollten Bewerber ausschließlich nach sachlichen Kriterien auswählen.

23. Mai 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".