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Agrarrohstoffe: Wo liegt das größte Potenzial?

Agrarrohstoffe werden bei Anleger immer beliebter. Dabei stellt sich die Frage: In welchem Rohstoff steckt das größte Potential?

Wir haben Zucker, Baumwolle, Orangensaft und Kakao untersucht und das beste Chance-Risiko-Verhältnis herausgefunden.

Zucker: Das weiße Gold

Zucker wird auf zwei Arten gewonnen: aus Zuckerrohr und aus Zuckerrüben. Rund ein Drittel wird dabei aus Zuckerrüben gewonnen. In der EU werden jährlich 120 Mio. Tonnen Rüben produziert, aus welchen die europäische Zuckerindustrie zwischen 14 und 16 Mio. Tonnen Kristallzucker gewinnt.

In der EU sind Deutschland und Frankreich die Hauptproduzenten. Wichtig ist auch, dass fast 90% des in Europa konsumierten Zuckers heute aus heimischem Anbau stammen. Damit spielt der Export im Gegensatz zu vielen anderen Agrargütern bei Zucker nur eine kleine Rolle.

Als Rohstoff ist Zucker gefragt wie nie, das liegt nicht an der erhöhten Nachfrage von Zucker als Süßungsmittel. Vielmehr wird wegen der hohen Rohölpreise immer mehr Zucker zu Ethanol verarbeitet.

Diese Entwicklung ist nicht neu. Ethanol wurde bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Treibstoff eingesetzt. Eine Vorreiterrolle nimmt dabei Brasilien ein.

Schon direkt nach der letzten großen Ölkrise 1972 startete der brasilianische Staat ein Programm für die Erzeugung von Ethanol aus Zuckerrohr als Ersatz für herkömmlichen Treibstoff.

Laut aktueller Schätzungen könnte die jährlich Menge Ethanol von derzeit 10,2 Mrd. Gallonen auf bis zu 17,2 Mrd. Gallonen im Jahr 2012 steigen.

Auf Grund dieser Wachstumsfantasie zählt Zucker zu den aussichtsreichsten Agrarrohstoffen.

Baumwolle

Baumwolle wird als nachwachsender Rohstoff auf allen fünf Kontinenten angebaut. 2009/2010 wurden weltweit mehr als 24.5 Mio. Tonnen Baumwolle angebaut. Dabei war China mit 17 Mio. Tonnen der Haupterzeuger, gefolgt von Indien  mit mehr als 5 Mio. Tonnen.

Neben New York wird Baumwolle auch an Terminbörsen in Japan und Brasilien gehandelt. Die in Deutschland erhältlichen Hebelprodukte und Zertifikate beziehen sich jedoch auf den in New York an der NYBOT gehandelten Future-Kontrakt der Baumwollsorte Nummer „2“.


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Langfristig ist zu erwarten, dass der Baumwollpreis aufgrund der ständig wachsenden Textilproduktion steigen wird.

Orangensaft

Bei Orangen handelt es sich um ein Landwirtschaftsprodukt, das als Nahrungsmittel sowie als Pflegemittel Verwendung findet.

Aus der Schale wird Orangenöl gewonnen, das als Basis für viele Lotionen und Reinigungsstoffe dient. Das an den Börsen gehandelte tiefgefrorene Orangensaftkonzentrat ist noch eine relativ junge Form eines Rohstoffes.

Orangen werden heute in fast allen Regionen mit tropischem oder subtropischem Klima angebaut.

Doch stammen fast 90% der Orangensaft-Produktion und fast 50% der weltweiten Orangenernte aus Brasilien und aus Florida. Dabei entfallen 54% Marktanteil beim Orangensaft auf Brasilien und 35% auf die USA.

Die Orangenernte erfolgt üblicherweise zwischen Oktober und Dezember. Da die Früchte aber nie zur gleichen Zeit reif sind, ist es nicht möglich, Maschinen bei der Ernte einzusetzen.

Daher ist die Ernte sehr lohnintensiv. Das größte Problem beim Anbau ist das Wetter. Gerade in Florida sind die Plantagen den während der Hurrikan-Saison über das Land wütenden Wirbelstürmen ausgeliefert.

Zusätzlich besteht die Gefahr von Frost während der Ernteperiode. Fällt die Temperatur auch nur für einige Stunden unter den Gefrierpunkt, sind die Orangen nicht mehr zu gebrauchen.

Frostschaden macht die Früchte ungenießbar. Der entstehende Produktionsausfall kann erst in einem Zeitraum zwischen drei und fünf Jahren wieder ausgeglichen werden.

Neben den klimatischen Risiken spielen auch die hohen Kosten für Pflanzenschutz- und Düngemittel eine große Rolle. Orangen werden oft in Monokulturen angepflanzt und sind daher besonders anfällig für Schädlinge.

Kakao

Kakao ist schon seit einigen Monaten auf Grund von heftigen Unruhen an der Elfenbeinküste in den Schlagzeilen.

Die politische Lage in dem westafrikanischen Land ist zwar schon länger instabil. Doch die Nachrichten reichten, um den Abwärtstrend beim Kakaopreis erst einmal zu unterbrechen.

Die Elfenbeinküste kommt beim weltweiten Kakaoexport auf einen Anteil von 40%. Rechnet man andere Staaten wie Ghana, Nigeria und Kamerun hinzu, bringt es der afrikanische Kontinent auf einen Weltmarktanteil von mehr als 60%. Weitere Produktionsländer sind Indonesien, Malaysia und Ecuador, wo ebenfalls feuchtwarmes Klima herrscht.

Nach dem Pflanzen dauert es drei bis fünf Jahre, bis der Kakaobaum erstmals Früchte trägt. Die volle Produktivität erreicht die Pflanze nach etwa zehn Jahren. Insgesamt bleibt ein Baum rund 25 Jahre aktiv. Typischerweise wird zweimal im Jahr geerntet.

Die Haupternte fällt in die Monate Oktober bis März, in denen auch rund 80% der Gesamtmenge anfallen. Im Sommer werden dann die restlichen 20% geerntet. Der Kakao-Baum ist sehr empfindlich, sodass starke Temperaturschwankungen oder Niederschläge sich direkt auf das Ernteergebnis auswirken.

Die wichtigsten Handelsplätze für Kakao sind das New York Board of Trade (NYBOT) und die Londoner LIFFE. Die an deutschen Börsen handelbaren Zertifikate beziehen sich zurzeit auf die LIFFE-Kontrakte.

Bei Kakao ist eine ähnliche Situation wie bei Kaffee zu beobachten. Es hat sich ein strukturelles Defizit aufgebaut. So hat die Intensivierung des Anbaus neben einem gestiegenen Ertrag auch zu einem Anstieg der Kosten für Dünger, Pflanzenschutz und Energie geführt.

Da aber gleichzeitig die Preise stark nachgaben, konnten viele Plantagen nicht mehr wirtschaftlich geführt werden. Im schlimmsten Fall mussten sogar Plantagen geschlossen werden.

Da es aber einige Jahre dauert, bis neue Flächen wieder Kakao liefern, könnte es in den nächsten Jahren dauerhaft zu einem Nachfrageüberhang kommen.

Fazit

Von den hier vorgestellten weichen Rohstoffen bietet Ihnen eine Investition in Zucker das beste Chance-Risiko- Verhältnis. Die Chancen sind vor allem mittel- bis langfristig im Bereich der Ethanolgewinnung zu sehen.

Weiter hohe Rohölpreise werden diese Fantasie bei Zucker weiter anheizen. Im Gegensatz zu den anderen Weichwaren reagierte Zucker in den vergangenen beiden Jahren nicht so stark auf die aktuellen Ernteergebnisse.

Die anderen Weichwaren bieten kurzfristig größere Chancen bei einem erheblich höheren Risiko als Zucker. Vor allem Kakao reagiert sehr stark auf die politische Lage in den Hauptanbaugebieten in Afrika.

Daher ist eine genaue Prognose über die Entwicklung der Marktpreise besonders schwierig.

1. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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