Air Berlin durch Flughafenpanne weiter unter Druck
Die Katastrophe am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg nimmt dieser Tage immer größere Dimensionen an – und keiner will dafür verantwortlich sein.
Statt Anfang Juni diesen Jahres soll der neue Flughafen in Berlin nun erst Mitte März 2013 eröffnet werden.
Für die Stadt und allen voran die ohnehin schwer angeschlagene Fluglinie Air Berlin ein einziges Debakel.
Bereits seit Jahren wird das Drama in Berlin verschwiegen
Doch womit hat das ganze ursprünglich begonnen?
Die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und insbesondere Tegel platzen bereits seit etlichen Jahren aus allen Nähten.
Aus diesem Grund sollte der neue Flughafen Berlin-Brandenburg durch neue und bessere Kapazitäten für eine entsprechende Entlastung des Flugverkehrs in Berlin sorgen.
Nach neusten Erkenntnissen hat sich das Drama zwar bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet, die Verantwortlichen haben jedoch stets Stillschweigen bewahrt und damit etliche Menschen schlicht feige hintergangen.
Bereits Anfang Juni hätte die Eröffnung des Flughafens mehr als anderthalb Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück gelegen.
Eine Tatsache, die stets erfolgreich verschwiegen und verheimlicht werden konnte.
Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro – Keiner will es gewesen sein
Als wäre dies nicht schon genug, scheinen aktuellen Zahlen zufolge bereits jetzt Mehrkosten von 1,2 Mrd. Euro angefallen zu sein, deren Finanzierung im Übrigen noch total ungewiss sei.
Darüber hinaus scheint die Beteiligten nun auch auf juristischem Wege die Verantwortung hin und her schieben zu wollen, um durch diverse Klagen letztendlich einen Sündenbock zu finden.
Wenn Sie mich fragen, ist das ganze absolut lächerlich. Hier hat kollektives Versagen aller Beteiligten stattgefunden und nichts anderes.
Weder die Planung, noch die Durchführung sowie die Kontrolle haben hier in einem auch nur annähernd zufriedenstellenden Maße stattgefunden.
Wie dem auch sei, aktuell will der Betreiber des neuen Flughafens die Architekten verklagen und damit in die Verantwortung nehmen.
Brisant dabei ist, dass der Flughafenbetreiber selbst von der Fluglinie Air Berlin auf Schadensersatz verklagt werden soll.
Ein Kampf an mehreren Fronten.
Trotz Sanierung befinden sich die Fluggastzahlen bei Air Berlin weiterhin im freien Fall
Im Übrigen ist das ganze Debakel rund um den neuen Flughafen aus Sicht von Air Berlin als enorme Belastung zu werten.
Wie bereits mehrfach von mir berichtet, befindet sich die Fluglinie mitten in der Sanierung und hat mit Problemen wie steigendem Wettbewerbsdruck und sinkenden Passagierzahlen ohnehin schon schwer zu kämpfen.
Da kommen die neuen Probleme rund um den Flughafen gänzlich unpassend.
Durch die verschobene Eröffnung kam es zu etlichen Änderungen im Flugplan, welche letztendlich zu einem erneut deutlichen Passagierrückgang führten.
Allein im Juni beförderte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin rund 3,3 Mio. Fluggäste und damit ganze 5,0 % weniger als noch im Vorjahresmonat.
Die beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hingegen zählten im Juni 2012 insgesamt rund 2,3 Mio. Passagiere – ein Plus von 7,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Aktie der Air Berlin bleibt ein klarer Verkauf
Was bleibt ist in meinen Augen ein riesiger Scherbenhaufen.
Ob und insbesondere zu welchem Preis das neue Eröffnungsdatum im März 2013 realisiert werden kann, ist aufgrund dieser Vorgeschichte mehr als unklar.
Zumindest was meine Empfehlung hinsichtlich der Aktie von Air Berlin betrifft, hat sich nichts geändert.
Das Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste und auch die Bemühungen des Managements, die angeschlagene Fluglinie gesund zu schrumpfen, sind immer noch mit vielen Risiken verbunden.
Die Aktie der Air Berlin ist deshalb, nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Katastrophe rund um den neuen Flughafen, weiterhin unbedingt zu meiden.



