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Aktueller Kommentar zur Zinspolitik der US-Notenbank

Das jetzt veröffentlichte Protokoll der jüngsten Ratssitzung der US-Notenbank Fed vom 28. und 29.Juli lässt weiterhin offen, ob die US-amerikanischen Notenbanker bei ihrer nächsten Zusammenkunft im September in Richtung einer Zinserhöhung tendieren oder nicht.

Was für einige Marktteilnehmer und -beobachter scheinbar eine Überraschung ist, verwundert mich keinesfalls. Denn: Warum sollte die Fed eine Zinserhöhung explizit ankündigen, bevor sie beschlossen wird? Ich persönlich kann mir nicht so recht erklären, warum etliche Experten eine vorherige Ankündigung zu erwarten scheinen.

Von der aufgebauschten Zinswende

Fakt ist, dass eine Zinserhöhung kommen wird. Fakt ist aber auch, dass bislang keiner weiß, wann dies der Fall sein wird und dass eine Zinserhöhung nur dann kommen wird, wenn sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keinen Schaden anrichten wird.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass es sich um eine sehr moderate Zinserhöhung handeln wird. Der in den Medien oft verwendete Begriff der Zinswende suggeriert, dass die Zinsen deutlich steigen und wir eine baldige Abkehr der Nullzins-Politik in den USA erleben würden.


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Das ist jedoch – mit Verlaub – Blödsinn! Denn: Augenblicklich liegt der Leitzins in den USA faktisch bei Null. Eine erste Zinserhöhung würde nach meiner Einschätzung sehr wahrscheinlich im Bereich von 15 bis 25 Basispunkten liegen. Das bedeutet: Aus einem Leitzins, der faktisch bei Null liegt, würde ein Leitzins werden, der bei 0,15 bis 0,25% liegen würde.

Vor diesem Hintergrund ist es – zumindest für den Laien – irreführend, wenn man von einer Zinswende spricht. Zwar ist der Begriff formal korrekt, da es sich dabei nach vielen Senkungen erstmals um eine Erhöhung des Leitzins handeln würde. Doch wie schon beschrieben, suggeriert der Begriff ein falsches Tempo und eine falsche Höhe.

Denn die Situation würde sich durch eine Zinserhöhung auf 0,15 oder 0,25% so gut wie gar nicht ändern. Daher verstehe ich das Theater, welches um die bevorstehende Erhöhung des Leitzinses in den USA gemacht wird, ehrlich gesagt nicht so recht. Jetzt aber zu den Inhalten des Protokolls der jüngsten Fed-Sitzung.

Inhalte des aktuellen Sitzungsprotokolls der Fed

„Die meisten Vertreter waren der Ansicht, dass die Bedingungen für eine Straffung der Geldpolitik noch nicht erreicht worden sind, sie stellten aber fest, dass die Bedingungen sich diesem Punkt nähern“, heißt es im aktuellen Sitzungsprotokoll der Fed, das gestern Abend veröffentlicht wurde.

Weiterhin heißt es: „Einige Teilnehmer waren der Meinung, dass die bisher erhaltenen Informationen nicht als Basis für eine angemessene Zuversicht ausreichen, dass sich die Inflation mittelfristig in Richtung des Fed-Ziels von 2% bewegt.“

Aus dem ersten Zitat könnte man deuten, dass eine baldige Zinserhöhung ansteht (möglicherweise schon im September), das zweite Zitat geht jedoch in eine andere Richtung. Daraus lässt sich eher ableiten, dass es noch länger dauern wird. Es wurden also im Rahmen des Protokolls widersprüchliche Signale gesendet.

Hinzu kommt, dass die Sitzung am 28. und 29. Juli stattfand und die Aussagen innerhalb des gestern veröffentlichten Protokolls entsprechend alt sind. Seither belasten Sorgen um die Konjunktur in China die Börsen – auch in den USA.

Ich gehe davon aus, dass es im September noch nicht zu einer Anhebung des Leitzinses in den USA kommen wird. Letztlich ist es aus den zuvor bereits genannten Gründen aber auch relativ egal, ob der Zins im September oder erst später angehoben wird.

Diese Diskussion wird aus meiner Sicht völlig überschätzt, da die Zinsanhebung zu dem Zeitpunkt, an dem sie stattfinden wird und in dem Ausmaß, in dem sie zu erwarten ist, ohnehin so gut wie keine Konsequenzen nach sich zieht.

Was bedeutet das für Sie? Für Sie als Anleger bedeutet das (zumindest dann, wenn Ihre Investments nicht extrem kurzfristig ausgerichtet sind), dass Sie sich entspannt zurücklehnen können und diese Diskussion nicht weiter zu verfolgen brauchen.

20. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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