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Als der Zauberstab keine Ladungen mehr hatte – Teil 2

Der Moment der Entscheidung rückt näher: Heute Abend wird die US-Notenbank der Börsenwelt Aufschluss darüber geben, wie ihre künftige Zinspolitik aussehen soll.

Eigentlich hat die amtierende Notenbank-Chefin, Janet Yellen, schon seit ihrem Amtsantritt – wenn auch stets vage – immer wieder einen Zinsanhebungs-Zyklus angekündigt. Allerdings war der Zeitpunkt dann aus wirtschaftlichen oder arbeitsmarkttechnischen Gründen regelmäßig nicht opportun und wurde zeitlich nach hinten geschoben.

Insofern macht sich die amerikanische Notenbank allmählich ein Stück weit unglaubwürdig, wenn sie weiterhin nur „redet“ statt auch zu „handeln“.

Im gestrigen ersten Teil haben wir noch einmal Revue passieren lassen, wie die Federal Reserve Bank (FED; US-Notenbank) in den zurückliegenden 8 Jahren agiert hat.

US-Arbeitsmarkt: Mission erfüllt!

In Folge der Finanzkrise 2007 stieg die Arbeitslosigkeit in den USA sprunghaft an: Ausgehend von einer quasi Vollbeschäftigungs-Quote von 4,5% im Sommer 2007, gipfelte die Arbeitslosenrate Ende 2009 bei 10,2%!

Da die amerikanische Zentralbank – anders als andere Notenbanken – zusätzlich mit der Steuerung des Arbeitsmarktes betraut ist, waren die in den vergangenen 8 Jahren ergriffenen Maßnahmen zu einem Großteil auf dieses Ziel ausgerichtet.

Mit Erfolg, wie Ihnen der nachfolgende Chart deutlich macht:

us-arbeitslosenrate-17-09-2015

US-Arbeitslosenrate: Inzwischen wieder auf „Normal-Niveau


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Wie in der Grafik zu sehen, liegt die aktuelle Arbeitslosenrate wieder in einem historisch „normalen“ Korridor von 5,0% bis 5,5% (blau unterlegt).

Nebenziel moderate Inflation

Nachdem die Ladungen des Zauberstabes „Zinssenkung“ Ende 2008 erschöpft waren, griff die FED zum Instrument Quantitative Easing: Im Rahmen von 3 Programmen wurden seither mehr als 5 Billionen (5.000.000.000.000) USD durch den Aufkauf von Anleihen in die Wirtschaft gepumpt.

Ein Nebenziel dieser Flutung mit Liquidität war sicherlich eine moderate Inflation, um auf diese Weise, quasi en passant, die Last der Staatsverschuldung zu verringern. Dieses Ziel wurde verfehlt:

Finanzmärkte profitierten von der FED-Politik

Ein großer Teil der Liquidität ist nämlich nicht in die Wirtschaft, sondern über die Banken in die Finanzmärkte geflossen ist. Auch die Kreditinstitute waren Teil des FED-Planes:

Die durch die Finanzkrise schwer angeschlagenen Banken konnten sich praktisch zum Nulltarif Geld von der Notenbank besorgen – und das wurde weidlich ausgenutzt.

Die nachfolgende Grafik macht deutlich, wie der amerikanische Aktienmarkt von der Notenbankpolitik der vergangenen 8 Jahre profitiert hat:

Notenbankpolitik und US-Aktienmarkt-17-09-2015

Auswirkungen der Notenbankpolitik auf den US-Aktienmarkt

Fazit

Bleibt die Notenbank bei ihrer „Droh“-Politik der letzten anderthalb Jahre? Gemäß dem Motto: „Aktienmarkt, wir erhöhen die Zinsen, aber sagen Dir nicht wirklich wann!“

In der Grafik oben ist gut zu erkennen: Die Geldspritzen der FED plus das Quasi-Nullzins-Niveau haben dem US-Aktienmarkt seit 2009 immer wieder zu massiven Kursgewinnen verholfen.

Sollte die US-Notenbank daher heute diese Ära der Niedrigzinspolitik beenden, wäre das ein deutliches Signal auch an die Finanzmärkte. Wenngleich selbst bei einer solchen Entscheidung Fragen bleiben:

Wie nachhaltig, sprich: wie weit werden künftige Anhebungen des Leitzinses sein / reichen? Wie viele Ladungen wird der Zauberstab der US-Zentralbank in einem neuen Zins-Zyklus erhalten?

Mit Blick auf die gigantische US-Staatsverschuldung kann und wird die FED Funds Rate wohl kaum auf früher übliche Niveaus zurückgeführt werden (können). Daher ist fraglich, inwieweit die Wall Street von einem neuen Zinsanhebungs-Zyklus belastet würde.

Ist der US-Arbeitsmarkt inzwischen stabil genug, um eine Änderung der Zinspolitik zu verkraften?

Eines ist wohl gewiss: Weitere QE-Programme werden den Aktienmarkt vorerst nicht mehr stützen. Wie die Grafik zeigt, kamen die Kurse ohne den Rückenwind dieser Geldflutung zuletzt kaum noch voran (blau unterlegt).

Allerdings ist bis heute auch die Frage offen, ob das in die Märkte gepumpte Geld (jemals) wieder abgeschöpft wird. Das wäre für den Aktienmarkt ein wirklich übles Signal.

Warten Sie einfach ab, was passiert

Wie und was auch immer Frau Yellen und ihre Kollegen heute entscheiden werden: Es macht wenig Sinn, darauf im Vorfeld zu spekulieren.

Denn ebenso offen wie die Entscheidung selbst, ist die Reaktion der Finanzmärkte darauf. Aus charttechnischer Sicht besteht – aufgrund der Entwicklung der vergangenen 3 Wochen – eine leicht höhere Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des Abwärtstrends.

Meine Empfehlung an Sie lautet: Warten Sie einfach bis Montag ab, bevor Sie wieder investieren! Schließlich wartet Morgen auch noch ein Hexensabbat (dreifacher Verfallstag für Futures & Optionen) auf uns!

Mehr Unwägbarkeiten gehen kaum.

17. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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