Anleihen – die neuen Rahmenbedingungen für das Top-Investment

Den sogenannten "Bund-Future" haben wir Ihnen bereits mehrfach empfohlen.

Diese Sonderkonstruktion behandelt den Zinssatz der großen deutschen Anleihen.

Sinkt dieser, steigt der Kurs für den Terminkontrakt, den Sie beispielsweise über ein Zertifikat auch in Ihr Depot einbuchen können. Zuletzt markierte das Konstrukt immer neue Allzeit-Rekorde, da die Zinsen in Deutschland immer weiter gesunken sind. Immer noch ist Platz, um von ungefähr 143,0 auf bis zu 147 zu steigen.

Wer gehebelt investieren möchte, kann damit also noch – vergleichsweise sichere – höhere Renditen erzielen. Die Gefahr von Zinserhöhungen ist auf Sicht der nächsten Woche sehr niedrig, da die Zentralbanken eher angekündigt haben, neue Zinspapiere an den Markt zu bringen und/oder aufzukaufen.

Rendite nicht in Gefahr

Das bedeutet: die Rendite von Zinsinvestitionen ist nicht in Gefahr, wenn Sie jetzt in den Bund-Future investieren. Ein Hebel von 4 würde bei Kursgewinnen von 5% immerhin 20% Performance bringen. Wenn dies in einer Zeitspanne von 10 Wochen gelingt, entspricht das einer Jahresrendite von 100%.

Vorsicht: Die Zinsen werden im Laufe des Jahres wieder nach oben drehen, da die Staaten an den Märkten sonst keinerlei Vertrauen mehr herstellen können. Vor allem: Deutlichere Zinssenkungen als aktuell auf 0% in Deutschland (bezogen auf zwei Jahre laufende Anleihen) gibt es kaum.

Insgesamt ist die Situation zudem alarmierend:

  • Acht Euroländer, insgesamt 17 gibt es derzeit, befinden sich in einer tiefgreifenden Rezession.
  • Frankreich konnte dies bislang zwar vermeiden, aber unsere westlichen Nachbarn haben selbst lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0%.
  • Deutschland rechnet noch mit leicht wachsender Wirtschaft, diese aber wird sich nach den jüngsten Umfragen wieder etwas abkühlen. Bleibt die Wirtschaftsleistung unter dem Strich positiv, wäre dies schon ein gutes Zeichen.
  • In Italen sind etwas mehr als 25 Banken von den Rating-Agenturen heruntergestuft worden. Dies ist ein Alarmzeichen bezogen auf die Wirtschaftsleistung, da die Unternehmen und Immobilien-Erwerber von den Kreditfähigkeiten der Institute abhängen.
  • 16 Banken hatte es in Spanien erwischt, sodass Südeuropa insgesamt inzwischen fast ohne die Unterstützung eines Teils der Bankenlandschaft auskommen muss.
  • Demnächst wählt Griechenland. Wenn das Signal, das von dieser Wahl ausgeht, Richtung "Staatsausgaben" geht, wird erneut ein Krisen-Ruck durch Europa gehen. Das bedeutet, die Euroschwäche würde sich gnadenlos fortsetzen.
  • Zur Zeit hat der Euro keinerlei Rückenwind mehr. Auch die Chinesen haben erkennen lassen, dass sie sich lieber um ihre eigene Währung Yuan kümmern werden.

GeVestor meint: Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Ihnen, nicht mehr auf Anleihen aus Europa zu setzen, sondern – wenn – auf diesem Gebiet in den Bund-Future zu investieren. Wir empfehlen sogar, hier zu hebeln, um kurzfristig höhere Renditen bei akzeptablem Risiko mitzunehmen.

28. Mai 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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