Anleihen in der Finanzkrise: Pfandbriefe im Renditecheck

In den nächsten Tagen wird die Eurozone ihr Rettungspaket weiter ausdehnen. Noch weigern sich die Regierungen, offiziell darüber zu sprechen.

Die Gerüchteküche aber brodelt – ein Zeichen dafür, dass die Regierungen anfangen, die Öffentlichkeit vorzubereiten.

Denn: das Rettungspaket wird teuer, besonders für Deutschland. Darüber berichteten wir gestern an dieser Stelle bereits. Wenn Sie Ihr Vermögen also sichern wollen, brauchen Sie hohe Zinsen – oder Sachinvestitionen.

Zumindest sichere Zinsen aber versprechen Pfandbriefe. So jedenfalls lesen Sie in verschiedenen Beiträgen dieser Tage. Der Hintergrund: Pfandbriefe sind besichert durch Immobilien. Grundlage dafür ist der so genannten „Beleihungswert“ von Immobilien, der 10 bis 20% unterhalb des Verkehrswertes angesiedelt ist.

Der wichtige Schutz ergibt sich daraus, dass die Pfandbriefe dann schließlich nur zu maximal 60% genau dieses Beleihungswertes ausgegeben werden dürfen.

Deshalb sind Pfandbriefe sicher: seit mehr als 100 Jahren. Nur: Emittenten der Pfandbriefe sind Banken. Leihen die ihr Geld an falsche Gläubiger aus – etwa Griechenland – kann es theoretisch trotzdem einen Zahlungsausfall geben. Sobald die betreffende Bank Insolvenz anmelden müsste, wird es auch für Pfandbriefe enger.

Sicherheit bleibt hoch

Unter dem Strich bleibt aber die Sicherheit der mit Immobilien hinterlegten Pfandbriefe hoch. Dafür jedoch verzichten Sie auf Rendite:

Pfandbriefe bieten aktuell zwischen 1% und 2% Rendite – mehr nicht. Zudem verzichten Sie bei einer Investition darauf, das Geld jederzeit einzulösen. Börsenhandelbar sind nur so genannte „Jumbo-Pfandbriefe“.

Diese profitieren von der Pflicht, dass drei oder mehr Banken permanent Kurse an den Börsen bereitstellen müssen. Sie dürfen also davon ausgehen, verkaufen zu können. Nur:

Auch diese „Jumbos“ haben niedrige Renditen. Genau betrachtet schaffen Sie kaum mehr als 2% jährlich. Eine Alternative bietet sich durch die Investition in einen Fonds an:

  • Fonds streuen über verschiedene Pfandbriefe hinweg. Dadurch sinkt das Risiko noch einmal.
  • Fonds können aber auch über die Laufzeiten der verschiedenen Wertpapiere die Rendite steuern. Je kürzer diese „laufen“, desto geringer die Rendite, je länger sie laufen, desto höher die Renditen – theoretisch.
  • Der „iShares eb.rexx (R)“ schaffte in den vergangenen drei Jahren 14,82%, meldeten Medien jüngst.

GeVestor meint: selbst diese +14,82% sind aber letztlich kein gutes Kaufargument für Pfandbriefe. Die Rendite von Anleihen insgesamt sinkt. Entsprechen +14,82% noch etwa 4% Jahresrendite, wird sich diese schnell halbieren.

Da wir keine dauerhafte Erholung erwarten, wird auch dieser Fonds das Renditeproblem nicht lösen. Wir empfehlen stattdessen „normale“ Unternehmensanleihen wie von Hornbach mit höheren Zinsen.

27. Oktober 2011
von Janne Joerg Kipp
Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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