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Apple: Was das Apple Auto für die Aktie bedeutet

Wieder einmal brodelt die Gerüchteküche um Apple: Baut der Kultkonzern ein eigenes Auto?

Die Hinweise verdichten sich, auch wenn ein offizielles Statement des iPhone-Herstellers bislang ausblieb. Doch auch das kennt man ja von Apple zur Genüge: Das große Geheimnis rund um neue Produkte ist bereits die halbe Miete der Marketingstrategie.

Was auf den ersten Blick weit hergeholt aussieht, scheint jedoch bei näherer Betrachtung gar nicht so abwegig. Eine Faszination etwa für die neuartigen Elektroautos des Herstellers Tesla hat sogar Apple-Gründer Steve Jobs seinerzeit zum Ausdruck gebracht.

Setzt Apple neue Standards?

Womöglich steht die Automobilindustrie vor dem Beginn einer neuen Ära. Ähnlich wie das iPhone den Markt der Mobiltelefone revolutionierte und das Nutzerverhalten komplett umkrempelte, dürfte auch ein etwaiges „iCar“ (das aber Berichten zufolge keinesfalls so heißen soll) neue Standards setzen.

Zu optimieren gäbe es eine Menge, vom Cockpitdesign über die Software des Bordcomputers bis hin zur Antriebstechnologie, die wohl kaum noch auf klassische Verbrennungsmotoren setzen dürfte – oder aber deren Verbrauch drastisch reduzieren müsste.

Sogar über selbststeuernde Fahrzeuge wird inzwischen spekuliert, angeblich laufen bereits entsprechende Tests. Was für konventionelle Autobauer eher eine Spielerei für das relativ kleine Segment der gut betuchten Kunden darstellt, könnte Apples Visionäre zu neuer Höchstform auflaufen lassen.


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Experimentierfreudige Autospezialisten mit reichlich technischem Branchen-Know-how hat der Konzern jedenfalls in den letzten Jahren rekrutiert, die Voraussetzungen für entsprechende Projekte sind also inzwischen durchaus gegeben.

Was bedeutet das für die Aktie?

Doch was bedeuten diese Pläne für die Aktionäre? Zunächst einmal nicht viel. Es sind vor allem der Hype um die Idee und der Mythos um das Produkt, die wieder für Gesprächsstoff sorgen und Apples Kult-Image weiter festigen. Wer sich von solchen Gefühlen leiten lässt, wird fasziniert sein von den iCar-Berichten. Nüchtern betrachtet ist das  Potenzial allerdings für den Gesamtkonzern vorsichtiger zu bewerten.

Im Gegensatz zu einem Telefon, Tablet oder Computer, die der Normalverbraucher alle paar Jahre austauscht und ein paar hundert Euro oder Dollar auf den Tisch legt, bildet die Anschaffung eines neuen Autos eine andere Dimension.

Das betrifft sowohl den Entscheidungsprozess als auch das Investitionsvolumen. Denn die Erfahrung mit Teslas Elektrofahrzeugen zeigt, dass diese Produkte bislang für die breite Masse wenig attraktiv sind. Sie sind schlichtweg zu teuer. Elektromotor hin oder her, als hinreichendes Kaufargument taugt das noch nicht bei einem Preisunterschied von mehreren zehntausend Euro beziehungsweise Dollar.

Da sich Apple auch sein Firmenlogo bekanntlich mit hoher Gewinnmarge vergoldet, dürfte noch erschwerend hinzukommen. Stattdessen werden die Entwicklungskosten im Vergleich zum zu erwartenden Gewinn, zumindest in den ersten Jahren, deutlich überwiegen.

Geringer Anteil am Gesamtumsatz

Zwar würden sich sicherlich Abnehmer für ein Apple-Auto finden, allein schon wegen des Kults um die Marke, aber auch, weil man dahinter hochwertige technische Standards auf dem neuesten Stand der Entwicklung erwartet.

Und sicherlich ließe sich auch mit vergleichsweise geringen Stückzahlen ein durchaus beachtlicher Gewinn erzielen. Doch dessen Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns wäre wohl zu gering, als dass er für Apples Börsenwert eine fundamentale Rolle spielen würde.

Die Entwicklungs- und Produktionskosten für das – potenzielle – Apple-Auto wären ungleich höher, die Absatzzahlen drastisch niedriger und die Gewinnmarge pro Stück ebenfalls nicht vergleichbar mit Kassenschlagern wie iPhone oder iPad.

Apples Goldesel bleibt das iPhone

Zwar ist es durchaus denkbar, dass der Konzern mit derart innovativen Ansätzen die Automobilbranche aufrüttelt, dass andere Hersteller nachziehen und ihre Modelle radikal nach Apples Vorbild optimieren. Ein Wandel hin zu höheren Reichweiten und geringerem Verbrauch der Motoren sind schließlich bereits jetzt zu beobachten.

Doch bis Apples Auto, so es denn Marktreife erreicht, zum typischen Straßenbild gehört, werden wohl nicht nur Jahre, sondern eher Jahrzehnte vergehen. Vieles spricht dafür, dass Apple eher den Weg ebnen wird zu technologischen Neuerungen, die dann wiederum Einzug finden in die Modelle der klassischen Autobauer. Ernsthafte Konkurrenz für BMW, Daimler oder Volkswagen ist durch den Technologiekonzern eher nicht zu befürchten.

2015-02-19 Apple

Als Aktionär kann man sich also getrost zurücklehnen, ohne sich über hohe Investitionskosten oder geringe Gewinnpotenziale den Kopf zu zerbrechen. Man sollte allerdings auch nicht auf einen so großen Erfolg hoffen, wie ihn einst das iPhone praktisch über Nacht mit sich brachte.

Stattdessen gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und Apple als das zu betrachten, was es ist: Das wertvollste Unternehmen der Welt, mit enormen Wachstumsraten, einer großen Anhängerschaft, einem erstaunlich zuverlässigen Dauer-Goldesel namens iPhone – und einem Hauch von Mythos.

21. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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