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ASML: Milliarden-Deal rüttelt Halbleiterbranche durch

Das Übernahmekarussell in der Halbleiterbranche dreht sich munter weiter. Gerade erst hat der Chiphersteller NXP sein Halbleitergeschäft an chinesische Finanzinvestoren verkauft, da kommt bereits der nächste Milliarden-Deal um die Ecke. Dieses Mal meldet sich Europas größter Chipzulieferer ASML zu Wort.

Der niederländische Konzern plant den Rivalen Hermes Microvision (HMI) aus Taiwan zu schlucken und legt eine Offerte über 2,75 Milliarden Euro auf den Tisch. Das entspricht einem Aufschlag von 31% auf den 30-Tagesdurchschnittskurs der Hermes Microvision-Aktie. Die Übernahme wird durch erfolgt in bar und soll im vierten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

ASML ist scharf auf neue Technologien

Zugegeben, im Vergleich zu ASML ist der Taiwanese HMI ein Zwerg. Mit 700 Mitarbeitern kam der Konzern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 182 Millionen Euro. Für Sie zum Vergleich: ASML erzielte zuletzt mit 15.000 Mitarbeitern einen Jahreserlös von 6,4 Milliarden Euro.

Aber vielmehr als an zusätzlichem Umsatz, dürften die Niederländer an der Technologie der Taiwanesen interessiert sein. Denn das Know-How, dass HMI zu bieten hat, ist bei ASML noch nicht im Programm.


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HMI hat sich auf das Prüfen von sogenannten Wafern spezialisiert: Die Taiwanesen testen mit speziellen Rasterelektronenmikroskop-Verfahren nach der Belichtung, ob elektrische oder physikalische Defekte auf den Siliziumscheiben vorhanden sind. Die beiden Firmen arbeiten bereits seit zwei Jahren zusammen.

Kaufpreis erscheint ziemlich ambitioniert

Die Offerte erscheint auf den ersten Blick recht teuer. Immerhin legt ASML das 15-Fache der Umsätze auf den Tisch. Rechnen könnte sich der Deal aber trotzdem.

Gemeinsam sehen die beteiligten Firmen das Potential für den Markt der Qualifizierung, Überwachung und Kontrolle auf einen Marktwert von bis zu 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 ansteigen – über die kommenden Jahre soll sich die Investition von ASML deshalb auszahlen.

In Zukunft will ASML ein Produkt aus einer Hand liefern, was die Ausbeute steigern und im Endeffekt die Kosten für die Betreiber der Fabriken, in denen die Wafer letztlich in Serie produziert werden, senken soll.

Kostendruck zwingt Chip-Unternehmen zum Handeln

Bereits seit einigen Quartalen fällt die hohe Transaktionshäufigkeit in der Chip-Branche auf. Beispiele gibt es zuhauf. Zu den spektakulärsten Deals zählten mit Sicherheit die Übernahme von Altera durch Intel für 16,7 Milliarden Dollar oder auch der Kauf von Fairchild durch ON Semiconductor für 2,4 Milliarden Dollar. Aber was sind die Gründe für die hohe Übernahmeaktivität?

Die Ursachenforschung fördert diverse Gründe zu Tage, warum viele Chip-Konzerne ihre Geschäftsfelder neu justieren. Zum einen müssen sich die Halbleiterkonzerne an die veränderten Marktgegebenheiten anpassen. Denn die Kunden werden immer anspruchsvoller.

Heute genügt es nicht mehr einfach nur Schaltkreise herzustellen. Konkret bedeutet das für die Unternehmen, dass ein Halbleiterhersteller seine Kunden nicht mehr allein mit einzelnen Komponenten, sondern mit ganzen Systemen und Modulen beliefert, um seinen Kunden damit einen Teil ihrer Entwicklungsarbeit abzunehmen.

Aber das hat eben auch seine Schattenseiten. Die zunehmend komplexer werdenden Technologien verlangen immer höhere Ausgaben für die Forschung und Entwicklung – auch bei den Zulieferern. Zuletzt gab ASML rund 17% der Umsätze wieder für Forschung und Entwicklung aus. In 2005 lag die Quote erst bei 10,7%.

Analysten rechnen mit deutlichem Gewinnanstieg

Dabei schlägt sich der europäische Marktführer in dem anspruchsvollen Marktumfeld noch recht gut. Die Gewinnspanne liegt seit 2010 immer über 19%. Unterdessen zeigen sich die Analysten optimistisch.

Diese rechnen im nächsten Jahr (2017) bei einem Anstieg der Erlöse auf 7,38 Milliarden Euro (+12,7%) mit einem Gewinnsprung auf 4,13 Euro je Aktie (+29,8%). Damit wird der Konzern aktuell mit dem 20-Fachen der erwarteten Gewinne an der Börse bewertet.

17. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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