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Attraktive Übernahme-Chance Twitter? – Immer schön langsam

Als Chefredakteur des Börsendienstes „Übernahme-Gewinner: American Targets“ häuft sich eine bestimmte Leseranfrage: Herr Gravenkötter, was ist mit Twitter? Wann planen Sie den Einstieg?

Meine Antwort: Derzeit gar nicht. Viele Privat-Anleger halten eine Übernahme aufgrund der jüngsten Berichterstattung als ausgemachte Sache und wähnen schon den hohen Gewinn.

Doch so einfach ist das natürlich nicht an der Börse.

Vorherige Übernahme-Spekulationen fielen ins Wasser

Eins ist eindeutig: Twitter ist Übernahme-Kandidat – nicht nur aufgrund der aktuellen Gerüchte, sondern schon lange.

Gerüchte, dass der Social Media-Dienst vor einer Übernahme steht, gibt es seit Jahren. Doch bislang lösten sich die Gerüchte immer wieder in Luft auf.

Und das hatte gravierende Folgen für die Investoren. Denn die Kursentwicklung war immer nur Gerüchte-getrieben positiv.

Verflüchtigten sich die Gerüchte, ging es mit dem Aktienkurs stark nach unten: Wer 2013 investierte und auf einen Deal setzte, liegt trotz der jüngsten Rally heute 48% im Minus – Hälfte weg, statt Übernahme-Gewinn.

Wer im Herbst 2014 oder im Frühjahr 2015 auf einen Deal setzte, liegt sogar mehr als 50% im Minus.


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Phantasie-Preise werden bestimmt nicht gezahlt

Die Kursverluste sind nicht unbegründet. Twitter ist in den vergangenen Quartalen so gut wie nie den Erwartungen des Marktes gerecht geworden. Auf heutiger Basis liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei über 40.

Stimmen die Analysten-Schätzungen, wird Twitter heute selbst mit Blick auf den Gewinn von 2020 mit einem KGV von über 20 bewertet.

Die Frage die sich daher stellt, ist, ob ein Einstieg nach dem 20% Anstieg am vergangenen Freitag noch lohnenswert ist.

Dazu muss auf die Gewinnchance und das Verlust-Risiko geschaut werden. Was könnte Twitter im Falle einer Übernahme für einen Preis rausschlagen?

Zunächst einmal: Die Allzeithochs bei 73 Dollar spielen keine Rolle. Es gibt ein Gerücht, dass Twitter 30 Mrd. Dollar verlangt – also 43 Dollar je Aktie.

Da scheinen Wunsch und Wirklichkeit allerdings sehr weit auseinander zu liegen.

Durchschnittliche Gewinn-Erwartung (großzügig!) im Falle eines Deals 26,5%

Nehmen wir einen realistischen Preis und unterstellen Twitter wird wie LinkedIn bewertet. Dann wäre der Übernahme-Preis 26 Dollar und das weitere Kurspotenzial auf Basis des aktuellen Kurses 9,5%.

Nehmen wir an, dass für Twitter auf Basis des 30 Tage-Durchschnittskurses eine 40% Prämie gezahlt wird, landen wir bei 28 Dollar – Gewinn-Potenzial 17,9%.

Wenn wir davon ausgehen, dass Twitter sehr begehrt ist, Disney, Microsoft, Google, salesforce oder andere der Ansicht sind, dass Twitter so optimiert werden kann oder einen so hohen strategischen Wert besitzt, dass sogar 30 Dollar fair sind, beträgt das Gewinn-Potenzial 26,5%.

Wahrscheinlichkeitsgewichtet (großzügig) mit 40% (26 Dollar) 40% (28 Dollar) und 20% (30 Dollar) beträgt die Gewinn-Chance auf Basis des aktuellen Kurses im Falle einer Übernahme 16,5%.

Citi: Rückschlag-Gefahr bei 40%

Was aber wenn es keinen Deal gibt?

Einige Analysten erachten aufgrund des geringen Wachstums bei Umsatz und Nutzern einen Übernahme-Preis oberhalb des aktuellen Aktienkurses für wenig wahrscheinlich, andere setzen den Übernahme-Preis auf 22 – 23 Dollar.

Das würde Twitter allerdings nicht mitmachen. Wenn die Verhandlungen scheitern und es keinen Deal gibt, dann könnte die Aktie stark zurückfallen.

Am wahrscheinlichsten wäre dann 18 Dollar (-24%). Zu diesem Preis wurde die Aktie gehandelt, bevor die Gerüchte aufkamen.

Analysten von Oppenheimer glauben nicht, dass eine Übernahme viel mehr als 17 Dollar bringen würde, haben dort auch ihr Kursziel und Analysten der Citibank sehen sogar die Gefahr, dass die Aktie 40% verliert, wenn es keinen Deal gibt.

Wenn Sie im Schnitt davon ausgehen, dass die Twitter-Aktie ohne Deal auf 17 Dollar zurückfällt, dann brauchen Sie eine Übernahme-Wahrscheinlichkeit von über 60% damit ihr Chance-Risiko-Verhältnis gerade eben positiv wird.

Mein Fazit

Rennen Sie nicht irgendeinem Wunsch-Szenario hinterher. Ein Einstieg lohnt sich nicht.

Es gibt eine Übernahme-Chance, aber eben auch ein Verlust-Risiko – und US-Übernahme-Kandidaten, die deutlich attraktiver sind.

27. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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