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Aufsichtsrat: Versteckte Macht hinter den Vorständen

Aufsichtsräte kennt in Deutschland fast niemand.

Vorstand und Topmanager von Aktiengesellschaften stellen sich regelmäßig den Medien, verkünden Strategien, Versprechungen, neue Zahlen.

Wer jedoch langfristig Geld verdienen möchte, braucht starke Aufsichtsräte. Als Aktionär können Sie dieses Instrument sogar für Ihre Aktienauswahl verwenden.

Überwachung: die zentrale Aufgabe

Eine AG setzt sich zusammen aus den Eigentümern auf der einen Seite, also Ihnen, den Mitarbeitern inklusive Vorstand auf der anderen Seite sowie dem wichtigsten Kontrollgremium: dem Aufsichtsrat.

Der hat nach dem Aktiengesetz im Prinzip nur eine Aufgabe: er kontrolliert und überwacht den Vorstand „Ihres“ Unternehmens. Achtung: diese Regelung bezieht sich nur auf Deutschland.

In anderen Ländern können Überwachung und Leitung deutlicher zusammen in einem Gremium liegen – dem „board“.

Konkret beaufsichtigt und kontrolliert der Aufsichtsrat, in dem er sowohl die Abschlüsse prüft als auch einzelne in der Regel größeren Geschäften zustimmen muss.


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Ein prominenteres Beispiel finden Sie im Profi-Fussball: Selbst Branchengrößen wie FC-Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge muss sich Geschäfte ab einem Volumen von 20 Millionen Euro nach diversen Zeitungsberichten vom Aufsichtsrat genehmigen lassen.

Schließlich kann der Aufsichtsrat den Vorstand zusätzlich beraten. Dies regeln die Gesellschaften in ihren eigenen Verfassungen.

Wichtig: Aufsichtsrat bestimmt über Vorstand

Bevor der Vorstand jedoch tätig wird, nimmt ihn der Aufsichtsrat unter Vertrag. Bei Aktiengesellschaften läuft der entsprechende Vertrag über 5 Jahre (Maximum). Der Vorstand kämpft damit an zwei Fronten:

Einmal um die Zustimmung durch den Aufsichtsrat, dann um die Zustimmung durch die Eigentümer, also Sie als Aktionär und Investor. Da der Aufsichtsrat sehr viel näher am Geschehen sitzt, ist die Qualität des Aufsichtsrates wichtig.

Bei Aktiengesellschaften mit mehr als 2.000 Beschäftigten kommt fast die Hälfte des Aufsichtsrates aus dem Kreis der Aktionäre, nahezu die andere Hälfte aus der Mitarbeiterschaft sowie Gewerkschaftsvertreter.

Die Aktionäre wählen auf der Hauptversammlung die Aufsichtsratsmitglieder aus ihrem Kreis, die Mitarbeiter in unternehmenseigenen Wahlen deren Mitglieder.

Als Aktionär haben Sie damit „nur“ Einfluß über die Hauptversammlung und sind faktisch vom Vorschlag der Großaktionäre abhängig: in der Regel Banken.

Aufsichtsrat: oft in der Hand der großen Aktionäre

Dies erklärt, warum die Aufsichtsräte oft aussehen wie ein Ringtauschsystem. So sind zahlreiche Bänker in verschiedenen Aufsichtsräten, so sind Industrievorstände bei Beteiligungen gleichzeitig Aufsichtsräte. Für Sie ergibt sich damit folgendes Bild:

  • Aufsichtsräte helfen Ihnen immerhin zu etwa 50%, Ihre Interessen als Aktionär wahrzunehmen.
  • Die Wahl von Aufsichtsräten können Sie kaum beeinflussen – dies machen Großinvestoren unter sich aus.
  • Trotzdem ergibt das Bild der Aufsichtsräte für Sie eine wertvolle Grundlage für Aktienentscheidungen. Kritische Aufsichtsräte wahren Ihre Interessen besser als bloße „Ja“sager.

GeVestor meint: dies ist einer der Gründe dafür, dass wir Staatsunternehmen sowie ehemaligen Staatsunternehmen oft fern stehen. Im Aufsichtsrat tummeln sich oft Politiker, die dieses Fach nicht beherrschen.

Reine Industrieunternehmen oder Geldinstitute wie Banken, aktuell aber Versicherungen sind unter diesem Gesichtspunkt die bessere Wahl.

27. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.