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Australiens Energieversorgung vor Umbruch: In 10 Jahren zum Null-Emissionsland?

Für die Kleinigkeit von 260 Milliarden Euro könnte sich Australien in den nächsten 10 Jahren zu einem Null-Emissionsland weiterentwickeln. Dieser Betrag wäre nötig um den Ausbau von Wind- und Solarenergie weiter zu fördern. Aktuell sieht die Umweltbilanz in Down Under alles andere als gut aus.

Der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2-Emissionen in Australien ist vergleichbar mit jenem der US Bürger. Ob sich daran in der nächsten Dekade etwas ändert, wird vom politischen Willen abhängen.

40% mehr Stromverbrauch bis 2020?

Dass es möglich wäre, den CO2 Ausstoß in den nächsten 10 Jahren auf Null zu reduzieren, belegt ein Bericht, der vom Energy Research Institute der Universität Melbourne, der Umweltorganisation Beyond Zero Emissions und dem Ingenieurbüro Sinclair Knight Merz verfasst wurde.

Die Verfasser haben bereits berücksichtigt, dass sich der australische Stromverbrauch bis 2020 wahrscheinlich um 40% erhöhen wird. Begründet wird dieser Anstieg mit der zu erwartenden Ablösung von Öl und Gas. Verbesserungspotential besteht durch eine Steigerung der Effizienz und dem Ausschöpfen weiterer Möglichkeiten des Energiesparens.

Der Energieverbrauch ließe sich dadurch um 3,5 bis 4,0% pro Jahr reduzieren, sodass sich langfristig ein Einsparpotential von bis zu 50% ergibt.


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Dass dazu nicht unbedingt technische Wunderleistungen notwendig sind, zeigt ein Vergleich mit Deutschland. Der Energie-Pro-Kopf-Verbrauch eines Deutschen liegt heute schon um ein Drittel unter jenem der Australier.

In Australien wird anerkannt, dass Deutschland nicht nur einen hohen Lebensstandard erreicht habe, sondern es wird auch gesehen, dass die deutsche Industrie im metallverarbeitenden Gewerbe bei der Herstellung ihrer Produkte einen hohen Standard erreicht hat, der sich auch in einem deutlich geringeren Energieverbrauch und in niedrigeren CO2-Emissionen niederschlägt.

Sonne und Wind als die Hauptenergieträger der Zukunft

Soll die australische Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden, sei laut der Untersuchung die Installation von 23 Windparks mit insgesamt 6.500 7,5 Megawatt Windturbinen erforderlich. Zudem wird der Bau von 12 gigantischen Solar-Wärmekraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 3.500 Megawatt vorgeschlagen.

Zur Speicherung des Stroms sind Tanks mit geschmolzenem Salz in unmittelbarer Nähe der Anlagen zu errichten. Der Flächenbedarf wird auf 230 Quadratkilometer geschätzt.

Wird das Konzept umgesetzt, so sollen am Ende 60% der benötigten Stromenergie mittels Photovoltaik und die verbleibenden 40% aus Windenergie gewonnen werden. Eine Ergänzung durch kleinere Solaranlagen, Biomasse und die Nutzung der Wasserkraft ist vorgesehen.

Die zusätzliche Emissionen für die Herstellung und den Bau der Anlagen würden nur etwa 3% betragen, verglichen mit dem aktuellen Zustand, wenn man diesen nicht verändern würde.

Die Experten glauben, dass Australien auf Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung (CCS) verzichten könne. Der Nachteil dieser Kraftwerkstypen besteht unter anderem darin, dass sie während ihres Lebenszyklus höhere Emissionen aufweisen und zudem die Bauphase länger ausfällt und damit höhere CO2-Emissionen anfallen.

Hohe Kosten, geringe politische Unterstützung

Die Gesamtkosten einer Umstellung beziffern die Autoren des Berichts auf 370 Mrd. Australische Dollar (AUD). 92 Mrd. AUD wären für den Netzausbau notwendig, 175 Mrd. AUD müssten in die Solar-Wärmekraftanlagen investiert werden. Für den Ausbau der Windenergie wird ein Aufwand von 72 Mrd. AUD kalkuliert.

Legt man diesen Gesamtaufwand von umgerechnet 260 Mrd. Euro auf das australische Bruttoinlandsprodukt um, so müssten jährlich 26 Mrd. Euro oder rund 3% des BIP für Wandel in der Energiepolitik ausgegeben werden.

Allein von den Stromkunden ist diese Mehrbelastung nicht zu schultern. Die Strompreise würden während der zehnjährigen Umstellungsphase um durchschnittlich 30% steigen. Anschließend würden die Stromkosten jedoch wieder sinken.

Soll das ehrgeizige Projekt umgesetzt werden, so ist also die politische Unterstützung unabdingbar. Ob sie gewährt wird ist zweifelhaft, denn sowohl im australischen Energieministerium als auch bei den Energiekonzernen stießen die Vorschläge der Studie bislang auf wenig Begeisterung.

25. August 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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