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Banken: Wohin man schaut – zu hohe Risiken

Wenn ich im ersten Jahr meiner Ausbildung zum Bankkaufmann eine Ausarbeitungen so vorgelegt hätte, wie die Banken heute real handeln, dann hätte sich mein Ausbildungsleiter an der Sparkasse verzweifelt die Haare gerauft.

Er hätte mir zu Recht die Unfähigkeit der Ausbildung zum Bankkaufmann bescheinigt. Und hätte ich in der Prüfung zum Bankkaufmann die Geschäfte der Sparkassen und Banken so dargestellt und als sinnvoll bezeichnet, wie diese heute handeln, wäre ich wohl rasant durchgefallen.

Sicheres Zinsgeschäft: Das versteht jedes Kind

Stellen Sie sich vor, Sie können sich 10.000 Euro für 2 Jahre zum festen Zinssatz von 5% leihen. Sie haben das Recht, diese 10.000 Euro vorzeitig zu tilgen. Gleichzeitig können Sie 10.000 Euro für 1 Jahr zum festen Zinssatz von 7% verleihen. Entsprechende Sicherheiten hinterlegt Ihr Schuldner bei Ihnen.

Sie haben langfristig aufgenommene Gelder kurzfristig ausgeliehen und dabei einen schönen Zinsgewinn erzielt. Ein narrensicheres Geschäft, das „jedes Kind“ versteht.

Goldene Bankregel

Dieses Geschäft entspricht der „goldenen Bankregel“. Das war das solide Geschäft der Banken, das man uns Ende der 60-er Jahre gelehrt hatte.

Unsicheres Zinsgeschäft nur für Zocker

Nehmen wir an, im obigen Beispiel würden Sie sich das Geld für 1 Jahr zum Zins von 5% leihen und Sie verleihen es für 2 Jahre zum Zins von 7%. Auch hier haben Sie einen Zinsvorteil. Sicher erkennen Sie sofort das unkalkulierbare Risiko:

Sie können sich nach einem Jahr das Geld zwar neu leihen (das setze ich voraus), aber Sie wissen nicht zu welchem Zinssatz. Wenn sich der Zinssatz dann auf 8% verändert, verbuchen Sie im zweiten Jahr einen Verlust. Stiege der Zins aus irgendeinem Grund auf 10% oder höher, liefe das Gesamtgeschäft in den Verlust.


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Ein solide kalkulierender Kaufmann würde dieses unsichere Geschäft wohl kaum tätigen. Ein Zocker wohl eher.

Nun hält sich das Risiko in diesem Beispiel mit der Summe von 10.000 € in Grenzen. Wenn daraus aber Millionen oder Milliarden werden, summiert sich ein Zinsverlust aus diesem Geschäft schnell zu einem unkalkulierbaren Risiko.

Fristentransformation verklausuliert unkalkulierbares Risiko der Banken

Genau diese Art von Geschäften ist es, die die Banken betreiben. Wohl damit es der „Mann auf der Straße“ und, das sei hinzugefügt, gerade jetzt, wo die DAX-Konzerne eine Frauenquote einführen sollen oder wollen oder müssen, auch die „Frau auf der Straße“ nicht verstehen, hat die Bankenwelt dafür das kreative und unverständliche Wort „Fristentransformation“ kreiert.

Fristentransformation = Pulverfass

In dem Heft „die bank – Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis“ ist ein Artikel zur Fristentransformation mit den Worten überschrieben: „Stabilisierung des Geschäftsmodells: Fristentransformation als Ertragsquelle“

Nett verklausuliert, meine ich. Ich würde es so nennen: „De-Stabilisierung des Geschäftsmodells: Fristentransformation als Pulverfass“

Fristentransformation und eine Milchmädchenrechnung

Per 31.12.2010 weist die Deutsche Bank eine Bilanzsumme von 1.906 Milliarden Euro (knapp 2 Billionen) aus. Laut Bilanz beträgt das „den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital“ 48,8 Milliarden Euro. Das sind 2,56% der Bilanzsumme.

Würde die Deutsche Bank die Fristentransformation in Höhe ihrer Bilanzsumme tätigen und es ginge um 3% daneben, wäre das „den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital“ mehr als aufgebraucht.

Ich weiß: Diversifizierung verhindert, dass diese Milchmädchenrechnung aufgeht. Aber auf welch explosivem Pulverfass diese Fristentransformation basiert, wird trotzdem deutlich.

Banken: Wohin man schaut – zu hohe Risiken

Das, was in den 60-er und 70-er Jahren noch Basiswissen für angehende Bankkaufleute war, wird heute von den Banken konterkariert.

Das Ergebnis: Wohin man auch schaut, viele Banken gehen zu hohe Risiken ein. Der gesunde Menschenverstand reicht aus, um zu verstehen, dass das der falsche Weg ist, der früher oder später scheitern muss.

Zum guten Schluss: Der 19.10.1879, also genau heute vor 132 Jahren, gilt als der Tag, an dem Thomas Alva Edison die (nun per EU-Verordnung abgeschaffte) Glühbirne entwickelte. Von Edison stammt mein heutiges Zitat:

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“

Wer an der Börse zu schnell aufgibt, findet nie den „Weg zum Erfolg, indem er es doch noch einmal versucht.“ Ich wünsche Ihnen Erfolg an der Börse

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

19. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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