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Bankenrettung in Deutschland teurer als erwartet

Der deutsche Leitindex DAX hat heute überraschend schnell einen Angriff auf die 9.000-Punkte-Marke gestartet. Das Tageshoch lag bei 8.987 Punkten.

Am Ende fehlte den Investoren aber doch der Mut, auch noch den letzten Schritt zu gehen. Der DAX gewann zwar knapp 1%, blieb jedoch mit 8.947 Punkten deutlich unter dem Tageshoch.

Und wieder einmal zeigte sich: Eine runde Index-Marke wird selten im ersten Anlauf genommen.

Die große Rechnung kommt noch

Gestern habe ich mich hier im Schlussgong einem Dauerthema, den Banken, gewidmet. Dieses Thema wird uns auch heute beschäftigen. Auch heute geht es um die Nachwirkungen der Finanz- und Bankenkrise.

Laut einem aktuellen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) bezahlt Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel Geld für die Rettung der heimischen Banken.

Die Hilfszahlungen an die deutschen Banken in Höhe von rund 290 Mrd. Euro sollen bis zu 11% der deutschen Wirtschaftsleistung ausmachen.


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Nur in den Krisenländern Griechenland und Irland kommt die Bankenrettung gemessen an der jeweiligen Wirtschaftsleistung den Steuerzahler noch teurer zu stehen.

USA stellt sich geschickter an als Deutschland

Der „amerikanische Weg“ führte zu einer Zwangskapitalisierung und Teilverstaatlichung der Banken. In Deutschland schreckte die Bundesregierung in den Jahren 2008 und 2009 davor zurück und entschied sich, einen anderen Weg zu gehen.

Aus Sicht der damaligen großen Koalition hätte eine zwangsweise Verstaatlichung großer Banken gegen die Grundregeln der Marktwirtschaft verstoßen.

Deshalb entschloss man sich hierzulande dazu, Banken im äußersten Fall durch stille Einlagen zu helfen. Dieser Vorgang schonte vor allem die Gläubiger – nicht aber den Steuerzahler.

Ausgerechnet in den USA, die als extrem wirtschaftsfreundlich gelten, gab es ähnliche Bedenken wie die der großen Koalition in Deutschland offensichtlich nicht.

Daher lud die amerikanische Regierung damals die Chefs der großen Banken nach Washington ein und zwang ihnen das Geld der Steuerzahler förmlich auf und  erhielt Aktien der Banken als Gegenwert für die überlassenen Steuergelder.

Da sich die Banken in den USA seither positiv entwickelt haben, sind die Hilfszahlungen in voller Höhe zurückgeflossen und der Staat machte sogar noch Gewinne durch die Veräußerung der Bank-Aktien.

Während in den USA die Hilfsgelder vollständig zurückgeflossen sind, beträgt die Rückzahlungsquote in Deutschland gerade einmal 15%.

IWF-Bericht zum Teil mit Vorsicht zu genießen

In diesem Zusammenhang muss allerdings erwähnt werden, dass der IWF-Bericht in einigen Punkten mit Vorsicht zu genießen ist.

Die vergleichsweise sehr kleine Rückzahlungsquote der Hilfsgelder für Banken in Deutschland resultiert beispielsweise auch daraus, dass der IWF die Rettungskosten aus meiner Sicht falsch definiert.

Denn 90% der Summe, die der IWF als Rettungskosten tituliert, bezieht sich auf die beiden sogenannten „Bad Banks“ der Hypo Real Estate und der ehemaligen WestLB.

Der entscheidende Punkt: Dabei werden nicht deren Verluste eingerechnet, sondern die vollen Bilanzsummen. Das verzerrt die Statistik erheblich, weil die Höhe der tatsächlich geflossenen Hilfsgelder nicht der Bilanzsumme der „Bad Banks“ entspricht.

Fazit: Genauer Ausgang offen

Wie hoch die Verluste sein werden, die durch die Abwicklung der „Bad Banks“ am Ende tatsächlich entstehen, weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand.

Fakt ist aber, dass die amerikanische Regierung bei der Bankenrettung einen schnelleren Weg gefunden hat.

22. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.