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Bares für die Aktionäre der Rhön-Klinikum AG

Schaut man sich die Liste der Tagesgewinner und Verlierer in den deutschen Teilindizes an, fällt einem für den gestrigen und heutigen Tag sofort die MDAX-Aktie der Rhön-Klinikum AG auf.

Vom Schlusskurs am Freitag  bei 20,22 € kletterte der Wert im Handel der letzten beiden Tage  auf ein heutiges Hoch bei 21,15 €, was einem Kursgewinn von +4,59% entspricht. Keine schlechte Performance für ein Unternehmen, das mit dem Verkauf von 43 Kliniken und 15 medizinischen Fach-Versorgungszentren einen Großteil seines Geschäftes verliert.

Was bleibt ist ein Rumpfkonzern

Was verbleibt ist ein Rumpfkonzern, der sich wirtschaftlich erst wieder neu aufstellen muss, die alten Konzern- und Verwaltungsstrukturen passen nicht mehr zum verbleibenden Rest. Die Gewerkschaften fürchten einen massiven Stellenabbau an den verbleibenden Standorten, Familien bangen um ihre Existenz.

Da ein Stellenabbau an der Börse in der Regel gut ankommt und deshalb mit Kursgewinnen honoriert wird, liegt auch im Fall der Rhön-Klinikum AG die Vermutung nahe, die Kursgewinne stünden hiermit in direkten Zusammenhang.

Geldregen für die Altaktionäre

Doch weit gefehlt, der Gewinn der Aktionäre beruht diesmal nicht auf dem Leid der gekündigten Mitarbeiter. Vielmehr winkt den Aktionären Bares.


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War im Zusammenhang mit den Verkaufsnachrichten schon kolportiert worden, der Kaufpreis von knapp 3 Mrd. Euro solle zum Teil direkt den Aktionären zukommen, verdichten sich seit dem Wochenende die Gerüchte. Denn Aufsichtsratschef Eugen Münch, immerhin mit 12,5 Prozent am Unternehmen beteiligt, hat einen konkreten Vorschlag gemacht, wie der Geldregen seiner Ansicht nach verteilt werden könnte.

Die seit Wochen im Raum stehende Sonderausschüttung oder eine Sonderdividende lehnt er ab, er kann sich vielmehr vorstellen, dass der Vorstand mit einer einfachen Stimmenmehrheit der Aktionäre eine „Kapitaleinziehung“ macht.

Was hinter der Verklausulierung „Kapitaleinziehung“ steckt, ist rasch erklärt, das Unternehmen kauft einfach seine eigenen Aktien zurück. Münch denkt dabei ganz groß, er glaubt, dass bis zu 50% der umlaufenden Anteile eingezogen werden können und die Aktionäre dann entsprechend in Bar entschädigt werden.

Wenn sich der Vorstand die Gedanken ihres obersten Aufsehers Zueigen macht, stehen die Chancen gut, dass der Deal auch die erforderliche einfache Stimmenmehrheit (mind. 50%) in der anzuberaumenden Hauptversammlung erhält.

Denn wertet man die ad hoc-Meldungen der letzten Wochen zur Rhön-Klinikum AG aus, stellt man fest, dass fast 50% der Stimmrechtsanteile bei nur einigen wenigen Investoren liegen. Und warum sich ein Großteil der Eigner erst in den letzten Monaten, vor allem aber erst NACH dem Verkauf an Fresenius eingekauft haben, wird schon seine Bewandtnis haben.

Deshalb gehen die Börsianer davon aus, dass in Kürze das Füllhorn über sie ausgeschüttet wird. Und wenn es stimmt, dass für jede eingezogene Aktie ein Ausgleich von 28,00 € gezahlt werden soll, hat der Kurs vom heutigen Standpunkt aus betrachtet durchaus noch ein interessantes Kurs-Steigerungspotential.

Dass das, was sich derzeit rund um die Rhön-Klinikum AG abspielt, keineswegs fundamental begründet ist, ist klar, die Kurssteigerungen der letzten Tage sind rein spekulativ begründet.

Auch die Point&Figure-Charttechnik stößt in diesem Fall an ihre Grenzen, auch wenn der zugehörige Point&Figure-Chart  den positiven Trend untermauert.

Rhön-Klinikum AG-Chart 19-11-2013

(anklicken zum Vergrößern)

Sie sehen es im Chartbild, die Aktie der Rhön-Klinikum AG notiert in einem bestätigten Point&Figure-Kaufsignal (grüner Kreis bei 20,00 €) und schickt sich nun an, bei 23,00 € ein weiteres Kaufsignal zu geben. An sich eine runde Sache, ein klarer Kauf, zumal das Point& Figure-Kursziel bei 32,50 € liegt.

Aber  wie bereits gesagt, weder fundamentale noch charttechnische Beweggründe treiben derzeit den Kurs, sondern „nur“ die Spekulanten. Und deshalb sollten Sie sich, sofern Sie nicht zu dieser Spezies gehören, aus Sicht des Point&Figure-Trading von der Aktie der Rhön-Klinikum AG im Moment eher fernhalten.

19. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.