Barrick Gold: Warum die Aktie plötzlich explodiert

Die Märkte spielen verrückt, Aktien, Rohstoffe – alles im Keller. Alles? Nicht ganz. Denn während der Ölpreis die niedrigsten Barrelkurse seit mehr als einem Jahrzehnt unterschreitet, ist ein anderer Rohstoff neuerdings wieder sehr gefragt: die Rede ist vom Gold.

Die letzten drei Jahre standen für Gold-Fans unter keinem guten Stern. Nach den Rekordständen von 2011 und einem weiteren Hoch in 2012 ging es rapide abwärts, der Preis je Feinunze fiel von rund 1.900 auf unter 1.100 Dollar.

Parallel gingen die Aktienmärkte auf Rallykurs, vor allem immer neue Geldspritzen der Notenbanken sorgten für reichlich Aufwind bei Dax, Dow Jones und Co.


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Doch nun scheint sich die Stimmung umzukehren: An den Aktienmärkten herrscht seit Jahresbeginn Ausverkaufsstimmung, stattdessen wenden sich Anleger offenbar wieder vermehrt dem Gold zu. Kein Wunder, gilt das Edelmetall doch als krisenfeste Währung, die nach wie vor und schon seit Jahrhunderten überall auf der Welt akzeptiert wird.

Barrick Gold: Aktie steigt mit dem Goldpreis

Von der plötzlich wieder guten Stimmung am Goldmarkt profitieren unterdessen auch die großen Goldminenbetreiber. Besonders plastisch zeigt sich das am Aktienkurs von Barrick Gold. Sie galt in den vergangenen Jahren immer wieder als Sorgenkind, konnte in den vergangenen Wochen aber kräftig zulegen. Seit Anfang des Jahres hat das Papier seinen Wert um mehr als 25 Prozent gesteigert.

Es ist vor allem der anziehende Goldpreis, der die Stimmung der Anleger zugunsten der Minenbetreiber beeinflusst. Doch darüber hinaus kann gerade Barrick Gold auch einige Erfolge vorweisen. Das Unternehmen hat es im vergangenen Jahr geschafft, seinen gigantischen Schuldenberg um satte drei Milliarden Dollar zu reduzieren – und das soll erst der Anfang sein.

Minenbetreiber will sich gesund sparen

Noch immer sitzt Barrick Gold auf rund 10 Milliarden Dollar Schulden, deren Abbau auch künftig vorrangiges Ziel sein soll. Dabei hilft sowohl der Anstieg des Goldpreises als auch eine fortlaufende Reduzierung der Kosten und Ausgaben.

Man will sich gesund sparen – und sich stärker fokussieren auf die wichtigsten Minen, um für etwaige neue Rückgänge beim Goldpreis in Zukunft besser gerüstet zu sein. Barrick Gold will profitabel bleiben, selbst wenn der Kurs wieder sinkt.

Dabei gilt es, genau abzuwägen, an welchen Minen festzuhalten ist und von welchen man sich besser trennt, denn mit einer Reduzierung der Minen sinkt zugleich auch das Ebitda, was wiederum die Profitabilität im Verhältnis beeinflusst.

Experten raten insgesamt zur Vorsicht beim Investment in Aktien von Goldminenbetreibern. Die meisten von ihnen sind – ebenso wie Barrick Gold – hochverschuldet und stark vom Goldpreis abhängig.

Wer hingegen auf physisches Gold setzt, kann sich nach drei verlustreichen Jahren nun womöglich auf eine Trendwende freuen.

11. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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