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Basel III: Auswirkung auf Bankaktien – hier die erste Einschätzung

Wir haben gegenüber einer Meldung heute morgen nur noch wenige Stunden gebraucht, um die Auswirkungen von Basel III auf Banken und Bankaktien für Sie zu untersuchen. Es zeigt sich: das Drama, das einige Kommentatoren an die Wand malen, findet nicht statt. Bestimmte Bankaktien werden dauerhaft sogar profitieren. Sie können mitgehen.

Was ändert sich durch Basel III?

Schärfere Regulierung durch Basel III

Die Banken auf der ganzen Welt müssen künftig schärfere Eigenkapital- und Liquiditätsregeln erfüllen. Das in Basel beschlossene Rahmenwerk „Basel III“ soll ab dem Jahr 2013 schrittweise eingeführt und bis 2019 vollständig implementiert werden.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, beurteilt die neue Regulierung als einen wichtigen Beitrag für die Stabilität des Finanzsystems.

Dabei soll vor allem die Eigenkapitalunterlegung von Risikoaktiva wie Krediten und Wertpapieren erhöht und die Krisenanfälligkeit der Banken vermindert werden. Wichtigste Steuerungsgröße ist das haftende Eigenkapital (Kernkapital).


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So soll die Kernkapitalquote von aktuell 4% auf 6% angehoben werden. Zudem soll ein Krisenpuffer eingeführt und für international systemrelevante Großbanken noch zusätzliche Eigenkapitalanforderungen erlassen werden.

Die Schweiz und Großbritannien wollen zudem eigene Standards festlegen, die über die Minimalanforderungen von Basel III hinausgehen. Die Schweizer Großbanken Credit Suisse (1314) und UBS (1319) haben bereits sehr hohe Kernkapitalquoten und können die neuen Regeln einfach durch die Einbehaltung von Gewinnen erfüllen.

Dafür will die UBS auf absehbarer Zeit auf Dividendenausschüttungen verzichten. Nach aktuellen Schätzungen werden aber die zehn größten deutschen Banken wegen Basel III 50 Mrd € neues Kapital benötigen, die G20-Länder weisen bis zum Jahr 2018 einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 200 Mrd € auf. Kritiker weisen darauf hin, dass auch die Kreditvergabe künftig eingeschränkt wird.

Tier 1: Kernkapitalquote künftig 6%

Wie schon beschrieben, steigt die künftig erwartete Kernkapitalquote Tier-1 von 4% auf 6%. Nur: dies kann Banken nicht erschüttern, wie wir gleich zeigen werden. Die Auswirkung auf gute Banken ist nicht hoch. Im Gegenteil: Sie können mit den richtigen Banken sogar Geld verdienen.

Tier-1 steht für „Rang“. Auf der einen Seite ist das Kernkapital wichtig: dies ist das bilanziell feststellbare „Eigenkapital“, also gezeichnete Anteile (Aktien) und Rücklagen vom Gewinn. Zusätzlich zählt zu diesem Eigenkapital so genanntes „hybrides Vermögen“.

„Hybrides Vermögen“: nachrangige Anleihen bei Banken beliebt

Das hybride Vermögen ist selbst nach dieser Bankendefinition Eigenkapital, obwohl es sich um Anleihen handelt. Im Konkursfall jedoch sind diese Anleihen „nachrangig“, werden daher wie Aktien behandelt und zählen hier zum Eigenkapital.

Dieses Eigenkapital (gezeichnetes Vermögen, Gewinnrückstellungen und hybrides Vermögen) setzt die geforderte Analyse den ausfallgefährdeten „Risiko“-Investments gegenüber. Dies sind – unsichere – Aktienanlagen und Kredite. Daraus entsteht die so genannte „Kernkapitalquote“ Tier 1.

Diese darf künftig (ab 2015) nicht weniger als 6% hoch sein, als „sicher“ gelten (weiterhin) 7%. Banken dürfen demnach das 16, fast 17fache ihres so definierten Eigenkapitals verleihen.

GeVestor.de meint: die Quote ist erreichbar, vor allem für „deutsche“ Banken. Diese haben im kürzlich vollzogenen Stresstest (mit der Anforderung von 6%) sogar deutlich bessere Quoten erzielt, nur die Postbank strauchelte. Daher erneuern wir die Empfehlung für die Deutsche Bank.

Wichtig wird vor allem die härtere Kernkapitalquote sein, die sich ebenfalls aus der Tier-1 ableitet. Lesen Sie dazu morgen hier mehr. Die Bewertungen der Finanzbranche finden Sie über unser Portal „Value-Investments“, das Sie hier kostenfrei besuchen können.

15. September 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.