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Bauboom bei Bilfinger?

Ist bei Ihnen auch der Immobilien-Boom ausgebrochen? Immobilien sind inzwischen ein großes Gesprächsthema.

Die niedrigen Zinsen machen Wohnträume möglich und immer neue Rekordpreise werfen Fragen nach einer Immobilien-Blase auf.

Zugleich ist Wohnraum knapp und die Flüchtlings-Situation gibt ebenfalls Anlass zu einer Bauoffensive.

Eigentlich eine gute Situation für Baukonzerne – oder doch nicht? Eine Analyse der Aktie von Bilfinger.

Kurzporträt Bilfinger

Bilfinger ist ein weltweit führender Baukonzern. Geschäfts-Felder sind Ingenieurbau, Hoch- und Industriebau, Dienstleistungen und Betreiber-Projekte.

Als Multi Service Group bietet Bilfinger ganzheitliche Lösungen in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Industrie-Service an.


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Das Leistungs-Spektrum reicht von der Beratung, Entwicklung, Planung und Finanzierung über betriebsfertige Erstellung bis hin zu Instandhaltung und Betrieb.

Ölpreis-Verfall und Energiewende belasten

Bilfinger hat das Jahr, wie erwartet, mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Belastet haben Abschreibungen in Höhe von 330 Mio. €, operative Verluste in der Kraftwerk-Sparte und Aufwendungen für Restrukturierungen.

Der Umsatz ist jedoch um 3,8% gestiegen. Wachstums-Treiber war die Sparte Building/Facility. Service-Verträge konnten verlängert und neue Kunden gewonnen werden.

Dagegen haben der Ölpreis-Verfall und die Energiewende in Deutschland die Sparte Industrial vor große Probleme gestellt. Denn die Kunden aus dem Energie-Sektor halten sich mit Investitionen zurück.

Auch für das laufende Jahr ist Bilfinger eher pessimistisch. Zwar werde die Sparte Building/ Facility dank des hohen Auftrags-Bestands von 2,74 Mrd. € leicht wachsen.

Bei Industrial werde sich aber die Nachfrage-Schwäche im Öl- und Gas-Sektor fortsetzen.

Es gibt bessere Aktien als Bilfinger

Insgesamt rechnet Bilfinger mit einem deutlichen Umsatz-Rückgang. Und hohe Aufwendungen für Restrukturierungen werden erneut das Ergebnis belasten.

Ein kleiner Gewinn ist aber nicht ausgeschlossen. Offen ist, wie es mit dem Konzern-Umbau weitergeht.

Die defizitäre Kraftwerk-Sparte steht zum Verkauf, ebenso große Teile der Bau- und Gebäude-Dienstleistungen (Building/Facility). Für letztere gibt es mehrere Interessenten.

Die Prüfung der Angebote wird aber noch eine Weile dauern. Erst im Mai wird das Management weitere Details zur neuen Strategie und den mittelfristigen Zielen bekannt geben.

Klar ist aber: Die Dividende wird angesichts des Rekord-Verlusts und der Mittel-Abflüsse für den Konzern-Umbau gestrichen.

Wir sehen bei Bilfinger derzeit viele Unsicherheiten. Der Immobilien-Boom schlägt nicht wirklich positiv auf die Baubranche durch.

Da das Unternehmen dazu keine Dividende zahlt, können Dividenden-Jäger getrost einen Bogen um die Aktie machen.

Auch die Aussicht auf eine Ausschüttung ist gleich 0. Es gibt spannendere Titel als Bilfinger. Also: Finger weg!

28. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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