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BB Biotech: Möglicherweise neue Aktienrückkäufe

Die Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech, die im TecDax notiert, hat seit Kurzem einen neuen, prominenten Aktionär.

Es handelt sich dabei um den US-Milliardär Paul E. Singer. Dieser sorgte im laufenden Jahr für Schlagzeilen, indem er vor US-Gerichten eine Rückzahlung des argentinischen Staates in Höhe von rund 1,3 Mrd. US-Dollar plus aufgelaufene Zinsen erstritt.

Singer ist mit etwas mehr als 3% an BB Biotech beteiligt und beabsichtigt Gerüchten zufolge, den Bewertungsabschlag der BB-Biotech-Aktie gegenüber den Beteiligungen des Unternehmens zu beseitigen und davon zu profitieren.

Ich möchte diese Meldung zum Anlass nehmen, Ihnen heute einige wichtige Details zum Thema Aktienrückkäufe zu erläutern.

Einige Gründe für Aktienrückkäufe

Es gibt viele Gründe für den Rückkauf von Aktien. Ein möglicher Grund ist, Aktien zurückzukaufen, um diese dann zu Motivationszwecken an eigene Mitarbeiter weiterzugeben.

Ein weiterer Grund ist, dass das Unternehmen Aktien einsammelt, um diese dann bei der Übernahme eines Konkurrenten als “Übernahme-Währung” zu verwenden.


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Bei BB Biotech ist es anders. Hier will der neue Aktionär Paul E. Singer – wie schon beschrieben – das Unternehmen zu weiteren Aktienrückkäufen drängen, damit sich der Abschlag der BB-Biotech-Aktie zum Wert der BB-Biotech-Beteiligungen verringert oder ganz verschwindet.

Möglicherweise könnte durch die weitere Verknappung der Aktien sogar ein Bewertungsaufschlag entstehen. Das zumindest scheint das Kalkül von Singer zu sein, den die Schweizer Handelszeitung übrigens als „König der Finanzgeier“ bezeichnete.

Mögliche Schattenseiten von Aktienrückkäufen

Bevor ich Ihnen ein konkretes Beispiel liefere, möchte ich Ihnen zunächst allgemein die Schattenseiten von Aktienrückkäufen schildern. Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft, muss es dafür logischerweise finanzielle Mittel aufbringen. Dies kann zulasten künftiger Investitionen geschehen.

Das bedeutet, dass dem Unternehmen möglicherweise in Folge des Aktienrückkaufprogramms Geld für notwendige Investitionen fehlt. Eine zu geringe Investitionsquote bedeutet: Zukünftig weniger Umsatz und Gewinn. Das kann nicht in Ihrem Sinne sein, wenn Sie Aktionär des entsprechenden Unternehmens sind.

Aber nicht nur für Investitionen kann dadurch Geld fehlen. Auch wenn das Unternehmen im Zuge einer allgemeinen Wirtschaftskrise oder zumindest einer Branchenkrise in finanzielle Schwierigkeiten gerät, können dadurch Rücklagen fehlen.

Der zuletzt beschriebene Fall liefert eine perfekte Überleitung zu unserem Musterbeispiel.

Die Bankenbranche als Negativbeispiel

Bevor ich Ihnen an der Bankenbranche exemplarisch ein Negativbeispiel aufzeige, möchte ich Sie wissen lassen, dass es sich bei Aktienrückkäufen in sehr vielen Fällen um etwas Positives handelt, von dem Sie als Aktionäre sehr profitieren können.

Jetzt aber zu meinem Negativbeispiel: Als es den Banken vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 wirtschaftlich sehr gut ging, haben diese im großen Stil eigene Aktien zurückgekauft. Dadurch wurde Eigenkapital aufgezehrt, das im Zuge der Finanzkrise sehr hilfreich gewesen wäre.

Denn wenn die Eigenkapitalbasis der Banken größer gewesen wäre, hätten Sie nicht mit Ihren Steuergeldern einige der Banken vor dem Ruin retten müssen. Zumindest jedoch wäre der Staat – und somit in der Konsequenz der Steuerzahler – weniger stark belastet worden.

Doch was war das Motiv der Banken für die Aktienrückkäufe? Die Banken verfolgten das Ziel, die Eigenkapitalrendite (EK-Rendite) – die “Königs-Rendite-Kennziffer” für Banken –  aufzupolieren. Wie das mit Hilfe von Aktienrückkäufen möglich ist, werde ich Ihnen jetzt erklären.

Eigenkapital runter – Eigenkapitalrendite rauf

Durch den Rückkauf von eigenen Aktien wird das Eigenkapital verringert. Das alleine verbessert noch nicht die EK-Rendite.

Was also muss noch passieren? Die Antwort lautet: Nicht viel! Denn das Unternehmen muss lediglich den Gewinn stabil halten (also auf gleichem Niveau wie vorher) und schon wird durch die geringere Eigenkapitalbasis die EK-Rendite gesteigert.

Wie das funktioniert? Bei der Berechnung der EK-Rendite wird der Gewinn mit dem Eigenkapital ins Verhältnis gesetzt. Da das Eigenkapital in der Division den Nenner darstellt, erhöht sich bei gleichem Gewinn automatisch die EK-Rendite, wenn das Eigenkapital vermindert wird.

Was Sie für sich mitnehmen sollten

Wenn ein Unternehmen, in das Sie investiert sind, künftig eigene Aktien zurückkauft, sollten Sie auf Motivsuche gehen. Insbesondere dann, wenn es sich dabei um Banken handelt, sollten Sie die Aktienrückkäufe mit Vorsicht genießen.

3. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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