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Bergbau: Warum ein Mangel an Geologen langfristig die Preise treibt

Wir kennen das Phänomen in Deutschland eher von der Lehrerausbildung. Auf einen Mangel an Lehrkräften folgt in fünf bis sechs Jahren zumeist eine Lehrerschwemme, die nach weiteren fünf bis sechs Jahren von einem erneuten Lehrermangel abgelöst wird. Der Grund für diese extremen Wechsel sind die Berufsperspektiven der jungen Abiturienten, die wenn sie sich dazu entschließen ein bestimmtes Fach zu studieren oder zu meiden immer auch den aktuellen Arbeitsmarkt mit im Blick haben.

Werden Lehrer gerade händeringend gesucht, macht es scheinbar besonders viel Sinn ein Lehramtsstudium zu beginnen. Da besonders viele Studienanfänger den Gedanken mehr oder weniger zeitgleich hegen ist das Gedränge groß, zunächst in der Uni später dann beim Eintritt in den Schuldienst. Spricht sich herum, dass viele junge Referendare nicht in den Staatsdienst übernommen werden, sinkt auch schnell das Interesse der Studienanfänger den Lehrerberuf zu ergreifen. Die nächste Lehrermangelphase ist damit zwangsläufig vorgezeichnet.

So vertraut uns die Problematik im Bereich der Schule ist, so wenig berücksichtigen wir als Investoren diesen Zusammenhang, wenn es darum geht Rohstoffinvestments zu bewerten oder einzugehen. Dabei sollte jedem Anleger mit Weitblick sofort klar sein, dass Geologen nicht vom Himmel fallen und ein unattraktiver Arbeitsmarkt die Berufswahl nicht gerade zugunsten der Geologie beeinflusst.

Als Geologe zu arbeiten ist ohnehin nicht jedermanns Sache, denn viele Projekte liegen irgendwo in der Mitte von nirgendwo. Wenn man Glück hat, kommt man mit dem Auto hin, wenn es sich um ein Projekt im sehr frühen Stadium handelt, ist oft der Hubschrauber die einzige Möglichkeit an Ort und Stelle zu gelangen. Die nächste Ortschaft mit Schule ist meilenweit entfernt und weil es so schön ist, ist es gerade in weit nördlich gelegenen Regionen im Winter bitterkalt. Dafür umschwirren einen im Sommer die Mücken.


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Wer Wert auf ein harmonisches Familienleben legt, wird hier leicht abwinken und sich nach anderen Alternativen umsehen, besonders dann, wenn die Unternehmen so wie in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 drastische Sparmaßnahmen ergreifen, Minen stilllegen und Geologen, die sie gestern noch händeringend gesucht haben, ohne mit der Wimper zu zucken feuern und auf die Straße setzen.

Der nächste Geologenengpass kündigt sich bereits an

Lässt das Interesse der Studenten spürbar nach, werden auch die Universitäten reagieren und ihr Ausbildungsangebot verringern. Der Trend verstärkt sich und führt dazu, dass dann, wenn die nächste Boomphase einsetzt, wieder zu wenig Geologen verfügbar sind. Einen Mangel an qualifizierten Geologen kann sich aber eigentlich niemand leisten, die Verbraucher, die auf eine sichere Versorgung angewiesen sind, ebenso wenig wie die Minen selbst.

Wer eine Lagerstätte verstehen und zu einer Mine weiterentwickeln will, der wird um eine Reihe intensiver geologischer Arbeiten nicht herum kommen: Jeder einzelne Zentimeter eines Bohrkerns muss ausgewertet werden. Die Kerne werden dazu in kleinere Teile zerlegt, in der Mitte halbiert, katalogisiert und fotografiert. Eine Hälfte des Bohrkerns wird an das Labor eingeschickt, die andere verbleibt zunächst auf der Lagerstätte. Aus den Laborergebnissen entwickeln die Geologen anschließend ihre Modelle, versuchen die Lagerstätte hinsichtlich Entwicklung und Ausdehnung zu verstehen.

Die täglichen Arbeiten sind durchaus interessant und an manchen Tagen auch spektakulär, doch vor allem sind sie eines: zeitintensiv. Ein Unternehmen, das nicht genügen Geologen im Einsatz hat, setzt sich deshalb zwei Gefahren aus: Entweder wird die Arbeit nicht gründlich genug ausgeführt oder aber die Entwicklung der Mine verzögert sich, was im Bergbau gleich bedeutet, dass das Projekt erst mit einigen Jahren Verspätung eröffnet werden kann.

Anfang 2008 war der Arbeitsmarkt für Geologen noch gut: Wer sein Diplom in Tasche hatte, konnte leicht eine gut bezahlte Stellung finden. Heute sind die gut bezahlten Stellen rar und viele Geologen stehen auf der Straße oder schlagen sich anderweitig durch. Sie und die durch ihr Negativbeispiel verschreckten Studenten werden dem Bergbau fehlen, wenn die Wirtschaft in einigen Jahren wieder deutlich mehr Rohstoffe nachfragen wird. Auch dieser Engpass sollte die Preise dann treiben, weil Minen die eigentlich schon längst entwickelt sein könnten, immer noch nicht in Produktion sind, weil man in den schlechten Jahren an der falschen Stelle, sprich den Kosten für die Geologen, gespart hat.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich

Ihr

Dr. Bernd Heim

23. Oktober 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.