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Bitcoins: Keine empfehlenswerte Euro-Alternative

Starke Konjunkturdaten haben am deutschen Aktienmarkt die Griechenland-Wahl in den Schatten gestellt.

Die Konjunkturdaten zeigen an, dass der niedrige Euro-Kurs und der Preissturz beim Öl die deutsche Wirtschaft beflügeln.

Der deutsche Leitindex DAX reagierte auf diese Nachrichten mit einem Kurssprung und kletterte auf 10.798 Punkte.

Der schwache Euro ist für viele Unternehmen ein Gewinntreiber, aber gleichzeitig sorgt die „Weichwährung“ auch für ein unschönes Gefühl.

In den vergangenen Tagen habe ich mich hier im „Schlussgong“ schwerpunktmäßig mit dem Thema Währungen – insbesondere mit der Franken-Aufwertung – beschäftigt.

Daneben empfehle ich regelmäßig in meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ Währungs-Alternativen zum Euro.

Nicht zu den von mir empfohlenen Währungs-Alternativen zählt die Digitalwährung Bitcoins, über die ich Ihnen bereits im vergangenen Jahr mehrfach an dieser Stelle berichtet habe.

Warum ich Bitcoins nicht empfehle, werden Sie gleich erfahren. Doch zuvor möchte ich Ihnen kurz erklären, was unter dem Begriff Bitcoin zu verstehen ist.


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Die Definition des Begriffs „Bitcoin“

Meine alte Heimat-Universität, die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, schreibt dazu: „Bitcoin ist eine innovative Art, digitales Geld im Internet zu etablieren.

Es handelt sich dabei um eine elektronische Währung, die ohne zentrale Kontrollinstanz durch eine geschickte Kombination von Kryptografie und verteiltem Lösen schwerer Rechenprobleme sichere, unwiderrufliche Transaktionen sowie Schutz gegen Inflation erreicht.“

Der Duden definiert den Begriff Bitcoin in seiner Ausgabe „Das neue Wörterbuch für Szenesprachen“ folgendermaßen:

„Eine Form von elektronischem Geld, das dezentral auf der Basis eines Computernetzwerks erzeugt wird. Es verbindet Eigenschaften von Bargeld mit solchen von internationalen elektronischen Überweisungen.“

Bitcoin-Wertentwicklung: Die Skandale zeigten Wirkung

Der Kurs der Digitalwährung mit dem Namen Bitcoin schoss im Jahr 2013 von August bis Dezember von rund 100 auf über 1.000 US-Dollar. In der Folge stürzte der Bitcoin-Kurs dann kräftig ab und notiert aktuell bei unter 200 US-Dollar.

Doch was waren die Gründe für den Absturz? Ursächlich dafür waren einige Skandale im Zusammenhang mit der digitalen Währung. Hier ein Beispiel:

Anfang des vergangenen Jahres hieß es plötzlich, dass die Bitcoin-Handelsplattform MtGox im Netz verschwunden sei. Bereits zwei Wochen zuvor war bei MtGox der Handel mit der digitalen Internetwährung Bitcoin ausgesetzt worden.

Am 07. Februar 2014 hatte MtGox, eine der ältesten und wichtigsten Plattformen für den Handel mit Bitcoins, alle Aktivitäten gestoppt. Die Anleger kamen an ihre virtuellen Guthaben plötzlich nicht mehr heran.

Zu diesem Zeitpunkt erklärte MtGox, dass ein Softwarefehler schuld sei und versprach unmittelbar danach, dass alles wieder in Ordnung käme und die Anleger sich keine Sorgen machen sollten.

Gleichzeitig teilte jedoch der Betreiber der Plattform mit, dass der Firmensitz „aus Sicherheitsgründen“ in die japanische Hauptstadt Tokio verlegt worden sei, was die Lösung des technischen Problems verzögert haben soll.

Die japanische Finanzaufsicht, die für Banken, Versicherungen und Häuser, die mit realen Werten an der Börse handeln zuständig ist, betonte, dass sie nichts tun konnte, da die Vorgänge außerhalb des Kompetenzbereichs der Behörde liegen.

Der Bitcoin-Kurs auf MtGox.com fiel in der Folge sehr stark von mehr als 900 US-Dollar auf rund 135 US-Dollar.

Nachdem sich der Kurs später wieder erholt hatte, folgte erst vor wenigen Tagen ein erneuter – wenn auch nicht ganz so radikaler – Einbruch von 270 auf 170 US-Dollar.

Immerhin ein Verlust von rund 37%. Kein guter Start für die Bitcoin-Besitzer im neuen Jahr.

Fazit: Es gibt bessere Alternativen

Ich halte die Grundidee, eine Währung zu schaffen, die völlig unabhängig von den Notenbanken ist, für grundsätzlich gut und interessant.

Doch waren mir die Risiken im Zusammenhang mit dem Bitcoin-Modell von Anfang an zu groß und diese Einschätzung hat sich nach den jüngsten Skandalen und Kursschwankungen nicht geändert.

Daher sollten Sie, wenn Sie beispielsweise den Euro kritisch betrachten, auf andere – aus meiner Sicht wesentlich bessere – Währungs-Alternativen setzen.

26. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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