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Böhler-Uddeholm: Squeeze Out-Nachschlag für Aktionäre

Dass Übernahmen ein lohnendes Geschäft für Aktionäre sind, wird allgemein anerkannt.

Denn wer die richtigen Übernahme-Kandidaten bei einer Offerte im Depot hat, kann über Nacht sein Geld vermehren.

Die Frage, die sich bei einem Übernahme-Angebot die Aktionäre jedoch stellen müssen, ist: Lohnt es sich, den schnellen Gewinn mitzunehmen, oder sollte man vielleicht doch noch investiert bleiben?

Erst-Angebot ist häufig nicht das Ende der Fahnenstange

Oft kann es sich lohnen, eine Übernahme-Offerte trotz zwei- oder sogar dreistelliger Gewinne auszuschlagen. Denn gerade in der ersten Angebotsrunde wird häufig ein Preis gezahlt, der noch nicht das volle Potenzial eines Unternehmens berücksichtigt.

Gleichzeitig verändert sich das Risiko-Profil zu Gunsten der Aktionäre. Denn in den meisten Fällen, will der Bieter mehr als nur eine große Beteiligung an dem Übernahme-Kandidaten. Kauft er nach einer Übernahme-Offerte über den Markt zu, dann stützt das den Aktienkurs.

Der Großaktionär strebt die Komplett-Übernahme an, da das volle Kosteneinsparungspotenzial nur dann realisiert werden kann. Es ist es fast immer nur eine Frage der Zeit, bis der neue Großaktionär den Übernahme-Kandidaten komplett kauft.

Häufig bekommen die verbliebenen Aktionäre dann einen Preis, der über der Übernahme-Offerte aus der ersten Runde liegt.


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Unterschiedliche Preisvorstellungen bei Übernahmen

Am Ende des Übernahme-Prozesses wartet der Squeeze Out (deutsch: Herausquetschen).

Hier scheiden sich die Preisvorstellungen zwischen den Minderheits-Aktionären und dem Großaktionär. Rechtlich ist der Großaktionär verpflichtet, zumindest den Durchschnitts-Aktienkurs der vergangenen 3 Monate zu zahlen.

Zahlt er nur den Drei-Monats-Durchschnittskurs, wird argumentiert: „Der Börsenpreis spiegelt den fairen Unternehmenswert wider. Zu diesem Kurs sind Käufer und Verkäufer im Gleichgewicht.“

Auf der anderen Seite stehen die Minderheitsaktionäre. Für sie ist der Fall natürlich anders. „Ich habe bisher nicht verkauft und will auch zum aktuellen Börsenkurs nicht verkaufen. Das Unternehmen ist mehr wert.“

Langfristig fairer Unternehmenswert liegt häufig über dem Börsenwert

Gegen einen Squeeze Out ist der Minderheitsaktionär machtlos. Wenn der Großaktionär über 95% der Aktien verfügt, kann er die restlichen Aktionäre zwangsabfinden. Die Regelung ist gut, denn so wird verhindert, dass einzelne Aktionäre den Käufer erpressen können.

Auf der anderen Seite, muss berücksichtigt werden, dass der Aktionär die Anteile gegen seinen Willen abgibt. Er bekommt zwar einen Abfindungspreis, der von der Börse als fair erachtet wird, doch der Börsenpreis ist nicht immer fair.

Besonders in der aktuellen Börsensituation wird das deutlich. Nur so lässt sich auch erklären, warum bei zurückliegenden Übernahmen bereits in der ersten Angebotsrunde Aufschläge von über 100% gezahlt wurden.

Man könnte auch sagen: Der faire Unternehmenswert kann bei einer Übernahme mehr als doppelt so hoch sein, wie der Börsenwert. Das gilt auch für ein Squeeze Out. Eine Zwangs-Enteignung zum Börsenpreis ist nicht immer fair.

Spruchstelle ermittelt fairen Unternehmenswert

Um festzustellen, welcher Preis gerechtfertigt ist, wird nach dem Squeeze Out die Spruchstelle angerufen. Es wird ein unabhängiges Gutachten erstellt, das den fairen Unternehmenswert feststellt.

Liegt dieser Wert über der Börsenwertung, bekommen die Aktionäre einen Nachschlag auf den Squeeze Out-Preis. Häufig dauert die Ermittlung des fairen Unternehmenswerts mehrere Jahre – doch das Warten ist ohne Kapitaleinsatz und daher zu 100% risikolos.

Vom Squeeze Out heraus gedrängte Aktionäre können also nur mehr bekommen.

10% Nachschlag für ehemalige Böhler-Aktionäre

Bei dem österreichischen Stahlhersteller Böhler Uddeholm ist gestern eine Einigung zwischen Minderheitsaktionären und Großaktionär Voestalpine erzielt worden.

Nachdem die Aktionäre im Rahmen des Squeeze Outs im Jahr 2008 ihre Aktien zu 70,26 Euro abgeben mussten, wartet jetzt ein satter Nachschlag.

Das unabhängige Gutachten des Universitätsprofessors Klaus Rabel hat eine angemessene Nachzahlung von 6,50 Euro plus Zinsen ergeben (rund 10%).

Viele haben schon dank der Übernahme dreistellige Gewinne eingefahren und werden vom plötzlichen Nachschlag positiv überrascht sein. Denn während andere in diesen Tagen über fallende Aktienkurse klagen, bekommen die Übernahme-Spekulanten Geld ohne Kapitalbindung.

Daher gilt: Das Erstangebot bei Übernahmen, ist nicht immer das beste Angebot.

25. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.