Börse aktuell: Dax sackt auf 6.095 Punkte

Seit in der Nacht vom Freitag auf Samstag bekannt wurde, dass S&P das Rating der USA von AAA auf AA+ senkt, stehen vielen Analysten, Anlegern, aber vor allem auch Politikern die Haare zu Berge.

Der Schritt war in Teilen zwar erwartet worden, so richtig daran glauben wollte aber wohl doch niemand. 

Märkte in der arabischen Welt fallen deutlich

Erste Ergebnisse aus der Abwertung der USA durch S&P und den zukünftigen Aufkauf von Anleihen der Italiener durch die EZB konnte man in der Nacht bereits in der arabischen Welt wahrnehmen.

Die Börsen auf der Arabischen Halbinsel verzeichneten Verluste. So gab der Leitindex von Katar zu Handelsbeginn mehr als fünf Prozent nach. Auch in Dubai ging es nach unten.

Nach den schlechten Nachrichten  für die USA war das allerdings zu erwarten gewesen.

Asiens Börsen gehen auf Talfahrt

Auch in Japan herrschte heute Morgen keine Partystimmung: Der Nikkei verlor bis Ende des Handelstags 2,18 Prozent Prozent.

Durch den Kurs-Anstieg des Yen gegenüber dem Dollar hielten sich die Panik-Verkäufe jedoch in Grenzen. Die Zeichen stehen trotzdem deutlich auf Verkaufen.

Auch in China war das Minus das beherrschende Vorzeichen: Der Hongkonger Leitindex Hang Seng verlor knapp vier Prozent. Das entsprach dem schlimmsten zweitägigen Absturz seit dem Lehman-Crash vor drei Jahren.

Aus China kam bisher auch die deutliche Kritik an den Amerikanern verbunden mit einer deutlichen Warnung, die USA sollten ihre Probleme zügig in den Griff bekommen.

Dax-Verlust hält sich am Montag morgen in Grenzen

Der Dax startete heute mit einem Minus von 0,9 Prozent, erholte sich dann innerhalb der ersten Minuten jedoch und stand mit einem Verlust von 0,2 Prozent bei 6225 Punkten.

Gegen Mittag ging es dann jedoch weiter abwärts: Mit 6.095 Punkte lag der Dax damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2010.

Interessant wird der Börsenstart der USA heute Mittag (deutscher Zeit).

G7 wollen Märkte beruhigen

Noch vor der Öffnung der asiatischen Märkte haben die führenden Wirtschaftsstaaten der G7 – Japan, die USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich und Kanada – sich zu stabilen Aktienmärkten bekannt.

Bei Bedarf werde man „koordiniert eingreifen“, um Liquidität zu sichern und die Finanzmärkte zu sichern, hieß es aus Kreisen der G7 am frühen Morgen aus Tokio.

Europäische Politik reagiert Hals – über Kopf

Die Politiker in Europa wurden durch die jüngsten Entwicklungen in den USA am Wochenende erneut  aufgeschreckt.

Aber auch die Sorge um eine mögliche neue Markt-Turbulenz in Spanien oder Italien kam am Wochenende auf den Tisch.

Wie man mit der Abstufung der USA umgehen soll weiß niemand genau – daher schwiegen sich am Wochenende zunächst viele Staaten aus.

Zur Stabilisierung der Märkte in Europa empfahlen Merkel und Sarkozy den Kauf von Italien-Anleihen.

EZB kauft vermutlich italienische und spanische Anleihen

Die EZB wird – laut Erklärung von Sonntagabend – ab heute genau dies tun und von Banken möglicherweise Anleihen der Italiener und Spanier kaufen.

Doch die Entwicklungen bleiben unvorhersehbar. Wirkliche Klarheit wird es erst mit der Öffnung des US-Markts geben. Bis dahin werden die Aktivitäten der Börse wohl hektisch bleiben.

Ein Rückblick: Die Börsen am Freitag

Nach den herben Verlusten im Laufe der Woche war auch am Freitag wenig Land in Sicht. Der Freitag begann in Tokio mit deutlichen Verlusten bei Export- und Finanzwerten.

Anleger stießen massenhaft Aktien ab und retteten sich in Währung und Staatsanleihen. Besonders kritisch zeigten sich Anleger in Bezug auf die europäische Schuldenkrise – die Angst, Italien könne seine Schulden bald nicht mehr bedienen saß und sitzt noch immer tief.

Tokio verlor im Lauf des Tages 3,7 Prozent und schloss bei 9.299 Zählern. Maßgeblich betroffen vom Verkauf waren Aktien von Autoherstellern, Handelsunternehmen und Elektronik-Herstellern.

Dax verliert am Freitag 2,7 Prozent

Auch in Frankfurt herrschte Pessimismus vor: Der Dax verlor erneut deutlich und endete bei 6.236 Zählern, zwischenzeitlich gab es mehrere Erholungsversuche.

Positiv machte sich etwa die niedrige Arbeitslosenquote in den USA bemerkbar, wenn auch nur kurzfristig. Denn die Quote sank lediglich von 9,2 auf 9,1 Prozent.

Kein Grund für Analysten und Anleger längerfristig ein Plus im Dax durchsetzen zu können. Nicht zuletzt nach der Eröffnung des US-Markts brach der Kurs letztlich wieder ein.

Italiens Ministerpräsident Berlusconi hilft Dow Jones

In den USA sorgte Berlusconi gegen Abend und nach deutschem Börsenschluss für etwas Beruhigung, nachdem der Ministerpräsident zusicherte, Reformen im Land durchzuführen, die zu einem Abbau der Schulden führen würden.

Der Dow Jones schaffte es dank dieser Ergebnisse am Ende auf 0,5 Prozent bei 11.444.

Neue Hiobsbotschaft nach Börsenschluss: USA verlieren Top-Rating

Nachdem die Horror-Woche zu Ende schien ließ S&P verlauten, dass man mit der neuen Schuldenvereinbarung und der Politik der USA in Sachen Geldwirtschaft mehr als unzufrieden sei und es unmöglich sei und senkte das erste Mal in 70 Jahren das Rating auf AA+ mit einem weiteren negativen Ausblick.

Fitch und Moody’s hielten indes die Füße still. Die Regierung unter Präsident Obama war schnell bemüht Fehler von S&P in den Berechnungen aufzuzeigen und die Agentur zurechtzuweisen.

Jedoch ohne Erfolg: Der „Makel“ wird den USA erhalten bleiben.

8. August 2011
von
david_gerginov_
Seit seiner Jugend beschäftigt sich David Gerginov mit dem Kapitalmarkt und den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. Sein wichtigstes Anliegen ist dabei das Aufzeigen von Zusammenhängen und die möglichst einfache Darstellung von komplexen Sachverhalten.

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