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Börsenhandel für Mini-Aktien ist bald vorbei: retten Sie Ihr Geld

Ein Börsensegment in Deutschland schließt bald seine Pforten. Das Problem:

Als Investor sind Sie gegenüber den Folgen weitgehend ungeschützt. Denn:

Wenn die entsprechenden Unternehmen nicht zu einem anderen Handelssegment wechseln (können) oder aus dem so genannten “First Quotation Board” noch in den “Entry Standard” gehen, findet bei der Deutschen Börse möglicherweise kein Handel mehr für diese Papiere statt. Das bedeutet:

Theoretisch würden Sie auf diesen Papieren sitzen bleiben, denn einen Rechtsanspruch auf den Verkauf gibt es nicht. Zudem meinen wir, dass die Banken sich in aller Regel diesen Hinweis auch nicht ersparen werden. Das heißt:

Keine Haftung der Bank zu erwarten

Eine Haftung beispielsweise des Bankberaters wird in den meisten Fällen auch nicht möglich sein.

Schon jetzt ist der Wert vieler dieser Papiere vergleichsweise eingeschränkt.

Vorsicht: Akiten auch mit Verlust verkaufen

Das bedeutet, dass Sie im Moment fast nur die Wahl zwischen zwei schlechten Alternativen haben: verkaufen zu ungünstigen Kursen oder abwarten, bis die Börse diese Aktien vielleicht ganz aus dem Handel nimmt. Konkret sehen die Bedingungen aktuell so aus:

  • 389 Unternehmen stehen auf der Beobachtungsliste für eine (Neu-)Bewertung im Dezember 2012.
  • Diese müssen, um zumindest im Entry Standard notieren zu dürfen, folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Die Aktien müssen mindestens 1 Euro Nennwert haben (das heißt: ursprünglich zu mindestens diesem Wert emittiert worden sein).
  • Die Wertpapiere müssen zumindest zu 10% im Streubesitz verteilt sein, dürfen sich also anders als oft bei kleineren Unternehmen nicht nahezu in Familienbesitz befinden.
  • Dazu sollte ein Grundkapital (ursprüngliches “AG”-Startkapital aus der Firmierungszeit in eine AG) von 750.000 Euro vorhanden sein.
  • Schließlich muss die AG einen Prospekt zum Geschäft veröffentlichen, der bestimmte Mindeststandards einhält.

Wie ein Finanzmagazin darlegte, ist es kaum möglich, sich über die Unternehmen etwa im Netz seriös zu informieren. So seien die Aktien zwar auf der Seite   www.boerse-frankfurt.de gelistet und unter “Transparenzlevel” als Teil des “First Quotation Board” zu identifizieren. Aber: eine Rechtsgrundlage ist auch diese Darstellung im Schadensfall kaum.

GeVestor meint: Falls Sie ein solches Unternehmen im Portfolio haben, empfehlen wir, gegebenenfalls auch Verluste zu realisieren. Denn: Mini Aktien aus dem First Quotation Board sind in aller Regel Geldverbrenner, wenn es um die durchschnittliche Erwartung geht. Vor allem:

Es gibt keine Grund, an den Aktien festzuhalten, da eine “Erholung” die Investition nicht verbessert. Entscheidend ist der Kurs zwischen dem heutigen Tag und dem Verkauf. In der Zeit aber sind Aktien aus anderen Segmenten sicherer. Bei kleinen Nebenwerten etwa kommt aus unserer Sicht eher die Aktie von Hermle in Frage.

18. April 2012

Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.