Brandheiße Gerüchte aus dem US-Bankensektor

Privatfinanz Letter
In der heutigen Informationsflut gehen oft die für Sie wichtigsten Finanzmeldungen unter. Der kostenlose E-Mail-Dienst „Privatfinanz-Letter“ von Heiko Böhmer hilft Ihnen zu erkennen, welche Nachrichten für Ihre private Finanzplanung wichtig sind.
Tragen Sie sich hier kostenlos ein:
Die Fußball-Welt schaut derzeit gebannt nach Polen und die Ukraine. Die Börsianer fokussieren sich auf Spanien.
Aber eine der ganz heißen Storys entwickelt sich gerade auf der anderen Seite der Welt: An der Wall Street mehren sich die Anzeichen für einen radikalen Umbau der dortigen Bankenlandschaft.
Die Meldung schlug ein wie eine Bombe. Laut Insiderkreisen könnte an der Wall Street ein neuer Finanzriese entstehen. Das Marktvolumen könnte gigantische 700 Milliarden USD umfassen.
Denn niemand Geringeres als die größte Investmentbank der Welt, Goldman Sachs, plant laut der Gerüchte den Verkauf der eigenen Hedgefonds-Sparte an den Finanzkonzern State Street. Laut Medienberichten befinden sich die Übernahmegespräche bereits im fortgeschrittenen Stadium.
Goldman Sachs, die Nummer Vier im Hedgefonds-Markt, verwaltet in dieser Sparte Assets im Wert von rund 200 Milliarden USD. Sollten die Goldmänner ihr Hedgefonds-Geschäft tatsächlich verkaufen, entstünde über Nacht der größte Hedgefonds-Verwalter der Welt.
Das geschätzte Volumen des verwalteten Vermögens dürfte dann bei fast 700 Milliarden USD liegen. Damit würde State Street die bisherige Nummer Eins Citco vom Thron stoßen. Diese unbestätigten Pläne passen genau in das Bild einer neuen Entwicklung an der Wall Street.
Entsteht an der Wall Street ein neuer Finanzgigant?
Denn die amerikanischen Großbanken wollen sich von ihren hochspekulativen Geschäftsbereichen trennen. So gibt es an der Wall Street derzeit auch Gerüchte, dass Morgan Stanley Teile seines Rohstoff-Geschäfts verkaufen will.
Dahinter stehen klare Chance-Risiko-Kalkulationen. In Washington zeichnen sich im Angesicht der Wahlen im Herbst neue Regulierungsmaßnahmen ab, nach denen die Gewinnchancen im Hedgefonds-Sektor eingegrenzt werden sollen.
Aufgrund der hohen Risiken im Hedgefonds-Business könnte dieser Geschäftsbereich wesentlich unattraktiver als bisher werden. Deshalb wollen immer mehr Großbanken diese Sparten absprengen und sich auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren.
Diese Entwicklung wäre für die US-Bankenlandschaft und die Bankaktien jedoch sehr positiv. Denn dadurch würden große strukturelle Risikofaktoren aus Unternehmen wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley verschwinden.
Natürlich würde die Ertragsdynamik der US-Banken leiden. Aber das schwerwiegendere Problem ist derzeit der große Vertrauensverlust der Börsianer in die Finanzkonzerne. Eine derartige Entwicklung würde viel Unsicherheit aus dem Markt nehmen.
So reagierte die Aktie von Goldman Sachs in der vergangene Woche auch mit einem Kursanstieg von rund vier Prozent. Die Papiere von Morgan Stanley sprangen sogar um über zehn Prozent an.
Spekulative Anleger behalten deshalb die Entwicklungen im US-Bankensektor genau im Auge. Aber das Risiko bleibt in diesem Sektor weiterhin hoch. Dennoch könnte ein solcher Deal neue Bewegung in den US-Bankensektor bringen.



