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Brexit-Folgen: Die Wahrheit über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens

Überall in Europa brodelt es – nicht zuletzt aufgrund der noch immer ungelösten Flüchtlingskrise.

Hinzu kommt das Erstarken der Rechtspopulisten in vielen EU-Mitgliedstaaten. Beispielsweise in Frankreich, in den Niederlanden, in Dänemark, in Polen, Finnland, Dänemark, Belgien, Ungarn, Italien, Frankreich, Österreich und in Deutschland.

Selbst in der Schweiz ist eine nationale Partei seit 1999 stärkste Kraft im Nationalrat.

Kommt der Brexit?

Und nun auch noch dies: Am 23. Juni 2016 entscheiden die Briten in einem Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union.

Angestachelt wurde dieses vor allem von der rechtspopulistischen UK Independence Party (UKIP), die 2014 bei der Europawahl stärkste britische Partei wurde.

Sie nutzt die EU-Verdrossenheit vieler Briten für ihre Zwecke, wird nicht müde die Bevormundung aus Brüssel anzuprangern.

Hintergrund: Den Briten geht es immer schlechter. Denn das Land lebt seit langem auf Pump.

Das volkswirtschaftliche Defizit beläuft sich jährlich auf rund 140 Milliarden Euro. So wurde Großbritannien zu einer EU-Großbaustelle, die immer mehr in Schulden versinkt.

Premier Camerons Spagat zwischen Großbritannien und der EU

Deshalb ist Premier David Cameron geradezu zum Handeln gezwungen. Bereits im Januar 2013 thematisierte er die Möglichkeit eines Brexit.

Brexit ist ein Kunstwort aus Britain und Exit, das für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union steht.

Britain first

Cameron, der selbst für den Verbleib in der EU wirbt, wird nicht müde eine ökonomische, finanzielle und politische Reformierung des Staatenbündnisses durchzusetzen. Mit Vorteilen für die Briten, versteht sich.

So wie es die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher einst vormachte.

Vielleicht ist Ihnen der Satz „I want my money back“ noch in Erinnerung, mit der die Eiserne Lady 1984 einen „Britenrabatt“ durchsetzte. Bis heute hat Großbritannien diesen Sonderstatus in der EU.

Immerhin ist Großbritannien mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,5 Billionen Euro die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas.

Wie Sie wissen gehört das Land selbst nicht der Eurowährungszone an, sondern hält eisern an seinem Pfund Sterling fest.

Einmalig in der EU: Der „Britenrabatt“

Den Briten wird ein Rabatt auf die EU-Beitragszahlungen gewährt (Einzahlungen minus Subventionen und Beihilfen, die wieder zurückfließen).


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Denn normalerweise wird mehr eingezahlt, als wieder zurückkommt.

Dieser Rabatt beträgt immerhin 66 Prozent des Nettobeitrags. Von 1985 bis 2015 sparte Großbritannien so über 111 Milliarden Euro.

Sie sehen, Thatcher hat damals wahrlich gut verhandelt. Dasselbe versucht Cameron nun auch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel signalisierte im Mai 2015 bereits, dass Änderungen der EU-Verträge nicht ausgeschlossen seien. So groß ist die Angst vor einem Brexit.

Ein Brexit wäre rechtens

So geht also die Angst in Europa über einen möglichen Brexit um. Er beschäftigt Politiker überall in der Union.

Denn ein solcher könnte der Anfang vom Ende der „Vereinigten Staaten von Europa“ sein.

Es ist allerdings so: Eine Rechtsgrundlage für einen Brexit gibt es sehr wohl.

Sie finden diese in Artikel 50 des EU-Vertrags, der infolge des Vertrags von Lissabon erstmals den freiwilligen Austritt von Mitgliedsstaaten aus der EU regelt.

Darin heißt es u. a., dass jeder Mitgliedstaat im „Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften“ beschließen kann, aus der Union auszutreten.

Horror-Szenario des Brexit

Natürlich werden die Brexit-Kritiker nicht müde davor zu warnen, welche Nachteile ein Austritt für Großbritannien hätte.

Nachfolgend fassen wir diese zusammen:

  • Die Briten würden einen Teil der Handelsprivilegien mit dem EU-Binnenmarkt verlieren. Denn mehr als 50% der Exporte gehen in andere Mitgliedsstaaten.
  • V. a. US-amerikanische Geldinstitute würden sich wohl aus London zurückziehen und ihre europäischen Geschäfte nach Irland verlagern. Zumindest gibt es seit dem Herbst 2014 dementsprechende Vorbereitungen. Somit wäre die Stabilität der europäischen Kapitalmärkte in Gefahr.
  • Die Bank of England würde die Zinsen anheben, Aktien und Anleihen massiv unter Druck geraten.
  • Ausländische Investoren würden abgeschreckt. Diese allerdings sind wichtig, um mit ihren Geldern die klaffende Lücke in der Außenhandels-Bilanz zu schließen.
  • Die britische Wirtschaft könnte an Schwung verlieren. Es würde zu schwerwiegenden Einbußen bei der Beschäftigung kommen. So schätzen Experten, dass ein Brexit zwischen 10 und 14% der heimischen Wirtschafts-Leistung kosten würde. Anders ausgedrückt: Jeder Brite müsste umgerechnet rund 5.000 € an jährlichem Einkommen abschreiben.
  • Premier Cameron warnt vor noch düsteren Szenarien: Ein EU-Austritt könnte die Sicherheit Großbritanniens gefährden und sogar neue Kriege könnten drohen.
  • V. a. würde ein Brexit das europäische Haus nachhaltig beschädigen, wenn nicht gar vollends zerstören. Der Anfang vom Ende des Projekts der Vereinigten Staaten von Europa wäre eingeläutet.
  • Die viel gepriesene europäische Integration wäre gescheitert, das politische Gleichgewicht in Europa langfristig zerstört. Zudem bestünde die reale Gefahr einer Kettenreaktion; ein wahrer Albtraum für die Konstrukteure der EU.

Brexit-Auswirkungen auf Deutschland

Auch für Deutschland hätte ein Brexit Auswirkungen. V. a. würde Bundeskanzlerin Angela Merkel einen ihrer bedeutendsten europäischen Verbündeten verlieren; sowie einen der wichtigsten Handelspartner.

Das würde in der EU zu einem Übergewicht der Südstaaten (inklusive Frankreich) führen.

Die deutschen BIP-Einbußen bei einem Brexit lägen bei 0,3 bis 2%. Umgerechnet entspricht das ca. 700 € Verlust pro Kopf.

Deutschland als größter Nettozahler würde für noch mehr Haftungen und Zahlungen in der EU herangezogen werden.

Konkret müsste der heimische Steuerzahler wohl jährlich 2,5 Mrd. € zusätzlich aufbringen; eventuell durch Steuererhöhungen oder weiteren Abgaben.

Zusammen mit den BIP-Einbußen pro Kopf würden Sie also an Vermögen verlieren.

Allerdings wird hierzulande von den EU-hörigen Politikern wie Merkel & Co. sowie den Mainstreammedien die andere Seite der Medaille verschwiegen: Die immensen Vorteile eines EU-Austritts.

300 Unternehmer machen gegen die EU-Mitgliedschaft mobil

Berichtet wird hierzulande nicht, dass mehr als 300 britische Unternehmer für einen EU-Austritt werben.

In einem offenen Brief proklamieren sie, dass die Brüsseler Bürokratie jeden einzelnen der 5,4 Millionen britischen Betriebe hemme. Und das, obwohl nur eine kleine Minderheit tatsächlich Geschäfte mit der EU mache.

Unterzeichnet wurde dieser offene Brief unter anderem von dem früheren Sony-Manager Steve Dowdle und David Sismey, einem Geschäftsführer des Bankgiganten Goldman Sachs.

Das wären die Vorteile eines Brexit für Großbritannien

Vor allem würden die Briten politisch von einem Austritt aus der EU profitieren.

Denn der Mangel an demokratischer Legitimation – wie in Brüssel – würde wegfallen. Das heißt auf gut deutsch, dass es keine Bevormundung und bürokratischen Vorschriften mehr aus Brüssel geben würde.

Und dies wiederum, dass die Briten bei sämtlichen Rechtsprechungen und Regularien eigene Entscheidungsfreiheiten hätten. Also wieder volle nationale Souveränität ohne am Gängelband der Brüsseler Bürokraten zu hängen.

Außerdem müssten die Briten keine Hilfskredite mehr für EU-Krisenländer berappen.

Hinzu kommt eine jährliche Einsparung durch Selbstbehalt von Mitgliedsbeiträgen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Das sind rund 0,5 Prozent des nationalen Einkommens.

Experten schätzen sogar ein Wirtschaftswachstum von bis zu 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Handelseinbußen mit der EU, die es natürlich geben würde, könnten mit den Schwellenländern kompensiert werden.

So wären die Briten weiterhin wirtschaftlich konkurrenzfähig.

Außerdem spräche nichts gegen ein Freihandelsabkommen mit der EU, um diesbezüglich weiterhin starke Wirtschaftsbeziehungen zu unterhalten. Genauso wie es beispielsweise die Schweiz hat.

Im Endeffekt würden die Briten von einem Brexit wohl profitieren

Wie Sie sehen, hat ein Brexit also nicht nur Nachteile, sondern auch viele Vorteile für die Briten.

Vor allem politisch – wie aufgezeigt – die der vollen nationalen Entscheidungsfreiheit, die jetzt von Brüssel massiv beschnitten wird. Wie in jedem anderen EU-Mitgliedsland auch.

Doch diese Vorteile werden hierzulande kaum erwähnt, um wohl den Bürgern ein EU-Austritt nicht auch noch schmackhaft zu machen. Denn das Elite-Projekt der Vereinigten Staaten von Europa ist so gefährdet, wie noch niemals zuvor.

Ein Brexit wäre der erste Schritt zum Zerfall der EU.

13. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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