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Britisches Pfund erlebt „Flash-Crash“

Der Kurssturz der britischen Währung sorgte für die Meldung der Woche. Bereits am Dienstag hatte ich Ihnen an dieser Stelle über die jüngste Entwicklung des britischen Pfunds berichtet.

In der vergangenen Nacht sorgte die britische Währung dann erneut für Schlagzeilen:

Ein mysteriöser „Flash-Crash“ (mehr dazu gleich) drückte das Pfund im Verhältnis zum US-Dollar binnen weniger Minuten um 6% nach unten.

Ein derartiger Preisverfall ist bei Aktien keine Seltenheit. Bei Währungs-Paaren, die auf Tagesbasis für gewöhnlich im Nachkomma-Bereich schwanken, ist eine derartige Bewegung aber ein massiver Einbruch.

6%-Absturz innerhalb weniger Minuten

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, um kurz nach 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit, brach das britische Pfund im Vergleich zum US-Dollar plötzlich von rund 1,26 auf nur noch 1,18 US-Dollar ein.

Das bedeutete ein Minus von satten 6%. Die meisten Händler machen für den Absturz fehlgeleitete Computer-Algorithmen verantwortlich.

Es gibt jedoch auch eine andere Theorie – so hat beispielsweise die japanische Zeitung „Nikkei“ einen Händler mit folgender Aussage zitiert:

Da habe wohl jemand mit einem „dicken Finger“ auf seiner Computer-Tastatur versehentlich einen deutlich größeren Verkaufs-Auftrag platziert als eigentlich beabsichtigt.

Dieses im Englischen auch als „Fat Finger“ bezeichnete Phänomen gab es in der Vergangenheit schon häufiger.


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Sie müssen sich das in etwa so vorstellen: Ein Händler tippt eine Order ein und fügt versehentlich eine 0 hinzu oder vertauscht beispielsweise einen Kaufbetrag mit der Stückzahl.

Er kauft also statt Aktien im Wert von 1 Mio. € 1 Mio. Aktien. Wenn eine Aktie dann z. B. 100 € kostet, ist der Auftrag plötzlich 100x so groß wie ursprünglich beabsichtigt.

Im Gegensatz zur 1. Theorie, wonach ein fehlerhafter Algorithmus verantwortlich gemacht wird, handelt es sich hier also um menschliches Versagen.

Genauso schnell wie sie gefallen war, erholte sich die britische Währung im Anschluss jedoch wieder und konnte die Verluste größtenteils wieder ausgleichen.

Experten sprechen in solchen Fällen von einem „Flash-Crash“.

Sollte nicht ein sogenannter „Fat Finger“ die Ursache für den „Flash-Crash“ des britischen Pfund sein, sondern ein fehlerhafter Computer-Algorithmus, wäre der Hochfrequenz-Handel schuld an diesem Ereignis.

Das war übrigens in der Vergangenheit bereits einige Male der Fall. Daher möchte ich den Hochfrequenz-Handel an dieser Stelle noch einmal für Sie unter die Lupe nehmen.

Hochfrequenz-Handel: Winzige Kursdifferenzen, riesige Summen

Hinter den Hochfrequenz-Händlern stehen oft Hedgefonds. Modernste Computer-Programme setzen auf winzige Kurs-Unterschiede an den Börsen.

Damit sich der Aufwand lohnt, müssen riesige Summen eingesetzt werden. Das hört sich spontan wie eine kleine Nische für Spezialfonds an. Die Realität sieht aber anders aus:

Experten gehen davon aus, dass die Hochfrequenz-Händler in den USA für über 70% der Aktien-Umsätze verantwortlich sind. In Europa liegt die Quote auch schon bei 40% – Tendenz weiter steigend…

Vor- und Nachteile des Hochfrequenz-Handels

Theoretisch ist der Hochfrequenz-Handel sogar eine gute Sache für die Börse – und auch für uns Anleger: Der Markt wird noch liquider. Das ist die Grundlage für transparente und faire Kurse.

Es gibt allerdings einige Schwachstellen:

Zum einen sind die Hochfrequenz-Händler unberechenbar. Ziehen sich mehrere große Händler plötzlich zurück, trocknet der Markt schlagartig aus.

Ein solcher Rückzug soll beispielsweise den „Flash-Crash“ im Mai 2010 ausgelöst haben. Damals verlor der Dow Jones ohne Grund plötzlich 1.000 Punkte.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die riesigen Order-Größen der Hochfrequenz-Händler sollen in Stress-Phasen die Schwankungen verstärken.

Fazit

In ohnehin ruhigen Börsen-Phasen ist die Wirkung der Hochfrequenz-Händler positiv, in stürmischen Zeiten dagegen negativ.

Angesichts dieser unglücklichen Wirkung bieten diese Handels-Systeme aus meiner Sicht keinen nachhaltigen Mehrwert für den Gesamtmarkt.

Ein Trost für uns Anleger ist, dass die „Blitzeinschläge“ meistens sehr schnell und fast spurlos verschwinden. Dennoch: Nicht alles, was (an der Börse) technisch möglich ist, sollte auch umgesetzt werden.

7. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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