Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

China-Aktie: Trauerspiel Asian Bamboo endet mit Insolvenzantrag

Die Griechenland-Krise sorgte in dieser Woche am deutschen Aktienmarkt erneut für eine Achterbahnfahrt. Zuerst beflügelte die Hoffnung auf einen Kompromiss die Kurse, dann folgte in der zweiten Wochenhälfte die Ernüchterung.

Während DAX-Investoren die Kursschwankungen einfach nur „aussitzen“ brauchen, heißt es für Besitzer von China-Aktien, die an deutschen Börsen notieren, immer häufiger „Totalverlust“.

Erst am Dienstag dieser Woche habe ich Ihnen von der Pleite eines chinesischen Unternehmens berichtet, das in Deutschland an der Börse notiert ist. Es handelt sich dabei um das Unternehmen Joyou, das nach Unregelmäßigkeiten in der Bilanz schließlich einen Insolvenzantrag stellen musste.

Gestern folgte dann die nächste Hiobsbotschaft eines chinesischen Unternehmens mit deutscher Börsennotiz: Asian Bamboo meldete ebenfalls, dass ein Insolvenzantrag gestellt werden muss.

Das Unternehmen Asian Bamboo dürfte den Stammlesern unter Ihnen bekannt sein. Denn: Von diesem Unternehmen habe ich bereits einige Male an dieser Stelle berichtet.

Erst im November des vergangenen Jahres habe ich hier im „Schlussgong“ unter der Überschrift „Asian Bamboo: Die Geldvernichter“ vor diesem Unternehmen gewarnt. Da Asian Bamboo als ideales Negativ-Beispiel dient, stelle ich Ihnen heute noch einmal den Aufstieg und den darauf folgenden Absturz des Unternehmens kurz vor.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Asian Bamboo im Portrait

Die Asian Bamboo AG wurde 2007 als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht gegründet und hat ihren Hauptsitz in Hamburg. Das operative Geschäft erledigen zwei Tochtergesellschaften in Hongkong. Das Geschäftsmodell sah vor, dass Asian Bamboo im großen Stil Bambus-Plantagen bewirtschaftet und dann das Holz und die Bambus-Sprossen verkauft.

Diese Geschäftsidee hat viele Anleger fast schon magisch angezogen. Asian Bamboo hat gleich 3 große Trends abgedeckt: 1) die China-Phantasie, 2) den Wunsch, ein „grünes Investment“ zu tätigen (Bambusholz statt Edelhölzer) und 3) den Boom nach Bio-Produkten (Bambus-Sprossen). Mit dem eingesammelten Geld hat Asian Bamboo in der Spitze eine Plantagenfläche von über 50.000 Hektar bewirtschaftet.

Das Problem: Das Geschäftsmodell klang gut, doch die Zahlen waren schlecht. Vorläufiger Negativhöhepunkt waren die Zahlen für das Geschäftsjahr 2013. Der Umsatz sank um 55% auf 31,4 Mio. Euro, der Konzernjahresfehlbetrag explodierte von 19,8 auf 199,9 Mio. Euro (!) und die liquiden Mittel schrumpften von 38,6 auf 28,5 Mio. Euro. Mit anderen Worten: Eine Horrorshow für Asian-Bamboo-Aktionäre.

Im vergangenen November erfuhr ich dann auf einer großen Analysten- und Investorenkonferenz in Frankfurt von den überraschenden Plänen der Unternehmensführung von Asian Bamboo, das Unternehmen komplett neu erfinden zu wollen.

Das Unternehmen wollte sich neu erfinden

Da im operativen Geschäft keine Besserung in Sicht war, hätten viele Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits das Geschäft abgewickelt, die AG aufgelöst und die restlichen Mittel an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Manager von Asian Bamboo gingen einen anderen Weg: Sie wollten das Unternehmen neu erfinden.

Zunächst haben die Manager untersucht, warum das Bambus-Geschäft gescheitert ist. Die Ergebnisse: Die schwache Weltkonjunktur, die zu starke chinesische Währung, die schwache Rohstoffnachfrage, das schlechte Wetter, steigende Löhne und die Flucht der Landarbeiter in die Städte.

Der letzte Punkt, die Flucht der Landarbeiter in die Städte, hat bei den Managern von Asian Bamboo eine Idee ausgelöst: Wir machen aus der Schwäche eine Stärke.

Wenn die Landarbeiter in die Städte ziehen und nicht mehr für Asian Bamboo Bambus anpflanzen wollen, dann wird das Unternehmen diesen Bereich aufgeben und im Gegenzug Eigenheime für die wachsende Stadtbevölkerung bauen.

Lin Zuojun, der Gründer und Vorstands-Boss von Asian Bamboo, formuliert es so: „Die gleichen Faktoren, die für die Probleme im Plantagen-Geschäft verantwortlich sind, begünstigen unser Immobilienprojekt.“

Aus den Bambus-Experten sollten also über Nacht Immobilien-Experten werden. Was schon fast nach Comedy klingt, war durchaus ernst gemeint. Doch ich hatte bei diesen Plänen bereits massive Bauchschmerzen, als ich davon hörte. Und jetzt stellte sich heraus, dass meine Befürchtungen alles andere als unbegründet waren.

Damals notierte die Asian-Bamboo-Aktie immerhin noch bei 0,80 Euro. Heute – nachdem bekannt wurde, dass ein Insolvenzantrag gestellt werden muss – liegt der Wert der Aktie nur noch bei 0,27 Euro.

Damit hat die Aktie seit November 2014 noch einmal rund 66% an Wert verloren. Eine katastrophale Entwicklung für Asian-Bamboo-Aktionäre.

Fazit: Meiden Sie weiterhin „deutsche“ China-Aktien

Seien Sie vorsichtig, wenn an der Börse verstärkt mit Trends wie „grüne Geldanlage“ oder „China-Phantasie“ geworben wird. Oft überdecken diese langfristig orientierten Schlagworte operative Schwächen im aktuellen Tagesgeschäft.

Zudem möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal meine Empfehlung wiederholen, die ich bereits am Dienstag ausgesprochen habe: Wenn Sie vom China-Wachstum profitieren wollen, sollten Sie auf heimische Export-Werte – also auf exportstarke deutsche Unternehmen – setzen. Dazu zählen beispielsweise die deutschen Autobauer, die in China sehr erfolgreich sind.

29. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rolf Morrien. Über 344.000 Leser können nicht irren.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt