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China: Aktuelle Einschätzung der Lage

Gute Zahlen aus den Unternehmen konnten den Aktienmarkt im Januar nicht stützen. Das schaffte aber (wieder einmal) Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank. Die Aussicht auf weitere Geldspritzen trieb den DAX knapp 2% nach oben.

Da mich zum heiß diskutierten Thema China viele Leseranfragen erreicht haben, möchte ich heute erneut über die chinesische Wirtschaft berichten und eine weitere Einschätzung der aktuellen Lage ins Spiel bringen.

Die „Börsen-Zeitung“ – aus meiner Sicht die qualitativ beste Wirtschaftszeitung in Deutschland – veröffentlichte am gestrigen Tag einen Kommentar zum Thema China, den ich sehr treffend finde und der die Überschrift „China – Gar nicht so kaputt“ trägt.

China: Von einem Einbruch der Wirtschaft keine Spur

In diesem Kommentar, der von Norbert Hellman, einem Redakteur der „Börsen-Zeitung“, geschrieben wurde, heißt es unter anderem:

„Angesichts der gewaltigen Turbulenzen mit China-Hintergrund, die in den ersten Wochen des neuen Jahres an den Märkten regiert haben, kann man froh sein, dass die diffusen Ängste bezüglich eines immer heftigeren Wirtschaftseinbruchs in China nun einem relativ zeitnahen Reality Check ausgesetzt worden sind.“


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Soll heißen: Es ist gut, dass die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten aus China für das abgelaufene Jahr erstens sehr zeitnah veröffentlicht wurden und zweitens den Untergangspropheten sachlich betrachtet den Wind aus den Segeln nahmen.

Weiterhin schreibt Hellmann in seinem Kommentar: „Und siehe da, wieder einmal riecht es nicht nach Untergang beziehungsweise der seit mittlerweile 10 Jahren andauernd aufs Neue prophezeiten ‚harten Landung‘ der chinesischen Wirtschaft.“

Was er damit meint, ist, dass die Zahlen zeigen, dass Chinas Wirtschaft zwar in Prozent ausgedrückt langsamer wächst als zuvor, dass dies aber keinesfalls dafür spreche, dass Chinas Wirtschaft demnächst in eine Rezession (eine schrumpfenden Wirtschaftsleistung) schlittern wird. Im Gegenteil: Über ein Wachstum von fast 7% wären die meisten anderen Länder der Welt mehr als froh!

Anleger sollten auch auf das absolute Wachstum Chinas achten

Hinzu kommt das, was ich Ihnen auch hier im Schlussgong schon einige Mal beschrieben habe: Nämlich, dass die chinesische Wirtschaft zwar prozentual weniger wächst, das Wachstum aber in absoluten Zahlen ganz anders aussieht.

Wie das gemeint ist, lässt sich an einem ganz simplen Zahlenbeispiel verdeutlichen: 7% von 100 sind mehr als 10% von 50. Und da die Ausgangsbasis in China in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist, sind heute 7% Wachstum in absoluten Zahlen eben mehr als 10% Wachstum vor einigen Jahren.

Ein anderer Blickwinkel auf Chinas Wirtschaft

Einen weiteren wichtigen Aspekt habe ich ebenfalls schon einige Male an dieser Stelle angeführt: Chinas Wirtschaft befindet sich im Wandel. Der Dienstleistungssektor und die Binnenkonjunktur (inländischer Konsum) werden künftig immer wichtiger werden und der Industriesektor immer mehr an Bedeutung verlieren.

Nur leider wird dieser Umstand kaum berücksichtigt in der aktuellen Berichterstattung rund um die Lage der chinesischen Wirtschaft.

Den Abschluss macht jetzt ein weiteres Zitat aus dem Kommentar von Norbert Hellmann: „Aus Sicht eines brasilianischen Rohstoffexporteurs mag Chinas Wirtschaft gerade dabei sein, vor die Hunde zu gehen, aus einem Blickwinkel eines koreanischen Softwareentwicklers, der angesagte Online-Spiele oder Korean Pop Content zu vermarkten hat, können die China Perspektiven gar nicht versprechender und verlockender sein. An den Weltfinanzmärkten achtet man natürlich eher auf Eisenerz- und Kupferpreise, um sich ein Bild von Chinas Wirtschaft zu machen, als die Einnahmen von Werbeagenturen und Friseursalons.“

Chinas Wirtschaft wandelt sich. Ehemalige Boom-Branchen kühlen sich ab, Unternehmen aus dem Dienstleistungs- oder Konsumbereich sind die neuen Gewinner. Diese Entwicklung konnten Sie vor einigen Jahren und Jahrzehnten bereits in den USA oder Deutschland erleben. Daher ist es erstaunlich, dass so viele Analysten und Medien überrascht auf den Wandel reagieren.

Fazit: Die Zeiten des zweistelligen Wachstums sind in China lange vorbei. In der Tendenz werden die Wachstumsraten Richtung 2 bis 3% sinken. Da die Ausgangsbasis aber immer größer wird, können damit die Unternehmen sehr gut leben. Daher bin ich überzeugt, dass das Thema China an der Börse nicht mehr lange für Negativ-Schlagzeilen sorgen wird.

21. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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