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Chinesischer Bieter torpediert Starwood-Übernahme durch Marriott

Es häuft sich die Anzahl der Übernahmen, die auf der Zielgeraden noch abgefangen werden. Neuestes Beispiel ist die Übernahme der US-amerikanischen Hotelkette Starwood Hotels (u.a. Westin/Sheraton) durch den Rivalen Marriott.

Der schon sicher geglaubte Deal wurde jetzt von einem Konsortium unter der Federführung der chinesischen Versicherungsgesellschaft Anbang torpediert. Starwood hält dem bisherigen Bieter noch die Stange, doch der Übernahme-Sensor rechnet damit, dass in wenigen Tagen die Anbang-Offerte unterstützt wird.

Fallende Märkte reduzieren Wert von Umtausch-Übernahme-Angeboten

Dass Übernahme-Offerten aktuell häufiger torpediert werden, hat einen Grund: Sie haben mitbekommen, dass viele Aktien von ihren Niveaus im Herbst 2015 zurückgekommen sind. Gerade die Aktien von Unternehmen, die eine Übernahme angekündigt hatten, mussten leiden.

In der schwachen Marktphase bestraften die Investoren die kaufwilligen Konzerne besonders stark, da ein ungeplanter Unsicherheitsfaktor hinzukam. Es wurde befürchtet, dass die Wirtschaft weiter an Schwung verliert und der Zukauf deshalb zu teuer ist oder sich die geplanten Synergien nicht heben lassen.

Das hatte häufig Auswirkungen auf den Wert des Übernahme-Angebots. Denn wenn der Bieter einen Teil des Preises mit Aktien begleichen will, dann hängt die Höhe der Offerte vom Wert der Bieteraktie ab. Konkurrenten können nach einem Kursabsturz dann vergleichsweise günstig eine Konkurrenzofferte platzieren.


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Diese Erfahrung machte zum Beispiel der Chip-Hersteller Dialog Semiconductor. Als der Aktienkurs unter Druck geriet, war die Offerte für den US-Chiphersteller Atmel auf einmal über 20% weniger wert. Konkurrent Microchip funkte dazwischen und schnappte sich das Übernahme-Ziel. Wäre die Dialog-Aktie nicht unter Druck geraten, wäre der Deal höchst wahrscheinlich planmäßig durchgegangen.

Neues Angebot 1,8 Mrd. Dollar mehr Wert als Marriott-Offerte

Bei der Starwood-Übernahme durch Marriott ist die Situation vergleichbar. Im November 2015 bot Marriott je Starwood-Aktie 0,92 eigene Aktien und 2 Dollar in bar. Zu dem Zeitpunkt notierte die Marriott-Aktie bei 76 Dollar und das Angebot hatte einen Gesamtwert von 12,2 Mrd. Dollar.

In der Folge geriet die Marriott-Aktie jedoch massiv unter Druck. Auf Basis des 20-Tage-Durchschnittskurses war das Angebot am vergangenen Freitag nur noch 11 Mrd. Dollar wert. Das sah die Konkurrenz und witterte ihre Chance. Sie platzierte ein 12,8 Mrd. Dollar schweres Angebot (76 Dollar je Aktie in bar) und verhandelt aktuell mit dem Starwood-Management.

Übernahme-Sensor rechnet mit Unterstützung der neuen Offerte

Auf Basis des Marriott-20-Tages-Durchschnittskurses ist das neue Angebot gute 15% mehr wert. Der Bieter will Cash bezahlen. Bei Übernahmen gilt: Cash ist King! Die Investoren werden zu einem festen Preis ausbezahlt.

Die Marriott-Offerte ist ein Umtausch-Angebot. Das Starwood-Management muss jetzt beurteilen, ob das Umtauschangebot einen höheren Gegenwartswert als 76 Dollar je Aktie hat. Es muss die Chancen und Risiken für die Investoren abwiegen.

Wenn ein Cash-Angebot einem Umtausch-Angebot gegenübersteht, wird häufig die Cash-Offerte unterstützt. In diesem Fall ist die Cash-Offerte sogar gute 15% höher. Es bedarf äußerst positiver Faktoren, um den Investoren da noch die Marriott-Offerte zu empfehlen.

Der Übernahme-Sensor rechnet nicht damit.

Marriott könnte sich auf Bieterkampf einlassen oder 400 Mio. Dollar kassieren

Für den Fall, dass Starwood Hotels die Seiten wechselt und sich für Anbang entscheidet, muss der Übernahme-Kandidat eine Strafe von 400 Mio. Dollar zahlen. Eine Strafe ist üblich, wenn man sich bereits geeinigt hat und wird auch bei der Bewertung der Konkurrenz-Offerte berücksichtigt.

Es ist aber wie beschrieben nicht 100%ig sicher, dass sich Starwood für Anbang entscheidet. Und selbst wenn: Marriott könnte sich dazu entschließen, die eigene Offerte ebenfalls noch einmal nachzubessern. Dann kommt es zu einem Bieterkampf bei dem alles möglich ist.

Starwood-Aktionäre die großen Gewinner

Marriott-Investoren reagieren gelassen auf den Vorstoß aus China. In einem schwächeren Markt legt die Aktie 3% zu. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Marriott-Investoren nicht damit rechnen, dass sich das Management auf einen teuren Bieterkampf einlässt.

Dass es diese Chance allerdings gibt, zeigt sich am Starwood-Aktienkurs. Denn dieser steigt heute über den Angebotspreis von 76 Dollar. Die Starwood-Aktionäre sind ohnehin die großen Gewinner des Vorstoßes.

Als die Marriott-Offerte immer weniger wert wurde, verlor auch die Starwood-Aktie und die Investoren bekamen langsam Zweifel, ob es überhaupt einen Deal gibt. Jetzt die große Wende! Heute steigt das Papier fast 8% gegen den Markt und ist innerhalb von 5 Wochen um über 25% hoch gelaufen. Im Falle eines Bieterkampfes könnte die Aktie sogar noch mehr hinzugewinnen – es bleibt auf jeden Fall spannend.

14. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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