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Clevere Anleger lassen sich nicht blenden

Noch immer dominieren die Negativschlagzeilen rund um die Themen Börse und Wirtschaft. Selbst im Kern positive Nachrichten erhalten entweder einen negativen Anstrich oder werden nur als Randnotiz abgedruckt oder digital veröffentlicht.

Ich möchte Ihnen jetzt 2 ganz aktuelle Beispiele vom heutigen Tag schildern.

Wie Gutes schlecht gemacht wird

Beispiel 1: Heute morgen las ich folgendes zum aktuellen Konsumklima in Deutschland: „Trotz wackliger Weltwirtschaft, heftiger Börsenturbulenzen und ungelöster Flüchtlingskrise bleibt die Kauflaune der Deutschen gut.“

Erstens wird die Weltwirtschaft auch in diesem Jahr voraussichtlich um 3% wachsen und ist damit weit entfernt von einem „Wackeln“. Zweitens: Was haben die Börsenturbulenzen mit dem Konsumklima in Deutschland zu tun – zumal es in Deutschland prozentual gesehen so wenige Aktionäre gibt wie in kaum einer anderen Industrienation?


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Drittens: Warum sollte die Flüchtlingskrise die Deutschen dazu verleiten, weniger Geld auszugeben? Sicher ist, dass die Flüchtlingskrise Deutschland viel Geld kosten wird. Sicher ist aber auch, dass augenblicklich (noch) niemand in Deutschland deswegen weniger Geld in seinem Portemonnaie hat.

Warum also der negative Anstrich der Meldung? Ich sage es Ihnen: Weil eine positive Nachricht wie „Von Krise keine Spur: Das Konsumklima in Deutschland bleibt auf hohem Niveau“ nicht in den allgemeinen medialen Tenor passen würde.

BASF und der Unterschied zwischen Vorsicht und Pessimismus

Kommen wir jetzt zu meinem 2. Beispiel: In einer Zwischenüberschrift eines Berichtes zu den heute veröffentlichten BASF-Zahlen hieß es: „BASF gibt düstere Ölpreisprognose.“

Das ist der Hintergrund: Fakt ist, dass die Ölpreise seit rund 18 Monaten sinken und dass das bei Unternehmen, die wie BASF mit der Ölbranche Geschäfte machen, zu deutlichen Einbußen führt. Daher verringerte sich der operative Gewinn (EBIT) vor Sondereinflüssen bei BASF zuletzt um 8% auf 6,7 Mrd. Euro.

Dass BASF jetzt für das laufende Jahr davon ausgeht, dass die Ölpreise auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben und auch die Preisannahmen für die Folgejahre reduzierte, ist aus meiner Sicht vernünftig. Zudem bedeutet es nicht, dass BASF damit rechnet, dass der Ölpreis die nächsten 5 Jahre bei maximal 30 US-Dollar je Barrel notieren wird.

Die bereits zitierte Überschrift „BASF gibt düstere Ölpreisprognose“ suggeriert jedoch, dass man bei BASF damit rechne, dass der Ölpreis zwangsläufig niedrig bleibe. So wird eine Vorsichtsmaßnahme plötzlich zu Pessimismus erklärt.

Nur wer Aktien besitzt, kann auch am Aufschwung verdienen

Sie sollten sich nicht von den Medien blenden lassen und schon gar nicht alles über einen Kamm scheren. Natürlich gibt es Aktien, die in den vergangenen Wochen zu Recht unter Druck geraten sind.

Aus meiner Sicht überwiegt jedoch der Anteil derer Aktien, die zu unrecht oder zumindest zu stark unter Druck geraten sind und Ihnen somit aktuell besonders gute Perspektiven für den kommenden Aufschwung bieten.

Bedenken Sie bitte: Wer jetzt seine Aktien verkauft bzw. – sofern man noch keine besitzt – keine kauft, kann am Aufschwung von morgen nicht teilhaben.

27. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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