Conergy: Aktie auch nach Geschäftszahlen im freien Fall
Trotz des beschlossenen Atomausstiegs geht es den Solarkonzernen in Deutschland weiterhin schlecht. Auch Conergy ist von dieser Entwicklung betroffen und konnte die guten Ergebnisse von 2010 auch im zweiten Quartal nicht erreichen. Und auch die Conergy-Aktie notiert derzeit auf einem absoluten Allzeit-Tief.
Damit folgen die Hanseaten auf die bereits bekannt gegebenen enttäuschenden Geschäftsergebnisse der Konkurrenten e-cells, Phoenix Solar und dem Windanlagenhersteller Nordex. Einzig der Marktführer Solarworld konnte sich am schwächelnden Markt behaupten und den Gewinn vergrößern.
Umsatzsteigerung bei Conergy reicht nicht aus
Ganz anders sieht es bei Conergy aus. Zwar konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorquartal deutlich steigern, das Ausnahmejahr 2010 bleibt jedoch in weiter Ferne. Ein Umsatz von 225,2 Millionen Euro bedeutet zwar nur einen geringen Rückgang (Vorjahr: 239,4 Millionen Euro), doch sorgen negative Marktentwicklungen für Verluste beim Konzernergebnis.
So fiel das operative Ergebnis (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf nunmehr -6,7 Millionen Euro. 2010 hatte hier noch ein Gewinn von 18,5 Millionen Euro verbucht werden können. Auch das Konzernergebnis nach Steuern fiel mit einem Verlust von 18,6 Millionen Euro sehr viel schlechter aus als im vergangenen Jahr (7,9 Millionen Euro Gewinn).
Erstes Halbjahr drückt Kurs der Conergy-Aktie
Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch beim Blick aufs gesamte erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres ab. So konnte der Umsatz 388,5 Millionen Euro im Vergleich zu 2010 konstant gehalten werden, das Konzernergebnis nach Steuern fiel jedoch mit einem Verlust von 41 Millionen Euro in den Keller. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 5 Millionen Euro erwirtschaftet.
Positive Nachrichten aus Asien
Dennoch kann das Hamburger Unternehmen auch positive Nachrichten bekannt geben. Beim internationalen Geschäft verzeichneten die Hansestädter eine deutliche Umsatzsteigerung im zweiten Quartal. Dieser stieg von 115,6 Millionen Euro auf 157,2 Millionen Euro. Damit ist der Auslandsumsatz mit rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes die Haupteinnahmequelle des Konzerns.
Vor allem in der Region Asien-Pazifik konnte Conergy den Umsatz steigern. Mit 63,1 Millionen Euro wurde dieser im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (30,5 Millionen Euro).
Unsichere Prognose dank schwankender Aussichten
Die in Deutschland schwächelnden Zahlen sind dabei vor allem auf die gekürzte Solarprämie der Bundesregierung zurück zu führen. Daneben schmälern sinkende Preise die Rohstoffmargen und auch die Währungseinflüsse wirken sich negativ auf die Bilanzen des Solarkonzerns aus.
Aufgrund der unsicheren Entwicklung an den Finanzmärkten bleibt Conergy bei sehr vorsichtigen Zukunftsaussichten. Dennoch sei man leicht zuversichtlich, dass die Zahlen im kommenden Halbjahr dank einer steigenden Nachfrage am Markt wieder positiver ausfallen würden.
Conergy-Aktie auf Allzeittief
Positivere Zahlen könnten auch dem Kurs der Conergy-Aktie gut tun. Dieser liegt momentan bei nur noch knapp über 0,50 Euro – ein Allzeittief für das Wertpapier. Zum Vergleich: Während den Hochzeiten der Solarbranche im Jahre 2007 notierte die Aktie bei mehr als 110 Euro.
Mit dem Beginn der weltweiten Finanzkrise befindet sich die Conergy-Aktie nun jedoch im freien Fall. Verschiedene Experten befürchten eine baldige Insolvenz, wenn auch das Limit von 50 Cent fallen wird.



