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Daimler, BMW und Co.: Die DAX-Favoriten 2016

Der deutsche Leitindex DAX konnte sich auch in dieser Handelswoche nicht nachhaltig von der 10.000-Punkte-Marke lösen. Die diversen, oft schwer greifbaren, Ängste lähmen den Markt.

Das Thema „China-Panik“ habe ich aktuell im Börsendienst „Das Beste aus 4 Welten“ unter die Lupe genommen. Hier ein kurzer Auszug aus dem Wochenbericht:

„Nach den überraschenden Yuan-Abwertungen machte sich fast schon Panik breit. Die schlimmsten Vermutungen und Gerüchte: Die chinesische Wirtschaft stürzt ab („harte Landung“) und löst weltweit eine Rezession aus; also ein Schrumpfen der Weltwirtschaft.

Jetzt haben die Konjunkturforscher gerechnet und festgestellt, das sich dieses Schreckensszenario nicht halten lässt. Zum einen schrumpft die chinesische Wirtschaft nicht, sondern wächst nur langsamer, zum anderen löst die chinesische Wachstumsschwäche unterschiedliche Reaktionen aus, die sich zum Teil gegenseitig aufheben.

Die Analysten der Deutschen Bank haben die jüngsten China-Daten in ihr Modell eingearbeitet und kommen zu dieser sicherlich leicht vereinfachten Formel: „Jedes Prozent, das Chinas Wirtschaft weniger zulegt, kostet Europa und die USA nur 0,1 Prozentpunkte BIP-Wachstum.“ Laut DB-Analyse muss es aber nicht einmal zu diesem Negativ-Effekt kommen, da die chinesische Regierung die Wachstumsziele noch erreichen kann, wenn sie die Wirtschaft im 2. Halbjahr ankurbelt.

Kommen wir jetzt zu den konkreten Auswirkungen auf die deutsche Volkswirtschaft (und damit auch indirekt auf den deutschen Aktienmarkt): Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) haben in dieser Woche ihre neuen Wirtschaftsprognosen abgegeben. Für 2015 erwarten die Institute für Deutschland jeweils ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,8% (Vorjahr: 1,6%).

Nicht mehr einheitlich sieht das Bild aus, wenn wir die Prognosen für 2016 betrachten. Während das Kieler IfW keinen großen Gegenwind erwartet und mit 2,1% Wachstum rechnet, rechnet das IWH mit einer Abschwächung im Export und erwartet daher nur noch ein BIP-Wachstum von 1,7%.


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Diese Zahlen relativeren die gesamte „China-Panik“ in Deutschland. Es geht also nicht darum, ob China die deutsche Wirtschaft in den Abgrund stößt, sondern darum, ob die deutsche Wirtschaft 2016 „nur“ solide wächst (+1,7%) oder sogar noch dynamisch zulegen kann (+2,1%).

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, warum die mögliche China-Schwäche die deutsche Wirtschaft nicht härter trifft. Sicherlich ist es so, dass die Unternehmen, die enge Verbindungen zu China haben, mit schwächeren Zahlen rechnen müssen. Doch die allgemeine China-Schwäche würde auch positive Folgen haben, die Sie zum Teil schon jetzt erkennen können:

Die Rohstoffpreise sind am Boden (das entlastet die Unternehmen auf der Kostenseite und beflügelt die deutsche Binnenkonjunktur, da die Ausgaben für Benzin, Heizöl etc. sinken) und die Notenbanken werden aufgrund der möglichen Wachstumsschwäche keine scharfen Zinserhöhungen wagen.

Fazit: Wenn sich die „China-Panik“ in den Köpfen der Anleger zeitnah auflöst, erwarte ich ein sehr starkes Abschlussquartal an der Börse. Im Jahresendspurt kann der DAX dann sogar wieder Richtung 12.000 Punkte springen.“

China: Mehr Schwankungen, aber der Aufwärtstrend hält

Am deutschen Aktienmarkt leiden besonders die Aktien aus der Automobilbranche unter der „China-Panik“. Daimler, BMW und Co. melden Monat für Monat neue Rekordverkäufe, aber diese Zahlen werden konsequent ignoriert. Das Argument der Pessimisten: Die Verkaufszahlen zeigen die Erfolge von gestern, zukünftig wird alles schlechter.

Das Argument der Pessimisten lässt sich nicht ganz von der Hand weisen. Der chinesische Automarkt, der in den vergangenen 10 Jahren ein Selbstläufer war und regelmäßig für zweistellige Wachstumsraten gut war, hat eine Basis erreicht, die nicht mehr automatisch Jahr für Jahr gesteigert werden kann. Es wird zukünftig ab und zu auch schlechte Jahre für die Autobauer in China geben.

Das große Aber: Die Schwankungen nehmen zu, aber der Gesamttrend wird noch über Jahrzehnte nach oben zeigen. Da die kaufkräftige Mittelschicht in China immer größer wird, steigt auch das Absatzpotenzial der Autobauer. Noch kommen in China erst knapp 70 PKW auf 1.000 Einwohner.

In Industrienationen liegt dieser Wert bei über 500. Solche Werte sind in China über Jahrzehnte nicht in Reichweite, aber eine weitere Verdoppelung ist auch schon bis 2025 machbar.

Wachstum in den USA und Westeuropa

Was mich aktuell auch stört, ist die einseitige Konzentration auf China. China ist nicht der einzige Automobilmarkt auf dieser Welt. Blicken wir daher hier im „Schlussgong“ auch noch auf die anderen großen Märkte.

Während China die Schlagzeilen beherrscht, geht in vielen Medien unter, dass der PKW-Markt in den USA phantastisch läuft. Nach den jüngsten Zahlen wurde die Absatzprognose für das Gesamtjahr von 17,3 auf 17,8 Millionen Autos erhöht. Das wäre ein neues 14-Jahres-Hoch.

Gleich mehrere Faktoren treiben den Markt: Nachholbedarf nach dem „Käuferstreik“ in der Krise 2007 bis 2009 (dieser Effekt läuft langsam aus), mehr Jobs (= mehr Einkommen), Lohnsteigerungen, niedrige Zinsen und niedriger Benzinpreis.

In Westeuropa hat sich der Automobilabsatz noch nicht von der Finanz- und Schuldenkrise erholt. Hier liegen wir noch weit unter den alten Spitzenwerten. Da sich die Konjunktur in Westeuropa aber langsam erholt, steigt auch wieder die Kaufkraft. Hinzu kommt, dass Autos nur eine begrenzte Nutzungsdauer haben und irgendwann ersetzt werden müssen. Der Investitionsstau löst sich dann automatisch auf.

Dieser Punkt könnte jetzt erreicht sein. So berichtete BMW zuletzt von einem zweistelligen Wachstum im Heimatmarkt. Auch in Europa gelten zusätzlich die positiven Punkte, die auch den US-Markt belebt haben: Niedrige Zinsen und niedrige Benzinpreise.

Fazit: Auto-Aktien attraktiv

Die Aktienkurse von BMW, Daimler und Co. liegen bis zu 30% unter dem Jahreshoch. Die KGV-Werte sind auf 7 bis 11 gefallen. Für 2016 wird also ein zweistelliger Gewinnrückgang bei allen großen Autobauern eingepreist. Das halte ich für übertrieben.

In China schwankt der Markt stärker, wird aber über einen längeren Zeitraum weiter wachsen. In den USA hat der Markt wieder an das alte Spitzenniveau anknüpfen können. Und in Westeuropa ist der Automobilmarkt auf die Überholspur gewechselt.

Die Unternehmen werden daher mit stärkeren Absatz- und Ergebnisschwankungen leben müssen, der Trend bleibt jedoch positiv. Daher bieten Ihnen die hohen Kursabschläge gute Einstiegs-Chancen. Bleibt der Absatzeinbruch, den die Bären erwarten, aus, werden die Automobil-Aktien spätestens 2016 wieder durchstarten.

11. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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