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Danaher: Mischkonzern im Kaufrausch

Dass Mischkonzerne bei Anlegern oft unbeliebt sind, hat seinen Grund:

Je breiter Unternehmen aufgestellt sind, desto schwieriger ist es zumeist, die wirkliche Geschäftslage in den einzelnen Teilsegmenten zu analysieren und richtig einzuordnen.

Dass sich aber trotz – oder gerade wegen – der Komplexität oft auch ein 2. Blick lohnt, zeigt Ihnen die Aktie des US-Konglomerats Danaher.

Mit einer fulminanten Einkaufs-Tour hat der Konzern seit 2001 seine Erlöse mehr als vervierfacht. Der Aktienkurs explodierte in den vergangenen 5 Jahren um fast 240%.

Jetzt hat der Mischkonzern wieder zugeschlagen und eine Milliarden-Offerte für das Molekulardiagnostik-Unternehmen Cepheid auf den Tisch gelegt.

In Deutschland so gut wie unbekannt

Trotz seines  Börsenwerts von mittlerweile 54 Mrd. Dollar ist der US-Konzern hierzulande kaum bekannt. Das mag daran liegen, dass Sie die Produkte der Marke nirgendwo direkt kaufen können.

Damit unterscheidet sich der Konzern stark von anderen Mischkonzernen wie General Electric oder auch dem deutschen Siemens-Konzern.

Dabei hat Danaher seit der Gründung in den 80er-Jahren eine gigantische Einkaufs-Tour hingelegt:


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  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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Rund 400 Unternehmen schluckte der Konzern – darunter auch hierzulande bekannte Marken wie Leica Microsystems (2005) und Nobel Biocare (2014).

Organisiert werden die Zukäufe heute in den strategischen Segmenten Zahnmedizin, Lebens-Wissenschaften, Industrie- und Umwelt-Technik.

Mittlerweile beschäftigt Danaher auch in Deutschland über 8.000 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten für  die Danaher Corporation über 71.000 Mitarbeiter in den mehr als 400 Tochter-Gesellschaften.

54% Prämie für Cepheid

Mit seinem jüngsten Coup setzt Danaher auf den Molekulardiagnostik-Konzern Cepheid und greift dafür tief in die eigenen Taschen.

Danaher bietet 53 Dollar in Cash je Aktie und damit einen Aufschlag von 54% zum Börsenkurs vor Bekanntgabe der Übernahme. Das entspricht einem Unternehmenswert von immerhin 3,86 Mrd. Dollar.

Auf den 1. Blick sieht der Deal nicht gerade günstig aus. Zwar steigerte Cepheid in den vergangenen 15 Jahren die Erlöse um mehr als 4.600% auf zuletzt 538,6 Mio. Dollar.

Das hohe Wachstum konnte aber noch nicht in Gewinne umgemünzt werden. Alleine in den letzten 4 Jahren verbrannte der Diagnostik-Konzern 136,6 Mio. Dollar.

Seit 2001 konnte lediglich in 1 Jahr (2011) ein hauchdünner Gewinn erzielt werden.

Gewinn-Beitrag in weiter Ferne

Der in Kalifornien ansäßige Cepheid-Konzern entwickelt Systeme für Gentests und bietet unter anderem Tests für Infektions-Krankheiten an. Für dieses Jahr peilt die Firma Erlöse von 618 – 635 Mio. Dollar an (+16%).

Danaher geht davon aus, die Margen der Firma deutlich nach oben schrauben zu können. Für nächstes Jahr peilt Firmenchef Thomas P. Joyce bereits einen minimalen Gewinn-Beitrag von 5 Cent je Aktie an.

Für Sie zum Vergleich: Das entspricht nicht einmal 1% der Danaher-Gewinne (2015: 4,74 Dollar je Aktie). In 5 Jahren nach dem Deal sollten es dann 30 Cent je Anteilsschein sein.

Übernahme kein Schnäppchen

Bislang ging die Übernahme-Tour des Mischkonzerns gut auf. Danahers Gewinne konnten mit dem strammen Wachstumskurs mithalten.

Immerhin verbesserte sich die Gewinn-Marge von 7,87% in 2001 auf 16,33% in 2015 und lag damit auf einem neuen Rekord-Niveau.

Allerdings birgt der Kaufrausch auch gewisse Risiken. Der Übernahmepreis (der 5,5-fache erwartete Jahres-Umsatz 2017) von Cepheid ist alles andere als ein Schnäppchen.

Das ist immerhin mehr als doppelt so hoch wie die historischen Multiples, die Danaher zu zahlen bereit war.

Zugleich müssen Sie wissen: bei den 18 Übernahmen von börsennotierten Gesellschaften hat Danaher erst einmal eine Firma geschluckt, die so gut wie keine Gewinne gemacht hat.

Insofern ist der Konzern jetzt in der Bringschuld. Danaher muss jetzt zeigen, dass Cepheid auch profitabel wachsen kann.

9. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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