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Darum wird der Ölpreis wieder klar steigen


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Im Frühsommer brach der Ölpreis massiv ein.

Und zu der Zeit tauchten ersten Prognosen auf, die einen weiteren Absturz des Preises erwarten ließen.

So erklärten die  Rohstoff Experten von Credit Suisse einen Ölpreisverfall auf bis zu 50 Dollar für möglich. Den Tiefpunkt erreichte der Ölpreis für die in den USA maßgebliche Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit knapp 80 Dollar.

Doch danach ging es auch rasant nach oben. In wenigen Wochen kletterte der Ölpreis um 25%. In der vergangenen Woche erschütterten aber heftige Tageschwankungen den Ölmarkt. Fundamental waren diese Schwankungen nicht begründet. Es ging vielmehr um starke Schwankungen im elektronischen Handel.

Grundsätzlich ist der Ölpreis was uns alltäglich beschäftigt. Dafür sorgt schon die Fahrt zur Tankstelle und die ist bei dem aktuellen Preisniveau von rund 1,70 Euro pro Liter Superbenzin nur wenig erfreulich.

Allerdings gibt es aktuell auch nur wenig Hoffnung für deutlich fallende Ölpreise, die sich dann auch in sinkenden Preisen an der Zapfsäule niederschlagen würden.

Einen negativen Einfluss hatte zuletzt auch der schwache Dollar: Der sinkende Preis wurde durch den starken Euro nahezu ausgeglichen.

Und derzeit sind die Risiken für einen weiter steigenden Ölpreis weiterhin gegeben. Ein wichtiger Faktor ist hier auf jeden Fall die Lage im Nahen Osten. Wieder aufkommende Unruhen in wichtigen Ölförderländern wie Libyen können den Ölpreis schon bald antreiben.

Langfristig ist der Aufwärtstrend intakt

Doch Steigerungen auf dieser Basis sind keineswegs nachhaltig. Hierbei handelt es sich vielmehr um eine Angstprämie für den Ölpreis. Sehr viel aufschlussreicher ist ein Blick auf die fundamentale Lage beim Öl. Bei der Analyse treffen zwei Lager aufeinander:

Zum einen sind das die Anhänger der Peak Oil Theorie. Diese Theorie besagt, dass die globale Ölfördermenge in Form einer Glockenkurve einzustufen ist. In der Praxis bedeutet das: Ist einmal das Produktionsmaximum erreicht, geht es mit der Produktion nur noch bergab.

Sehr schwierig ist nun einzuschätzen, ob wir aktuell schon das Produktionsmaximum erreicht haben. Doch vieles spricht dafür, dass auf dem aktuellen Niveau mit einer täglichen Förderung von rund 86 Mio. Barrel die Obergrenze erreicht ist.

Sollte das tatsächlich stimmen, würde eine weiter steigende Nachfrage durch die Boomstaaten Asiens rasch für weiter steigende Kurse sorgen.

Zum anderen gibt es aber eine Reihe von Experten, die von einer nahezu unbegrenzten Steigerung des Angebots überzeugt sind.

Dazu sollen viele neue Vorkommen in der Tiefsee oder auch unkonventionelle Ölvorkommen beitragen. Sollten diese Experten Recht behalten, wäre eben nicht mit einer deutlichen Preissteigerung zu rechnen, weil das Angebot der jeweiligen Nachfrage angepasst werden kann.

Ich halte dieses Szenario für deutlich unwahrscheinlicher und erwarte daher aus rein fundamentaler Sicht mittel- bis langfristig weiter deutlich steigende Ölpreise, wobei militärische Konflikte in wichtigen Förderländern die Lage zwischenzeitlich sogar noch verschlimmern können.

25. September 2012
von
heiko_boehmer
Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

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