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Das BIP: Überschätzt aber (noch) ohne Alternative

Griechenland schlägt Deutschland. Nicht beim Fußball, wohl aber an der Börse.

Der DAX reagierte zunächst auf sehr starke Konjunkturzahlen aus Deutschland und kletterte auf gut 6.500 Punkte.

Doch am Nachmittag kam die Meldung, dass auch der letzte Versuch, eine neue Regierung in Griechenland zu bilden, gescheitert ist. Neuwahlen sind die logische Konsequenz.

Die Investoren nahmen diese Nachricht negativ auf (warum ist unklar, da die Patt-Situation offensichtlich war und nur Neuwahlen zeigen können, ob die Griechen im Euro-Raum bleiben wollen). Der DAX verlor ausgehend vom Tageshoch über 100 Punkte und beendete den Handelstag bei 6.400 Punkten.

Wirtschaftswachstum steht im Mittelpunkt

Wenn nicht Griechenland heute einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, wäre das deutsche Wirtschaftswachstum die Nachricht des Tages gewesen.

In der heutigen Zeit ist die Fokussierung der Börsen-Medien und Anleger auf das Wirtschaftswachstum von Volkswirtschaften sehr groß. Höchste Wichtigkeit (aus Sicht der Medien) kommt dabei dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu.

Doch kann man überhaupt mit Hilfe dieser Messzahl Aussagen über den wahren Wohlstand und die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft treffen? Lassen Sie mich versuchen, diese Frage mit aktuellen  Zahlen zu beantworten.

Deutschland verhindert Rezession in der Eurozone

Heute gab es einige überraschend gute Nachrichten in Sachen BIP-Zahlen aus der Eurozone zu vermelden.


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In den ersten drei Monaten des Jahres konnte vor allem Deutschland ein unerwartet starkes Wachstum von 0,5 Prozent verbuchen.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes war vor allem der Außenhandel, aber auch der private Konsum für diesen Anstieg verantwortlich. Dagegen sind die Investitionen der Unternehmen zwischen Januar und März gesunken.

Die Prognosen bewegten sich zuvor lediglich zwischen einer Stagnation und einem Anstieg in Höhe von 0,2 Prozent. Mit dem überraschend guten Ergebnis (+0,5 Prozent) konnte Deutschland als Euro-Schwergewicht dabei helfen, eine Rezession in der Eurozone (noch) zu vermeiden.

Zuvor waren die meisten Analysten von einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in der Eurozone im ersten Quartal ausgegangen. Doch anhand vorläufiger Daten konnte die europäische Statistikbehörde Eurostat berichten, dass sich das BIP in den ersten drei Monaten unverändert gezeigt hat.

So wird das BIP berechnet

Bietet die Fokussierung auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) tatsächlich eine so große Aussagekraft über die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, oder werden dabei wichtige Aspekte außer Acht gelassen?

Zunächst einmal sollte geklärt werden, was das BIP eigentlich ist. Definitionsgemäß gibt das BIP den Wert aller Güter und Dienstleistungen an, die in einer bestimmten Zeitperiode innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erwirtschaftet werden.

Bei der Berechnung des BIP gilt das so genannte Inlandsprinzip. Somit werden im Gegensatz zum Bruttonationaleinkommen sowohl die Leistungen von In- und Ausländern erfasst.

Die Veränderungsrate des realen BIP, d.h. bereinigt um Preiseffekte, dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften.

Kann das BIP den Wohlstand einer Gesellschaft abbilden?

Man muss bei der Verwendung des BIP mit Aussagen über die Wirtschaftsleistung der Menschen, aber auch über den Wohlstand in einer Volkswirtschaft, sehr vorsichtig sein.

Zum einen wird bei der Berechnung des BIP nicht unterschieden, ob Geld für etwas Sinnvolles oder weniger Sinnvolles ausgegeben wird. Das soll heißen:

Dabei kommt eine quantitative und keine qualitative Betrachtung zum Tragen.

Somit gehen Ausgaben für die Beseitigung von vorher verursachten Umweltschäden, Verschwendung von Geld oder natürlichen Ressourcen positiv in die Berechnung des BIP ein und erhöhen damit scheinbar den Wohlstand einer Gesellschaft, was nachweisbar nicht immer der Fall ist.

Nur ein Teil der Wirtschaft wird abgedeckt

Ebenso bleiben bei der Berechnung des BIP einige (besonders für die Entwicklungsländer und die ärmeren Schichten) wichtige Aspekte außen vor.

Beispielsweise werden Faktoren wie Schwarzarbeit, Schattenwirtschaft, aber auch unbezahlte Tätigkeiten wie Hausarbeit und Kindererziehung bei der Berechnung des BIP entweder gar nicht oder nur zum Teil erfasst.

Mein Fazit: Besser als erwartete BIP-Daten finden immer ihre Fans. Auch heute hat der Aktienmarkt zunächst mit einem Kurssprung reagiert. Diese Daten sind, je nach Situation, auch durchaus als positives Zeichen zu werten.

Dennoch ist ihre Strahlkraft nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren. Die aktuelle Krise zeigt, dass ein „sinnloses“ Wachstum nichts bringt.

Solange aber qualitative Wachstums-Faktoren nicht eindeutig messbar sind, werden quantitative Konjunktur-Daten wie das BIP-Wachstum die Börsen weiter prägen.

15. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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