Das Vertrauen in die Bankberater schwindet (1)

Ich habe in meinem Buch »Der Euro-Crash kommt« nicht umsonst gefragt: »Kompetente Beratung – gibt es die überhaupt?«

Eine neue Umfrage des Markforschungsinstituts Forsa Brandcontrol unter Topverdienern mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 200.000 Euro, bestätigt nun meine Recherchen.

Demnach würden viele Anleger der Bank nicht mehr einfach ihr Geld überlassen, um es gut zu verwalten. Das Umfrageergebnis zusammengefasst:

  • Topverdiener fürchten die Folgen der Schuldenkrise
  • Sie fühlen sich bei ihrer Bank nicht gut aufgehoben
  • 28 Prozent wollen ihre Bank wechseln
  • Das Vertrauen schwindet
  • Viele jüngere Topverdiener möchten mehr in die Geldverwaltung einbezogen werden
  • Viele Anleger hören mehr auf ihr Bauchgefühl, als auf ihren Bankberater
  • Trotz der Krise ist das Know-how der Banken vergleichsweise wenig und auch weniger geschätzt
  • 45 Prozent der Befragten sehen die Folgen der anhaltenden Schuldenkrise als stark oder sehr stark für ihr Anlageverhalten
  • Konservative agierende Geldinstitute genießen mehr Vertrauen

Das bedeutet, dass Topverdiener unabhängiger und konservativer beraten werden wollen. Genau das spricht für meinen Börsendienst »Unter4Augen«.

Denn meine persönliche Devise lautet: »Mache keine Geschäfte mit Leuten, denen du nicht trauen kannst.« Dabei höre ich auf meine innere Stimme, auf meine Intuition. Aber Bauchgefühl hin oder her, wir alle sind beeinflussbar.

Damit wären wir schon beim nächsten Thema: »Kostenlose Beratung« – haben Sie das auch schon einmal von Ihrem Finanzberater gehört?

Tatsächlich ist die Beratung häufig mit keinen Kosten verbunden, aber sobald Sie einen Vertrag abschließen, werden Sie dafür zur Kasse gebeten – und zwar kräftig. Dann zahlen Sie nämlich über die Provision auch für jene »kostenlosen« Beratungsgespräche mit, bei denen kein Vertrag zustande kam.

Beratungskosten sind also in den allermeisten Fällen bei jedem Abschluss bereits einkalkuliert. Viele sogenannter »Berater« sind in Wirklichkeit also »Verkäufer«, auch das sollten Sie wissen.

Wir alle sind beeinflussbar

Immer mehr Berater stehen zudem unter einem enormen Druck. Bankkaufleute müssen Umsatzquoten erfüllen und Monat für Monat bestimmte Produkte an den Mann oder die Frau bringen.

Freie Berater sind noch mehr auf Provision angewiesen, weshalb sie gerne Produkte anbieten, bei denen sie die maximale Vergütung erhalten. Meist sind das Lebensversicherungspolicen.

Deshalb Achtung: lassen Sie sich nicht austricksen. Ich weiß, das ist einfacher gesagt, als getan, denn schließlich sind Sie ja keine Finanzexperten. Trotzdem kann man sich einige Gedanken machen und auch nachfragen:

  • Wer ist der Verkäufer?
  • Welche Qualifikation besitzt er?
  • Weshalb hat er Kontakt aufgenommen?
  • Analysiert er zunächst meine finanzielle Situation?
  • Ist er wirklich an meinen Zielen interessiert?
  • Wie wird mein Bedarf mit dem angebotenen Produkt gedeckt?
  • Ist er wirklich »unabhängig«, oder nur Produktverkäufer einer Versicherung, Bausparkasse oder Investmentgesellschaft?

Wie Sie sich selbst auf ein Gespräch mit Ihrem Finanzberater vorbereiten können und in welche Fallen Sie keinesfalls treten sollten, verrate ich Ihnen im 2. Teil.

19. September 2012
von
michael_grandt
Chefredakteur von "Unter4Augen" und Bestseller-Autor – ein Mann, der mit seiner knallharten Recherche und seinem unbestechlichen Gespür schon Tausende von Anlegern vor schweren Verlusten bewahrt hat.

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