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DAX 30: Neuer Aufwärtstrend – stürmische Zeiten ade?

Der DAX 30 startete in den gestrigen Handelstag wie die berühmte „Feuerwehr“: Gleich zur Eröffnung sprang der Leitindex um 218 Punkte in die Höhe und markierte nach nur 25 Minuten mit 10.512 Zählern den höchsten Stand seit dem Mini-Crash vom 24. August.

Damit hat das deutsche Börsenbarometer das vorherige Zwischenhoch bei 10.382 Punkten locker überwunden. Laut Definition wurde durch diese Bewegung ein Aufwärtstrend generiert:

Von einem Tief (Punkt 1) ausgehend, erreicht ein Markt ein Zwischenhoch (Punkt 2). Nach einem Rücksetzer, der nicht mehr unter das Ausgangstief führt (Punkt 3), wird das Zwischenhoch überboten (pinkfarbene Linie).

Schauen wir uns diese 1-2-3-Kombination gleich einmal im Chart an:

dax 30 generiert Aufwärtstrend-10-09-2015

DAX 30 generiert Aufwärtstrend

Neuer Aufwärtstrend – stürmische Zeiten ade?

Das sieht doch schon mal recht vielversprechend aus, oder? Aber halt: War ich in meinem gestrigen Betrag zum Markt-Barometer nicht zu der Einschätzung gekommen, dass die „Zeiten an den Aktienmärkten zunächst einmal stürmisch bleiben“?

Wie passt das zu einem neuen Aufwärtstrend?

Schauen wir uns dazu einen zweiten Chart an. Neben den Umsätzen finden Sie darin auch die sogenannten Fibonacci-Korrekturziele.

Fibonacci: Rechenmeister des Mittelalters

In Kürze: Die Methodik des Retracements (=Korrekturziele) geht zurück auf den um 1170 geborenen italienischen Mathematiker Leonardo da Pisa, genannt Fibonacci. Dieser Rechenmeister gilt als der bedeutendste Mathematiker des Mittelalters.

Leonardo da Pisa entdeckte unter anderem eine nach ihm benannte Zahlenfolge. Die daraus abgeleiteten Proportionen sind die Basis für die in der Charttechnik gebräuchlichsten Korrekturverhältnisse: 23,6%, 38,2%, 50,0%, 61,8% und 76,4%.

dax 30 mit fibonacci-retracement-10-09-2015

DAX 30 mit Umsatz und Fibonacci-Korrekturzielen

5 relativierende Punkte

Was sehen wir hier?

  1. Zunächst einmal konnten die Bullen gestern das Tageshoch bei 10.512 nicht verteidigen. Tatsächlich verlor der DAX bis Handelsende mit rund 211 Zählern praktisch den gesamten Tagesgewinn und schloss nahe dem Tagestief bei 10.303 Punkten.

Ich formuliere es einmal so: Es gab schon bessere Starts in einen gerade neu definierten Aufwärtstrend.

  1. Wie Sie erkennen, konnte der DAX gestern zunächst in den Abwärtstrend-Kanal (grüne Linien) eindringen, der bei den vorhergehenden Zwischenhochs jeweils einen natürlichen Widerstand darstellte.

Allerdings schloss der Leitindex letztlich wieder an der Unterseite des Trend-Kanals. Womit die Bedeutung dieser Widerstandslinie unterstrichen wurde.

  1. Auch der gestrige Umsatz stimmt nicht wirklich zuversichtlich: Der Anstieg war begleitet von einem Umsatz, der lediglich an den 50-Tage-Durchschnitt heranreichte (roter Kreis).

Wenn Sie nun noch einbeziehen, dass der DAX, nach dem in der ersten halben Stunde erreichten Hoch, für den Rest des Tages abwärts tendierte, dann relativiert sich der neue Aufwärtstrend weiter.

  1. Das in den letzten 12 Handelstagen ausgebildete Kursmuster entpuppt sich als Flagge (rote Linien). Eine Flagge ist eine Trend-bestätigende Chart-Formation – und der derzeit vorherrschende Trend ist abwärts gerichtet.
  2. Mit der Kurserholung der letzten 2 Wochen wurde fast punktgenau das 50%-Fibonacci-Korrekturziel „abgearbeitet“. Gegenbewegungen bis zu diesem Ausmaß sind in einem Abwärtstrend völlig „normal“.

Eine Kurserholung bis an das Korrekturziel bei 10.779 (61,8%) oder darüber hinaus wäre schon bullisher zu werten.

Fazit

Ich mache Ihnen nur ungerne einen Strich durch Ihre seit gestern vermutlich gestiegene Zuversicht: Doch die 5 oben genannten Punkte relativieren den gestern neu definierten Aufwärtstrend doch erheblich.

Daher sollten Sie in den nächsten Tagen auf die folgenden DAX-Niveaus achtgeben:

Schließt der DAX 30 unterhalb der Flagge (aktuell: 10.050, täglich um etwa 25 Punkte ansteigend), wären die Chart-Formation und der vorherrschende Abwärtstrend bestätigt.

Eine weitere Verschlechterung wäre ein DAX-Rutsch unter das Zwischentief bei 9.928 Punkten.

Danach rückt dann das Tief bei 9.338 in den Fokus: Ein Unterbieten würde ebenfalls den Abwärtstrend bestätigen und wäre ein klares Verkaufssignal.

Auf der Gegenseite würde ein Anstieg in Richtung des 61,8%-Korrekturzieles (10.779) die Lage deutlich zum Positiven hin entspannen.

10. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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