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DAX: Ab 8.000 alles verkaufen?

Am vergangenen Wochenende saßen wir in der Familie im Rahmen eine Geburtstagsfeier zusammen.

Und da ich ja nun beruflich mit dem Thema Börse verbunden bin, ist es in dieser Gemeinschaft beinahe unvermeidlich, dass unser Gespräch irgendwann auch wieder mal beim Thema Aktienmarkt Station macht.

In solchen Momenten halte ich mich ganz bewusst zurück, weil ich gerne in die Psyche derer rein horche, die sich eben nicht professionell mit dem Thema Börse auseinandersetzen. Meine Familienmitglieder mögen es mir verzeihen – aber auf diese Weise erhalte ich einen Einblick darin, wie der Kleinanleger so „tickt“.

Und so kam in unserer Gesprächsrunde ein Satz zum Vorschein, der mir absolut typisch für das Massenverhalten der Investoren erscheint. Und bekanntlich besagt ja ein altes Bonmot, dass „die Masse an der Börse stets falsch liegt“.

Hier nun also das Statement:

„Ich weiß nur eines: Sollte der DAX jemals wieder über 8.000 Punkte klettern, dann kann ich nur jedem raten, SOFORT alle Aktien zu verkaufen!“

Selbstredend war damit meine Neugier unvermittelt geweckt. Und daher fragte ich nach, welche Gründe zu dieser Einschätzung geführt hätten. Die Antwort kam prompt und überaus ausführlich:

„Zum einen sei der DAX in den vergangenen Jahren schon zweimal an der Marke knapp von 8.100 Punkten gescheitert. Danach sei es jedes Mal kräftig bergab gegangen. Und so werde es auch dieses Mal wieder geschehen, sollte dem deutschen Börsenbarometer der Sprung über 8.000 tatsächlich noch einmal gelingen.

Außerdem sei die Aufwärtsbewegung der letzten Monate ja wohl völlig unlogisch. Der Euro stünde kurz vor dem Aus, die Schulden würden uns über den Kopf wachsen und außerdem würden wir wohl bald in eine Rezession rutschen.

Man bräuchte doch nur aufmerksam die Nachrichten zu hören und entsprechende Diskussionen im Fernsehen zu verfolgen.


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Last not least, habe der Sparkassenberater im Sommer 2007, als der DAX letztmals bei 8.000 notierte, massiv gedrängt, JETZT unbedingt noch deutsche Aktien zu kaufen, da der DAX schon in wenigen Monaten bei mindestens 11.000 Punkten stehen werde.

Darauf falle man nicht noch einmal herein. Leider sei man diesem Ratschlag damals gefolgt, habe praktisch am Höchststand Aktienfonds gekauft und dafür in den Folgejahren bitter bezahlen müssen.

Immerhin sei man froh, wenn man mit deutlich geringeren Verlusten noch einmal davon komme, falls der DAX tatsächlich noch einmal auf 8.000 klettern sollte.“ 

Typisch Medien, typisch Kleinanleger

Für mich zeigt diese Begründung in der Tat ein typisches Kleinanlegerverhalten – und das meine ich gar nicht böse. Es tut mir eher leid. Dies war sogar vor 8 Jahren ein weiterer wichtiger Grund für mich, meinen Börsendienst Momentum Trader zu etablieren.

Denn dort wollte ich nicht nur profitable Aktienempfehlungen aussprechen, sondern auch den Anlegern das Thema Börse näher bringen, sie vor einigen Fallstricken bewahren, die die Aktienmärkte für uns alle bereit halten.

Typisch ist nämlich, dass die Kleinanleger (und das ist nun einmal die Masse der Investoren) aus Unwissenheit dem folgen, was die Medien und vermeintlichen Marktexperten ihnen sagen. Während die einen nur auf Einschaltquoten oder Auflage aus sind, wollen die anderen nur eines: Ihr Geld!

Meine Warnung kam 2007 frühzeitig und auf den Punkt genau

Tatsächlich habe ich im Sommer 2007 vor dieser Euphorie der Medien, Marktexperten und Anleger gewarnt. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und heraus gesucht, was ich den Lesern des Momentum Trader am 3. Juni 2007 in Ausgabe 358 bei einem DAX-Stand von 7.987 Punkten geschrieben hatte:

„Der DAX legte 380 Punkte oder +5% zu. Davon allein 220 Punkte an den beiden letzten Handelstagen! Am Freitag lugte er beim Tageshoch von 8.001,63 Punkten erstmals seit dem Jahr 2000 wieder über die 8.000er-Marke.

Er liegt nun nur noch 140 Punkte unter dem bisherigen Allzeithoch. Dem S&P 500 Index fehlen zu seinem Allzeithoch übrigens nur noch 17 Punkte.

Und das schreibt heute meine Tageszeitung zu diesem Thema: ‚Analysten und Banker sehen kein Ende des Aufschwungs. Getrieben von glänzenden Wirtschaftsdaten weltweit, soliden Unternehmensgewinnen und Übernahmespekulationen nähert sich der DAX mit Siebenmeilenstiefeln seinem Rekord von 8.136,16 Zählern vom 7. März 2000.‘

Selbst nach einem DAX-Anstieg von +24% ohne nennenswerte Korrektur seit dem letzten Tief am 14. März sehen die Experten kein Ende des Aufschwungs. Für mich stellt sich die einzige Frage: Wie weit reicht die Übertreibung über das bisherige Allzeithoch hinaus?

Sicher erscheint mir indes: Wir werden in Kürze eine deutliche Korrektur erleben und je weiter die Märkte vorher zulegen, umso heftiger wird diese ausfallen.

Wenige Tage später, am 8. Juni 2007 verschickte ich an meine Leser eine Sonderausgabe: „Marktperspektive“, in der ich den nachfolgenden Chart mit den Zeilen kommentierte:

„Ich erwarte in den kommenden Tagen/Wochen einen nochmaligen Anstieg, bevor dann eine längere Korrekturphase beginnt.

Dieses „Abwärtsmomentum“ möchte ich für Sie – abweichend von der üblichen Strategie – ausnahmsweise durch den Kauf eines DAX-Puts ausnutzen. Das Potenzial reicht, wie der Chart zeigt, bis 7.200 Punkte, ohne dass der Langfristtrend beschädigt würde.“

DAX im Sommer 2007: Kursziel 7.200 frühzeitig benannt

Heute wissen wir, dass der DAX am 13. Juli 2007 mit 8.156 Zählern sein bisheriges Allzeithoch markierte. Danach stürzte er ab und markierte am 17. August 2007 ein erstes Tief bei 7.190 Punkten!

Kursziel DAX 14.000 bis Ende 2015 bleibt bestehen

In der vergangenen Woche hatte ich Ihnen meine Prognose „DAX 14.000 bis Ende 2015“ dargelegt und ausführlich begründet.

Und daran halte ich fest. Die auf der Geburtstagsfeier geäußerte Einschätzung bestätigt mich darin nur. Denn die Kleinanleger werden bei einem DAX-Stand von 8.000 verkaufen und sich dann wenige Monate später ärgern, dass sie wieder einmal auf Experten gehört haben, die ihnen genau dies nahegelegt haben.

24. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.