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DAX-Anstieg als Indikator für Inflation

Der Aktienmarkt bleibt unberechenbar.

Der DAX feuerte heute ein Kursfeuerwerk ab und stieg um fast 2,5% auf 6.616 Punkte.

Börsenbeobachter nannten gute Konjunkturdaten aus China und eine angebliche Einigung in Griechenland als Gründe für den Kursanstieg.

Bei genauer Betrachtung könnte man aber auch sagen: Die Kurse machen die Nachrichten. Da der DAX gestiegen ist, wurden die positiven Meldungen herausgefiltert.

Nachbesserungsrechte als Bonbon für die Banken

Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet heute, dass sich die griechische Regierung angeblich mit den internationalen Banken auf die Details des Schuldenschnitts geeinigt hat.

Der Kompromiss sieht laut Bloomberg wie folgt aus: Im ersten Schritt verzichten die Besitzer der griechischen Staatsanleihen auf über 70% der Ansprüche. Die Entlastung für Griechenland wäre auf dieser Basis noch größer als erwartet.


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Als Gegenleistung erhalten die Banken im zweiten Schritt Nachbesserungsrechte. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Griechenland bessern und bestimmte Kriterien erfüllt werden, erhalten die Alt-Besitzer der Staatsanleihen einen finanziellen Nachschlag.

Zeit gewonnen

Der von Bloomberg beschriebene Kompromissvorschlag könnte in den nächsten Tagen in dieser Form der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ich bin aber weiterhin davon überzeugt, dass die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Banken nur ein Ablenkungsmanöver waren.

Wie die Banker denken, hat Commerzbank-Chefaufseher Klaus-Peter Müller gezeigt (hier im Schlussgong habe ich Müllers Aussagen gestern kommentiert).

Die Kernaussage: Da die meisten Banken die griechischen Staatsanleihen ohnehin bereits zu 70 bis 80% abgeschrieben haben, könnten die Bonds auch gleich auf 0 abgeschrieben werden.

Wenn die Banker intern bereits den Restbetrag abgeschrieben haben, werden sie die Nachbesserungsrechte auch mit 0 bewerten. Das kann also nicht der Knackpunkt der Verhandlungen gewesen sein.

Meine These: Die Verhandlungen mit den Banken wurden nur darum künstlich in die Länge gezogen, damit im Hintergrund der nächste Schuldenschnitt vorbereitet werden kann. Es wurde Zeit gewonnen.

Die entscheidende Frage lautet: Müssen nur Banken, Versicherungen und Hedgefonds auf Geld verzichten, oder werden auch Notenbanken und Euro-Staaten bluten?

Die Europäische Zentralbank (EZB) besitzt angeblich Griechenland-Anleihen in einer Größenordnung von 40 Mrd. Euro. Selbst ein Verzicht auf 50% wäre extrem schmerzlich.

Strategiewechsel der EZB

Auffällig ist, dass die EZB einen Strategiewechsel vorgenommen hat. In den vergangenen Wochen wurden kaum noch Staatsanleihen gekauft. Offensichtlich will die EZB nicht noch mehr Giftmüll offen in die Bilanz aufnehmen.

Um das zu vermeiden, erhalten die Geschäftsbanken viel mehr Kapital als an sich benötigt wird. Die Idee: Die EZB will nicht mehr direkt Staatsanleihen im großen Stil kaufen, sondern schüttet die Geschäftsbanken mit Kapital zu, damit diese die Staatsanleihen kaufen.

Asset-Price-Inflation

Der Nebeneffekt: Da die Geschäftsbanken auch andere Anlageklassen kaufen, steigen plötzlich wieder die Aktienkurse und Edelmetallpreise. Im Januar konnte der DAX um fast 10% steigen.

Aber Achtung: Nicht nur die Lebenshaltungspreise können einen Inflations-Schub anzeigen. Auch der sprunghafte Kursanstieg an den Börsen deutet auf Inflation hin. Das nennt sich Asset-Price-Inflation.

1. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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