Dax-Ausblick: Die 15.000 am Horizont?

Mit einer fulminanten Rally ist der Dax ins Jahr 2015 gestartet. Im ersten Quartal hat der Leitindex um mehr als 20 Prozent zugelegt. Binnen weniger Wochen spurtete der Leitindex von unter 10.000 auf über 12.000 Zähler.

Seit einiger Zeit verharrt der Dax nun in etwa auf diesem Niveau, kleinere Rücksetzer werden immer wieder zum Einstieg genutzt, sodass auch die 12.000er-Marke derzeit nicht wirklich gefährdet erscheint.

Steht und fällt alles mit der EZB?

Inzwischen mehren sich allerdings die Stimmen, die eine größere Kurskorrektur mit deutlicheren Verlusten vorhersagen – kein Wunder angesichts des Tempos, mit dem die jüngsten Rekorde zustande kamen.

Doch war die Euphorie tatsächlich so aus der Luft gegriffen? Können die Dax-Konzerne nicht halten, was der Index verspricht? Basierte die Kauflaune wirklich nur auf äußeren Einflüssen, allen voran der expansiven Geldpolitik seitens der Europäischen Zentralbank?

Seit Anfang März fluten EZB-Chef Mario Draghi und seine Notenbank-Kollegen die Märkte mit billigem Geld, bis weit ins nächste Jahr hinein soll das Programm laufen und die Konjunktur in der Euro-Zone unterstützen. In erster Linie aber fließt das Geld in die Kapitalmärkte und hier vor allem in Aktien. Ein gutes Stück der Rally hat der Dax demnach maßgeblich der EZB zu verdanken.

Allerdings können sich auch die Unternehmen durchaus sehen lassen. Das hat die gerade abgelaufene Berichtsaison noch einmal unterstrichen.

Dax-Konzerne wirtschaften solide und nachhaltig

Knapp ein Drittel der Dax-Konzerne konnte im vergangenen Geschäftsjahr die Erwartungen der Analysten übertreffen, nur fünf blieben hinter den Prognosen zurück und mit Eon schrieb lediglich ein Dax-Konzern rote Zahlen.

Insgesamt wurden die Unternehmen sogar rentabler. Während der Umsatz der 30 Dax-Konzerne um 2 Prozent auf 1,25 Billionen Euro anwuchs, kletterte ihr Vorsteuergewinn sogar um 6 Prozent auf 109 Milliarden Euro.

Die Prognosen für das neue Jahr sind ebenfalls in den meisten Fällen rosig. So profitieren die Unternehmen beispielsweise vom niedrigen Ölpreis, der die Produktionskosten sinken lässt. Auch günstige Wechselkurse können sich in den Bilanzen bemerkbar machen.

Die anhaltende Niedrigzinsphase sorgt außerdem dafür, dass sie sich günstig mit Geld eindecken können – während Anlegern zugleich kaum eine Alternative zum Aktienkauf bleibt. Anderswo sind derzeit kaum Renditen zu erwirtschaften.

Analysten blicken optimistisch in die Zukunft

Analysten rechnen damit, dass sich die Geschäfte der meisten Dax-Unternehmen weiterhin gut entwickeln werden. Die meisten von ihnen werden Prognosen zufolge auch in diesem und im kommenden Jahr weiter wachsen und höhere Gewinne ausweisen.

Einzig für RWE und die Münchener Rück fällt der Ausblick zurückhaltender aus. Hier rechnen Analysten mit einem Gewinnrückgang im Vergleich zu 2014. Besonders optimistisch werden hingegen Lufthansa, Lanxess, Commerzbank und ThyssenKrupp im Zwei-Jahres-Vergleich bewertet, denen jeweils hohe dreistellige Wachstumswerte zugetraut werden.

Angesichts dieser vielversprechenden Rahmenbedingungen schwärmen manche Beobachter bereits davon, die 15.000-Punkte-Marke am Horizont zu erblicken. Nicht unbedingt in diesem Jahr, denn ein solch rasanter Anstieg wie im ersten Quartal wird kaum die Regel bleiben. Doch schon 2016 muss diese Größenordnung keine Illusion mehr bleiben.

4. April 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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