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DAX: Inselurlaub beendet!

Der DAX springt heute Vormittag kräftig an: Während ich diese Zeilen schreibe (12:20 Uhr), liegt das deutsche Markt-Barometer mit +3,3% im Plus und notiert zur Stunde bei 9.950 Punkten.

Diese Entwicklung ist eine schlechte Nachricht für alle, die auf einen Niedergang nach dem Brexit-Entscheid am kommenden Donnerstag gesetzt haben. Und es ist eine gute Nachricht für die Investoren, die sich nicht von dem ganzen Brexit-Hype haben irritieren lassen.

Das „Wie“ des heutigen DAX-Anstiegs ist bedeutsam

Doch in der heutigen DAX-Bewegung steckt weit mehr: Beachtenswert ist nämlich die Art und Weise, wie die Kurs-Explosion zustande gekommen ist!

Bevor wir darauf näher eingehen, noch ein Hinweis: Diese Analyse entstand weit vor dem heutigen Börsenschluss. Daher besteht eine – wenngleich geringe Chance – dass der DAX sich im Tagesverlauf wieder abwärts wendet und meine Analyse ad absurdum stellt.

Aufwärts mit Lücke

Doch nun in „medias res“ (kommen wir zu Sache), wie der Lateiner zu sagen pflegt:

Am Freitag erreichte der DAX im Tagesverlauf ein Hoch von 9.705 Punkten. Heute Morgen startete der deutsche Leitindex bei 9.850 und kletterte anschließend aufwärts – damit ist zur Stunde die Eröffnungsnotierung zugleich auch das bisherige Tagestief.

Wie Sie an den Daten ablesen können, klafft zwischen dem tageshoch vom Freitag und dem Tagestief vom heutigen Montag eine Lücke von 145 Punkten. Wir sprechen mithin von einer Aufwärts-Kurslücke.


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Natürlich gibt es als Pendant dazu auch Abwärts-Kurslücken: Dabei liegt dann das Vortagestief über dem Hoch des Folgetages.

Wichtig ist der Kontext einer Kurslücke

Kurslücken, ob nun aufwärts oder abwärts gerichtet, werden von Charttechnikern mit geringem Verständnis bezüglich ihrer Funktionsweise gerne zitiert. Tatsächlich hängt jedoch die Bedeutung einer Kurslücke stark von dem Kontext ab, in dem sie entsteht.

  • Wenn eine Kurslücke (im Englischen auch Gap genannt) beispielsweise aufgrund eines Dividenden-Abschlags ausgebildet wird, ist sie komplett bedeutungslos.
  • Kurslücken, die während eines starken Trends auftreten, signalisieren eine Trend-Fortsetzung. Und genau deshalb werden sie auch Fortsetzungs-Lücken (Continuation-Gaps) genannt.
  • Lücken, die in einem fast senkrechten Trend entstehen, bezeichnen wir als Erschöpfungs-Kurslücken (Exhaustion-Gaps). Diese Kurslücken-Spezies kündigt das Ende sensationeller Trends an.
  • Ausbruchs-Kurslücken (Breakaway-Gaps) sehen wir am häufigsten bei Chart-Formationen wie dem ansteigenden Dreieck. Bei diesem Kursmuster enden die Aufwärtsbewegungen regelmäßig auf einem horizontalen Niveau, während die Abwärtsbewegungen auf immer höheren Niveaus eine Kehrtwende machen.

Beim ansteigenden Dreieck wird also die Nachfrage stets auf der Oberseite durch höheres Angebot kompensiert. Sobald dieses Angebot absorbiert ist, brechen die Kurse häufig mit einer Aufwärts-Kurslücke aus der Chart-Formation aus.

DAX generiert eine Insel-Umkehr

Alle hier genannten Kurslücken treffen nicht auf den DAX zu. Zumindest nicht auf die heutige: Sie fällt in die noch nicht genannte Kategorie „normale Kurslücke“. Doch etwas, das vor 5 Handelstagen geschah, gibt der heutigen Kurslücke eine besondere Bedeutung:

Am vergangenen Montag bildete der DAX nämlich eine abwärts gerichtete Erschöpfungs-Kurslücke aus. Und nun wird es spannend, wie Sie auf dem folgenden Chart sehen werden:

dax-20-06-2016

DAX generiert Insel-Umkehr

Durch die beiden Kurslücken vom vergangenen und vom heutigen Montag sind die Tagesbalken der letzten Handelswoche von den übrigen Kursen abgesetzt. Auf den Betrachter wirkt dies wie eine durch Wasser vom Festland abgetrennte Insel.

Und damit haben Sie zugleich den Namen dieser selten anzutreffenden Chart-Formation: Die sogenannte „Insel-Umkehr“.

Fazit

Zunächst einmal passt der Begriff „Insel-Umkehr“ in der derzeitigen Brexit-Diskussion wie die berühmte „Faust aufs Auge“: Großbritannien wird ja auch gerne mal als die „Insel“ bezeichnet.

Die Insel-Umkehr-Formation ist für sich genommen keine Wende-Formation in Bezug auf den Haupttrend. Dennoch hat sie für den Charttechniker eine große Bedeutung aufgrund eines anderen Aspekts:

Diese Bedeutung erwächst aus der Entstehung der Insel-Umkehr. Sie beginnt (fast immer) mit einer Erschöpfungs-Kurslücke, die ja das Ende eines Trends ankündigt. Die zweite Kurslücke signalisiert wiederum eine massive Verschiebung von Angebot und Nachfrage.

Die zu Wochenbeginn zu sehende Aufwärts-Kurslücke im DAX zeigt Ihnen damit eine deutliche Veränderung zugunsten der Nachfrage an.

Der deutsche Leitindex hat somit heute seinen Insel-Urlaub offiziell beendet und ein starkes Ausrufezeichen an die Brexit-Spekulanten gesendet!

20. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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