DAX: Unverhofft kommt oft!
Die Aktienmärkte schlagen manchmal schon irrwitzige Kapriolen.
Noch am vergangenen Donnerstag berichtete ich Ihnen in meinem Beitrag DAX: Aufwärtstrend unterbrochen davon, dass der DAX sein letztes Zwischentief bei 6.349 Punkten unterschritten und damit seinen Aufwärtstrend unterbrochen hatte.
Bekanntlich wird ein Aufwärtstrend dadurch definiert, dass einem Tief ein jeweils höher liegendes Tief folgt. Zweite Bedingung ist, dass zudem stets jeweils höhere Hochs im Chartbild hinterlassen werden.
Wenn also ein Zwischentief unterschritten wird – so wie dies am vergangenen Donnerstag geschehen war – dann ist ein Aufwärtstrend zumindest erst einmal unterbrochen.
Würden nun in der Folge auch noch ein tieferes Hoch und ein weiteres tieferes Tief generiert, dann wäre ein Trend-Wechsel vollzogen: ein neuer Abwärtstrend wäre definiert.
Entsprechend hatte ich Ihnen in dem oben genannten Beitrag am vergangenen Donnerstag die möglichen Szenarien aufgezeigt, die auf diese Trend-Unterbrechung folgen könnten. Dabei hatte ich die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends zwar nicht ausgeschlossen, aber auch als die nun weniger wahrscheinliche Variante genannt:
„Wie Sie an diesen drei von mir eingezeichneten Szenarien erkennen können, ist die Chance auf ein Erreichen des Kurszieles von 7.000 Punkten im DAX noch nicht vom Tisch. Sie hat sich indes durch die heutige Kursentwicklung auch nicht gerade verbessert, sondern tatsächlich deutlich verschlechtert.
Das Kursziel 7.000 Punkte wäre mithin nur dann möglich, wenn der alte Aufwärtstrend wieder aufgenommen wird. Dazu wäre jedoch ein DAX oberhalb von 6.775,74 Zählern notwendig, also über dem letzten Zwischenhoch.
Und das würde einem DAX-Anstieg von derzeit mehr als 430 Punkten entsprechen – ein aus heutiger Sicht durchaus anspruchsvolles Ziel.“
DAX: seit Donnerstagmittag heftige Kursrallye
Wenn Sie nun auf den nachfolgenden Chart blicken, dann können Sie mühelos feststellen, dass auch wir Chartanalysten uns hin und wieder mächtig täuschen können.
Schon wenige Minuten nach Fertigstellung meines Beitrages am Donnerstag drehte der DAX wieder nach oben – und das gewaltig, wie Sie an dem Standort des gelben Kreises ablesen können.
DAX: seit Donnerstagmittag heftige Kursrallye
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich Ihnen diese Zeilen schreibe, hat sich der deutsche Leitindex auf ein Tageshoch von 6.771,44 Punkten vorgearbeitet. Damit fehlen bis zum alten Zwischenhoch bei 6.775,74 nicht einmal mehr fünf Punkte!
Eine solche Kursrallye in gerade einmal zwei Handelstagen habe ich – offen gestanden – nach dem vorausgegangenen Einbruch im DAX nicht erwartet.
Nach dieser irren Achterbahnfahrt haben sich die Chancen auf eine Fortsetzung des Anfang Juni eingeleiteten Aufwärtstrends natürlich wieder stark verbessert. Denn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der DAX noch im Laufe des heutigen Tages ein neues Zwischenhoch (über 6.775,74) markiert, hat sich deutlich erhöht.
Wenn das deutsche Leitbarometer den Schwung und die Dynamik der letzten beiden Handelstage noch etwas mitnehmen kann, dann erscheinen kurzfristig sogar noch DAX-stände von etwa 6.850 Punkten möglich.
Kommt nun eine unerwartete Mega-Hausse?
Ich mag allerdings auch nicht ausschließen, dass sich die deutschen Aktienkurse in den kommenden Wochen noch deutlich besser entwickeln werden. Nämlich dann, wenn Unterstützung durch die amerikanischen Technologie-Aktien kommt.
Der Dow Jones hat als einer der ersten US-Indices am Freitag bereits ein Kaufsignal generiert, als er endlich über der so lange umkämpften Widerstands-Marke von 13.000 Punkten schließen konnte.
Auf die aktuelle Chartsituation bei den US-Technologie-Aktien gehe ich Morgen ein. Hier winkt nämlich erhebliches Kurspotenzial bei einem Kaufsignal.
Auf die Möglichkeit einer solchen Mega-Hausse hatte ich die Leser meines Börsendienstes Momentum Trader übrigens bereits am 15. Juli bei einem DAX-Stand von 6.557 Zählern aufmerksam gemacht:
„Grünes Licht am Aktienmarkt – Kommt nun eine Mega-Hausse?
Steht uns in den nächsten Monaten möglicherweise eine Mega-Hausse bevor? Nach 30 Jahren Börsenerfahrung weiß ich, dass die Aktienmärkte nur zu gerne das tun, was niemand erwartet.
Auch wenn sich die Börsensituation in den vergangenen Wochen etwas aufgehellt hat, so ist die allgemeine Stimmungslage dennoch eher als depressiv zu beschreiben.
Hinzu kommt, dass uns mit August und September aus statistischer Sicht zwei der schlechtesten Monate des Kalenderjahres bevorstehen. Lediglich der Mai schneidet noch schlechter ab.
Und nur diese drei Kalendermonate schafften es in den vergangenen 52 Jahren überhaupt, eine negative DAX-Performance zu produzieren: Dabei ist der September mit durchschnittlich -2,12% der mit Abstand schlechteste Monat, gefolgt vom Mai mit -0,12% und August mit -0,10%.“



