Der Euro ist angezählt

Die Osterruhe ist vorbei und damit ist wohl auch die Zeit der dünnen Umsätze und der nervösen Reaktionen vorüber.

Alles in allem ist im bisherigen Handelsverlauf des zweiten Quartals die Realität an die Märkte zurückgekehrt.

Das historische, außergewöhnlich gute erste Quartal war geprägt vom Optimismus, der sich wiederum mit der Verdrängung der wirklichen strukturellen und somit langfristigen Problemen erklären lässt.

Das Schuldenthema wurde weitgehend ausgeblendet, da die EZB mit der „Dicken Bertha“ rund eine  Billion Euro in das Bankensystem gepumpt hat. Das Ziel der Notenbank war und ist durch die Geldinjektionen die Banken zum Kauf von europäischen Staatsanleihen zu ermuntern.

Wie die Woche vor Ostern gezeigt hat, wurde dieses Ziel bisher nicht erreicht, sonst hätte Spanien bei einer Anleihen-Auktion die ohnehin nicht üppige Summe von 3,5 Milliarden Euro einsammeln können.

Die Dicke Bertha – genannt nach einem Mega-Geschütz im Ersten Weltkrieg – verkommt zu einer Spielzeugpistole. Für uns heißt das: Nichts ist klar in der Finanzwelt.

Die tendenziell bullishe Tendenz frischen Geldes wird immer wieder durch bearishe Schocks aus der Banken- und Schuldenkrise unterbrochen.

Der Dollar erholt sich

Tatsächlich halten die Notenbanken derzeit still: Von der Europäischen Zentralbank gab es keine Zinssenkung und auch sonst wenig Neues. Nach der Veröffentlichung des Protokolls der Federal Reserve zeichnet sich ab, dass sich ein QE3 wohl weiter vertagen wird.

Die Analysten der Großbank Goldman Sachs sind aber weiter der Meinung, dass eine neue Geldflut im Juni oder Juli kommen wird.

Den Dollar hat die Verzögerung in einem etwaigen neuen Anleihen-Kaufprogramm durch die Fed gefreut, wie sich im Chart von EURUSD zeigt. Der Euro tauchte wieder ab, er bewegt sin nun in einer sehr interessanten Chart-Konstellation.

Entweder die europäische Einheitswährung bricht jetzt irgendwann nach oben aus dem Dreieck aus. Oder sie fällt durch die Unterstützung nach unten. Wir werden es bald wissen und halten uns hier bereit.

Der Euro läuft im Dreieck

Übrigens rutschte der Euro gegenüber dem Yen kräftig in die Tiefe und durchbrach die Unterstützungslinie. Somit muss sich zeigen, ob EURJPY ein Vorlauf-Indikator für die weitere Entwicklung bei Euro-Dollar ist.

Euro-Yen taucht ab

Wie immer hängt beim Euro alles von der Entwicklung in der Schuldenkrise ab. Die Charts nehmen offensichtlich nur das vorweg, was in der Politik passiert.

Optimisten sollten an die politischen Belastungsproben der kommenden Wochen denken. In Kürze wird in Griechenland und Frankreich gewählt.

Da bei beiden Ländern von einem Sieg der Opposition auszugehen ist, wird  es sicherlich zu Nachverhandlungen bei sämtlichen Sparprogrammen kommen. Und das bedeutet neue Rotationen in der Druckerpresse der EZB. Wir bleiben also wachsam.

Infografik des Monats

Wahlversprechen Steuersenkung

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